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Liebespfand  Drucken E-Mail
Comics: Manga Liebe & Romantik
Geschrieben von Konstanze Tants   
Donnerstag, 17. Oktober 2013

Liebespfand

Zeichner: Kanoko Sakurakouji

Originaltitel: Ousama no Shichiya
Übersetzt von: Burkhard Höfler

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Juli 2013
ISBN: 978-3-770-47938-2
Preis: 7,00 EUR

192 Seiten
Inhalt
7.0
Zeichnungen
7.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.2

Wertung:
7.2
von 10
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Zum Inhalt:

Eimi verfügt, was Männer betrifft, über erschreckend wenig Menschenkenntnis ... doch ausgerechnet in einem Pfandhaus bietet sich ihr die Möglichkeit, diesen Mangel zu beheben! Zumindest fürs Erkennen und Schätzen von Waren hat sie einen guten Blick, und so bekommt sie dort einen Aushilfsjob. Mit dem Ziel, ihre Männerkenntnis zu verbessern, erträgt sie ein hartes Arbeitsleben und die Schikanen des tyrannischen Inhabers Shuu ...

Meinung:

In "Liebespfand" von Kanoko Sakurakouji dreht sich alles um die junge Eimi, die sich dank ihrer unglaublich naiven Art immer wieder auf die falschen Menschen einlässt. So ist auch ihr aktueller Freund der Grund, warum sie ein Pfandhaus aufsucht, um eine Uhr zu versetzen, die sie von ihrem Vater erhalten hat. Obwohl der Pfandleiher ihr vorhersagt, dass ihr Freund so ein Opfer nicht wert ist, muss Eimi erst mit eigenen Augen sehen, dass sie betrogen wird, bevor sie die Beziehung beenden kann. Während Eimi noch darüber hinwegzukommen versucht, dass sie sich schon wieder so in einem Menschen getäuscht hat, fragt sie sich doch, wie der Pfandleiher dies vorhersagen konnte.

Als Eimi bei einem erneuten Besuch im Pfandhaus dem Besitzer Shuu einen Dienst erweisen kann, bittet sie ihn um einen Ferienjob, um durch diese Arbeit ihre Menschenkenntnis zu schulen. Für Shuu beginnen damit überraschend anstrengende Zeiten, da er Eimi nicht nur das nötige Wissen beibringen muss, um den Wert potentieller Pfandstücke einschätzen zu können, sondern auch immer wieder ihre Fehler auszubügeln hat. Denn obwohl sich das Mädchen redlich bemüht, alles richtig zu machen und alle wichtigen Erkennungsmerkmale von Designerobjekten im Kopf zu behalten, fällt es natürlich immer wieder auf Betrüger herein.

Doch nicht nur aus finanziellen Gründen muss Shuu Eimi im Auge behalten, er muss sie auch immer wieder vor ihrer eigenen Naivität schützen. So fühlt sie sich geschmeichelt, wenn ein attraktiver Mann sie auf der Straße anspricht, während Shuu auf den ersten Blick erkennt, dass Eimi es da mit einem Gigolo - oder noch etwas Schlimmerem - zu tun hat. Schon nach kurzer Zeit steht für Eimi fest, dass Shuu unter seiner abweisenden und geschäftstüchtigen Fassade ein wirklich liebenswerter Kerl ist, der sich ihr gegenüber immer wieder fürsorglich zeigt. So ist es kein Wunder, dass das Mädchen sich in ihn verliebt. Dabei ist sie sich sicher, dass er ihre Gefühle nicht erwidert, schließlich hält er sie aufgrund all der Dummheiten, die sie macht, für eine Idiotin.

Obwohl die Geschichte sehr vorhersagbar ist und Eimis Gutgläubigkeit von Kanoko Sakurakouji etwas arg überzogen dargestellt wird, ist "Liebespfand" ein wirklich netter und unterhaltsamer Manga. Die Liebesgeschichte zwischen Eimi und Shuu entwickelt sich nur langsam, was nicht nur eine erfrischende Abwechslung zu all den "Liebe auf den ersten Blick"-Geschichten ist, sondern sich auch angenehm realistisch anfühlt. Außerdem bietet das Pfandhaus eine wunderbare Kulisse für viele lustige, skurrile und auch überzogene Szenen, die amüsant zu lesen sind. So zeigt Kanoko Sakurakouji durch viele kleine Momente, wie unterschiedlich die Gründe sind, die die verschiedenen Kunden ins Pfandhaus treiben, und macht einen so auch auf die Nebenfiguren neugierig, die nur einen winzigen Auftritt in der Handlung haben.

Auch bei den Zeichnungen sind es eher die Kleinigkeiten, die überzeugen können. Das Charakterdesign von Kanoko Sakurakouji ist gefällig, setzt sich aber kaum von der Masse der Shojo-Künstler ab. Während Shuus Aussehen vor allem durch seine abweisende Mimik und seine unbändigen Haare geprägt ist, wird Eimi mit niedlichen und mädchenhaften Frisuren und kugelrunden Augen dargestellt, die ihre Unerfahrenheit noch unterstreichen. Das ist alles nett anzuschauen, aber nichts Besonderes. Dafür bietet die Mangaka in "Liebespfand" immer wieder liebevolle Details, die die Skurrilität einer Situation unterstreichen, oder kleine Elemente (wie die Schuluniformen im Auto eines vermeintlichen Modelagenten), die Eimis Naivität betonen. Auch bei der Darstellung der verschiedenen Designerobjekte kann Kanoko Sakurakouji überzeugen, was die einzelnen Lektionen von Shuu realistischer wirken lässt.

Fazit:

Mit "Liebespfand" hat Kanoko Sakurakouji einen unterhaltsamen Manga geschaffen, der nicht nur durch das ungewöhnliche Pfandhaus-Setting besticht, sondern auch durch die sich langsam entwickelnde und angenehm unkitschige Liebesgeschichte zwischen der naiven Eimi und dem eher abweisenden Shuu. Trotz der Vorhersagbarkeit der Handlung gibt es genügend witzige und absurde Szenen, dass einem die Geschichte nicht langweilig wird. Und auch die Zeichnungen unterstreichen die Geschehnisse - trotz einer gewissen Beliebigkeit beim Charakterdesign - durch liebevolle kleine Details sehr schön.
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