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Schwur der Zeit 01  Drucken E-Mail
Comics: Manga Allgemeines
Geschrieben von Konstanze Tants   
Mittwoch, 30. Oktober 2013

Schwur der Zeit 01

Zeichner: Shushushu Sakurai

Originaltitel: Nise no Chigiri
Übersetzt von: Antje Bokel

1. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Oktober 2013
ISBN: 978-3-770-48068-5
Preis: 7,00 EUR

194 Seiten
Inhalt
7.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.6

Wertung:
7.6
von 10
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Zum Inhalt:

In ihrer Freizeit übt die Schülerin Mana am liebsten Bogenschießen, doch in letzter Zeit wird ihre Konzentration von immer wiederkehrenden Tagträumen gestört. Äußerst real träumt sie von Armeen, die sich auf dem Schlachtfeld gegenüberstehen. Das Gesicht eines Mannes sieht sie besonders klar und deutlich - wer ist nur dieser geheimnisvolle Fremde? Dann, eines Tages, fällt Mana beim Versuch, einer Frau zu helfen, in einen Teich und reist 400 Jahre zurück in die Vergangenheit! Ihr plötzliches Auftauchen rettet einem General, der in die Hände der Feinde geraten ist, das Leben. Ein Ninja aus der Leibgarde des Generals kommt Mana äußerst bekannt vor ...

Meinung:

Mit der vierteiligen Reihe "Schwur der Zeit" legt Shushushu Sakurai eine Manga-Adaption des Spiels "Nise no Chigiri" vor. Da das Spiel sich - ebenso wie der Manga - an eine weibliche Zielgruppe richtet, ist es kein Wunder, dass es in der Geschichte nur so vor gut aussehenden männlichen Charakteren wimmelt. Diesen Herren begegnet die junge Mana, als sie nach einer rätselhaften Begegnung mit einem fremden Mädchen in eine Quelle fällt und durch diese in die Vergangenheit reist. Dabei kommt sie - eigentlich ohne eigenes Zutun - einem General zur Hilfe, der von einem unbekannten Gegner bedroht wird.

Schnell findet Mana heraus, dass sie nicht nur ganze 400 Jahre durch die Zeit gereist ist, sondern auch, dass es sich bei dem von ihr geretteten Fürsten um den berühmten Uesugi Kenshin handelt. Diesen hatte sie in den Wochen vor dem Vorfall an der Quelle immer wieder in Tagträumen gesehen, ebenso wie seine Nokizaru (Ninja), die nicht gerade begeistert auf Manas Erscheinen reagieren. Während Uesugi Kenshin davon überzeugt ist, dass das Mädchen eine Botin des Kriegsgottes Bishamonten sein muss, vermuten seine Leibwächter in ihr eher eine Spionin der Feinde ihres Generals. Doch solange ihr Herr ihnen befiehlt, Mana mit Respekt zu behandeln, dulden sie das Mädchen in seiner Nähe - behalten sie aber vorsichtshalber gut im Auge.

Innovativ ist diese Zeitreisegeschichte nicht, aber mit der Zeit der Streitenden Reiche wurde ein reizvoller Hintergrund für den bislang eher niedlichen Manga gewählt. Auch ist Uesugi Kenshin eine wirklich faszinierende historische Figur und das kriegerische Umfeld bietet eine gute Erklärung für das Auftauchen derart vieler Männer in der Handlung dieses Shōjo-Manga. Dabei präsentiert Shushushu Sakurai so viele unterschiedliche Nokizaru - vom eher kindlichen Rurimaru über den aufbrausenden Akatsuki und den ruhigen Suien bis zu dem schon älteren Krieger Kanehisa -, dass eigentlich für jede Leserin eine Figur dabei sein sollte, der sie ihre Sympathie schenken kann.

So passt es dann auch, dass Shushushu Sakurai einen wirklich wunderschönen Zeichenstil hat, mit dem die Mangaka nicht nur die Männer, sondern auch Mana und die weiblichen Nebenfiguren sehr attraktiv in Szene setzt. Dazu kommen noch sehr schöne Hintergründe mit liebevollen Details, die gerade im historischen Setting sehr viel zur Atmosphäre beitragen. Auch bei der Gestik und der Mimik der einzelnen Figuren beweist Shushushu Sakurai ein gutes Händchen und sorgt so nicht nur dafür, dass jeder Charakter sehr viel Individualität zeigt, sondern auch dafür, dass das Minenspiel oft vollkommen ausreicht, um die Meinung oder Stimmung einer Person darzustellen - so wie es in einem Manga sein sollte, aber leider viel zu selten der Fall ist.

Obwohl hinsichtlich der Handlung bislang nicht sehr viel passiert ist, fühlt man sich nach dem Lesen des Auftaktbandes von "Schwur der Zeit" nicht unbefriedigt. Es dauert einfach eine Weile, um die Ausgangssituation mit der Zeitreise zu schaffen und eine Menge Charaktere vorzustellen. Dafür endet der Manga mit einem Cliffhanger, der neugierig auf den weiteren Verlauf der Geschichte macht. Außerdem gibt es immer wieder Andeutungen - gerade bei Begegnungen zwischen Mana und erst später in dem Band eingeführten Figuren -, dass das Mädchen nicht für alle eine Unbekannte ist, was einen gespannt auf den weiteren Verlauf der Handlung werden lässt.

Fazit:

Mit "Schwur der Zeit", der Manga-Adaption des Spiels "Nise no Chigiri", bietet Shushushu Sakurai zwar keine komplexe oder gar neuartige Handlung, liefert aber eine unterhaltsame Zeitreisegeschichte mit einigen interessanten Hinweisen auf eventuell kommende Ereignisse ab. Dazu kommen noch ein ganzer Haufen sympathischer und abwechslungsreich gestalteter Charaktere, eine spannende Epoche, in der die Geschichte spielt, und sehr schöne Zeichnungen. Wenn die Handlung in den kommenden drei Bänden der Reihe noch etwas anzieht, gibt es kaum etwas an dieser Shōjo-Mangaserie auszusetzen.
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