Banner bookdepository.com

Sense & Sensibility  Drucken E-Mail
Comics: Manga Liebe & Romantik
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 27. Oktober 2013

Sense & Sensibility

Autor: Hina Sakurada
Zeichner: Hina Sakurada

Originaltitel: Funbetsu to Takan
Übersetzt von: Stefan Hofmeister

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: August 2013
ISBN: 978-3-770-47937-5
Preis: 7,00 EUR

192 Seiten
Inhalt
4.0
Zeichnungen
4.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
4.8

Wertung:
4.8
von 10
Jetzt kaufen



Zum Inhalt:

Sahnetorte oder Schokokuchen? Vor dieser schwierigen Frage steht Aya, jung, hübsch und mit Kento zusammen. Der ist blond, nett und liebt Aya über alles. Sein Bruder ist schwarzhaarig, aufdringlich und verschlagen. Und doch fühlt sich Aya von ihm angezogen. Während sie mit Kento zusammen ist, hat sie gleichzeitig eine leidenschaftliche Affäre mit seinem Bruder. Es geht ihr nicht gut dabei, doch sie kommt nicht von ihm los. Bis alles rauskommt ...

Meinung:

"Sense & Sensibility" von Hina Sakurada präsentiert dem Leser drei Kurzgeschichten. Dabei dreht die Titelgeschichte sich um die junge Aya, die gerade mal eine Woche mit ihrem Freund Kento zusammen ist, als sie seinen Bruder Haraaki kennenlernt. Während sie sich in Kento wegen seiner warmherzigen und freundlichen Art verliebt hat, ist sie von Haraakis düsterem und direktem Wesen fasziniert. So lässt sie immer wieder zu, dass sich Haraaki ihr nähert und sie aus dem Gleichgewicht bringt. Auf der anderen Seite entdeckt Aya durch diese zweifelhafte Nähe auch die verletzlichen Seiten des unverschämten Jungen, was ihn für sie umso reizvoller werden lässt.

Während man als Leser zwar nachvollziehen kann, was Aya zu dem hellen und freundlichen Kento hinzieht (obwohl sie ihn kaum kennt) und selbst Haraaki mit seinem egozentrischen Benehmen hier und da zumindest interessant wirkt, gelingt es Hina Sakurada nicht, deutlich zu machen, warum sich die beiden Jungen überhaupt um das Mädchen bemühen. Aya ist unentschlossen und hat - abgesehen von einem niedlichen Aussehen - keine Eigenschaft, die sie zu einem bemerkenswerten Individuum machen würde. Dazu kommt noch ein sehr unbefriedigendes Ende, sodass die titelgebende Geschichte "Sense & Sensibility" den Leser in erster Linie frustriert zurücklässt.

Auch die zweite Kurzgeschichte, "Sorgentagebuch", kann nicht wirklich überzeugen, obwohl die Protagonistin Ui deutlich sympathischer ist als Aya. Ui ist ein etwas naives und wirklich nettes Mädchen vom Land, das immer bemüht ist, anderen zu gefallen. So kommt es, dass Ui bereitwillig darauf eingeht, als der überaus beliebte und coole Jiro nach einer gemeinsamen Nacht vorschlägt, ihre Beziehung geheim zu halten. Natürlich zerbricht sie sich in den folgenden Wochen den Kopf, warum Jiro nicht zu ihr steht und ob er sich vielleicht für sie schämt. So niedlich Ui mit all ihren Sorgen ist, so belanglos ist dann doch leider die gesamte Geschichte inklusive Jiros Beweggründen für all die Heimlichtuerei.

Die letzte Geschichte mit dem Titel "Die Meerjungfrau, die zur Hexe wurde ..." bietet immerhin einen interessanten Ansatz. Wie im Märchen von Hans Christian Andersen beginnt die Geschichte mit einer Meerjungfrau, die sich in einen Menschen verliebt. Als dieser sich von ihr abwendet, nachdem sie einer Hexe für ein Leben mit ihm ihre Schönheit geopfert hat, bleibt sie bei der Meerhexe. Sie erlernt das magische Handwerk der Alten und übernimmt nach ihrem Tod ihre Position, um von diesem Tag an den Meerjungfrauen zu "helfen", die von einem Leben mit ihren menschlichen Geliebten an Land träumen. So entwickelt Hina Sakurada zwar aus dem bekannten Märchenmotiv eine ungewöhnliche Geschichte über eine Hexe, ihre verlorene Liebe und ihr versteinertes Herz, das erst spät noch einmal Hoffnung verspürt, aber auch am Ende dieses Kapitels bleibt der Leser unbefriedigt zurück und fragt sich, welche Absichten Hina Sakurada mit dieser Erzählung verfolgt haben könnte.

Leider können auch die Zeichnungen die Qualität der Geschichten kaum heben. Zwar sind die freundlichen und beliebten jungen Männer wie Kento und Jiro sehr ansprechend gezeichnet und Mädchen wie Aya und Ui wirken durchaus niedlich, doch es fehlt den Figuren - vor allem den Protagonisten - an Individualität. Wirklich irritierend wird es, wenn man "Sense & Sensibility" und "Sorgentagebuch" hintereinander liest, da Kento und Jiro absolut gleich aussehen. Richtig unangenehm ist das Aussehen von Haraaki geraten, da das Gesicht dieses Charakters in seinen "bösen" Momenten sehr echsenhafte Züge aufweist. Dazu kommt noch, dass man bei der Darstellung der Emotionen oft auf den Text der Sprechblasen angewiesen ist, um die jeweilige Stimmung einer Figur erkennen zu können, weil die Mimik der Personen so verzerrt und unnatürlich wirkt. Einzig in der letzten Geschichte ist dies etwas besser gelungen, aber das kann den vorherigen schlechten Eindruck bei den Zeichnungen nicht ausgleichen.

Fazit:

Leider bietet "Sense & Sensibility" von Hina Sakurada ein sehr unbefriedigendes Leseerlebnis. Keine der drei Kurzgeschichten kann inhaltlich oder optisch überzeugen. Obwohl hier und da ein ganz interessanter Ansatz zu erkennen ist und die "coolen" Jungs ebenso wie die niedlichen Mädchen ganz nett anzuschauen sind, fehlt es diesen Figuren an Persönlichkeit. Weder kann man nachvollziehen, warum ein Charakter so handelt, wie er es tut, noch hat man wenigstens einmal das Gefühl, eine interessante Geschichte mit einer durchdachten Handlung zu lesen. Dazu kommt noch ein Zeichenstil, der im besten Fall beliebig, im schlimmsten Fall irritierend und abschreckend ist und es dem Betrachter (abgesehen von einigen Momenten in der dritten Kurzgeschichte) unmöglich macht, die Emotionen der Handelnden zu erkennen oder gar mit ihnen mitzufühlen.
Weiterführende Infos

 
Copyright © 2008-2017 by booklove.de. Alle Rechte vorbehalten.