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Canon & Aria  Drucken E-Mail
Comics: Manga Liebe & Romantik
Geschrieben von Konstanze Tants   
Mittwoch, 23. Oktober 2013

Canon & Aria

Autor: Miko Mitsuki
Zeichner: Miko Mitsuki

Originaltitel: Renso no Aria
Übersetzt von: Claudia Peter

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: August 2013
ISBN: 978-3-770-47934-4
Preis: 7,00 EUR

192 Seiten
Inhalt
7.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.6

Wertung:
7.6
von 10
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Zum Inhalt:

Die junge Waise Aria bekommt eines Tages einen Heiratsantrag von einem ihr unbekannten Millionär. So gut es das Schicksal mit ihr gemeint haben mag: Es macht sie zum Ziel der Feinde ihres unverhofften Verlobten! Zum Glück stellt ihr dieser den Bodyguard Canon zur Seite. Aria droht, sich in ihn zu verlieben, doch das hätte für beide verheerende Folgen ...

Meinung:

In "Canon & Aria" von Miko Mitsuki lernt der Leser die sechzehnjährige Aria kennen, die im Waisenhaus des Hanano-Konvents aufgewachsen ist. Obwohl das Mädchen den Millionär Jinguji noch nie gesehen hat, verbindet es seit langer Zeit eine ungewöhnliche Beziehung mit dem Unbekannten. Seit zehn Jahren unterstützt der Millionär das Waisenhaus mit großzügigen Spenden, außerdem schreibt er regelmäßig Briefe an Aria und lässt ihr an ihren Geburtstagen Geschenke zukommen. Zu Arias sechzehntem Geburtstag kommt das ungewöhnlichste Präsent ihres Gönners: Ein Verlobungsring.

Da Aria sich Jinguji aufgrund seiner Aufmerksamkeiten gegenüber ihr und dem Waisenhaus sehr verbunden fühlt, geht sie auf die - sehr geschäftsmäßig wirkende - Verlobung ein. Dass sie damit zur Zielscheibe für seine Gegner wird, kann das Mädchen dabei nicht ahnen. Nur gut, dass Jinguji Aria seinen Bodyguard Canon zur Seite stellt, der sie vor all den Angriffen beschützen kann. Obwohl ihr Leibwächter schroff und abweisend ist und sich immer wieder seltsam verhält, erkennt Aria bald, dass Canon ein ganz besonderer Mensch ist. So entwickelt das Mädchen nach und nach Gefühle für Canon, obwohl es sich dem Millionär Jinguji verpflichtet fühlt.

Miko Mitsuki gibt im Vorwort zu, dass sie durch die Geschichte durchgaloppieren musste, da ihr für die Handlung nur ein Einzelband zur Verfügung stand. Diese Kürze ist auch der größte Kritikpunkt an "Canon & Aria", da die Mangaka so kaum Raum hatte, um ihre Charaktere auszuarbeiten oder die sich entwickelnde Beziehung zwischen den beiden darzustellen. Dabei bieten die Geschichte und die Figuren eigentlich einiges Potenzial für einen spannenden Shōjo-Manga inklusive eines ungewöhnlichen Settings. Während Aria etwa anfangs sehr naiv wirkt, wenn sie auf den uncharmanten Antrag ihres unbekannten Gönners eingeht, zeigt Miko Mitsuki im Laufe des Bandes, dass das Mädchen durchaus einen guten Grund hatte, um dem Millionär wohlwollend gegenüberzustehen.

Canons Rolle in der Handlung ist hingegen nicht so leicht zu verstehen. Der Bodyguard fühlt sich seinem Auftraggeber Jinguji zutiefst verpflichtet und kann deshalb seine Gefühle für Aria nicht zulassen. Zwar ahnt man als Leser früh, dass Canon der eigentliche Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist, trotzdem gibt aber es einige überraschende Wendungen in der Handlung, die sich vor allem um das Verhältnis zwischen Canon und Jinguji drehen. So ist es wirklich schade, dass Miko Mitsuki nur wenige Momente zum Schluss der Geschichte hat, um die komplizierte Beziehung zwischen den beiden Männern darzustellen.

Dafür gibt es einige actionreiche Szenen, in denen Canon in reinster Superheldenmanier Aria das Leben retten darf, wenn er im Alleingang mehrere Attentäter ausschaltet. Dass er dabei seinen Schützling stets an seiner Seite hält, ist zwar nicht sehr glaubwürdig, bietet dem Leser dafür aber immer wieder sehr süße und romantische Momente. Auch der Humor kommt nicht zu kurz, wenn Aria in ihrer Unerfahrenheit auf Canon zugeht oder der junge Bodyguard zwischen seiner Zuneigung zu der jungen Frau und seinem Pflichtbewusstsein gegenüber Arias Verlobtem hin- und hergerissen ist.

Miko Mitsukis Zeichenstil ist sehr ansprechend und kann nicht nur in den gefühlvollen Szenen überzeugen, sondern auch in den rasanteren Momenten, in denen Aria von diversen Personen angegriffen wird. Ebenso unterstützt die Panelaufteilung die jeweilige Stimmung und sorgt so für ruhigere emotionale Passagen oder schnellere Kampfszenen, wobei auch Arias Gefühlschaos zu Beginn der Geschichte schön durch die kleinteiligen, "stichwortartigen" Panels dargestellt wird. Das Charakterdesign bringt sehr gut die Wesenszüge der einzelnen Personen zum Ausdruck und unterstreicht Arias liebevolle, aber auch naive Wesensart ebenso wie Canons wildes und Jingujis eher unterkühltes Naturell.

Fazit:

"Canon & Aria" von Miko Mitsuki bietet eine wirklich rührende Geschichte, die durch kleine amüsante Momente, eine - besonders für einen Shōjo-Manga - ungewöhnliche Häufung spannender Actionszenen und überraschende Wendungen zu unterhalten weiß. Gerade deshalb ist es so schade, dass die Mangaka nur so wenige Seiten zur Verfügung hatte, um die Handlung rund um Aria und Canon zu erzählen, sodass weder die Entwicklung der Beziehung noch die Hintergründe rund um den Millionär Jinguji detailliert dargestellt werden können. Dafür unterstreichen die Zeichnungen sehr schön die Handlung und die Eigenheiten der verschiedenen Charaktere.
Weiterführende Infos

 
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