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Shi Ki 01  Drucken E-Mail
Comics: Manga Horror & Mystery
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 29. September 2013

Shi Ki 01

Autor: Fuyumi Ono
Zeichner: Ryu Fujisaki

Originaltitel: Shi Ki Vol. 1
Übersetzt von: Ai Aoki

Reihe: Shi Ki
1. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Mai 2013
ISBN: 978-3-770-48031-9
Preis: 7,50 EUR

192 Seiten
Inhalt
7.0
Zeichnungen
6.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
6.7

Wertung:
6.7
von 10
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Zum Inhalt:

Das abgelegene Dorf Sotoba ist spießig und langweilig, findet die junge Megumi. Sie sehnt sich danach, endlich in die Stadt entkommen zu können. Als mit einer neuen Familie von außerhalb der Duft der weiten Welt durch das Dorf weht, ist sie begeistert - doch bald fordert eine geheimnisvolle Krankheit immer mehr Todesopfer. Der junge Arzt Ozaki steht vor einem Rätsel ...

Meinung:

Die elfteilige Mangareihe "Shi Ki" von Ryu Fujisaki basiert auf einer zweiteiligen Romanserie von Fuyumi Ono. Die Geschichte spielt in den 1990er Jahren in dem kleinen japanischen Ort Sotoba. Bekannt wurde die Ansiedlung für die gleichnamigen Grabtafeln, die von den Anwohnern aus dem Holz der umliegenden Wälder gefertigt wurden, und sie liegt so abgelegen, dass nur eine einzige Straße zur nächsten Stadt führt. Zu Beginn kann der Leser die Handlung aus drei verschiedenen Perspektiven verfolgen. Die erste Person, deren Gedanken und Erlebnisse man kennenlernt, ist die fünfzehnjährige Megumi Shimizu. Das Mädchen ist sehr hübsch und fühlt sich in Sotoba fehl am Platz. Sie ist davon überzeugt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sie endlich ihren Geburtsort hinter sich lassen kann, um in einer großen Stadt reich und berühmt zu werden.

Ihr Interesse für alles, was irgendwie städtisch ist, führt den Leser zu Natsuno Yuki, für den sie schwärmt und den sie regelmäßig beobachtet. Auch er ist fünfzehn Jahre alt und geht gemeinsam mit Megumi zur Schule. Wie sie fühlt er sich in Sotoba nicht wohl, obwohl er in der kurzen Zeit, die er mit seinen Eltern nun in dem Ort wohnt, schon ein paar Bekanntschaften gemacht hat. Er träumt davon, Sotoba den Rücken zu kehren - und sei es nur, weil er dann Megumis Nachstellungen nicht mehr ertragen muss. Beide bekommen zu Beginn der Geschichte noch nicht so viel davon mit, dass rund um Sotoba vermehrt (ältere) Anwohner tot aufgefunden werden. Anfangs geht der Arzt, der die Leichen untersucht, noch davon aus, dass die große Hitze zu den Todesfällen geführt hat, doch gibt es Anzeichen dafür, dass mehr dahinter steckt.

Die andere Alternative, die dem Mediziner Toshio Ozaki durch den Kopf geht, ist eine Sommergrippe. Doch obwohl die Symptome einer Grippe bei weiteren Anwohnern auftreten, ist der Verlauf dieser ominösen Erkrankung nicht typisch für eine Sommergrippe und endet erschreckend schnell tödlich. So steht für den Leser schnell fest, dass die Todesfälle nicht auf eine natürliche Ursache zurückzuführen sind. Dabei wird einem von der Autorin sehr früh die Familie Kirishiki - inklusive ihres überaus entgegenkommenden Dieners - als potenzielle Verdächtige präsentiert. Außerdem wird von einem erhöhten Aufkommen von "wilden Hunden" berichtet, welche sich zum Teil auch an den Verstorbenen gelabt haben, bevor diese gefunden wurden. All dies bietet der Fantasie des Lesers einige Möglichkeiten, um eigene Theorien rund um die Vorfälle in Sotoba zu spinnen, und macht neugierig auf den weiteren Verlauf der Handlung.

Zeichnerisch herrschen in "Shi Ki" sehr gegensätzliche Eindrücke vor. Auf der einen Seite gibt es sehr detaillierte Darstellungen inklusive Madenbefall der Toten und recht realistisch gezeichnete (Neben-)Charaktere - vor allem, wenn es sich dabei um die älteren Anwohner des Ortes handelt. Auf der anderen Seite werden die jüngeren Figuren, die stärker im Mittelpunkt stehen, von Ryu Fujisaki stark überzeichnet. Das Ganze sorgt erst einmal für ein bedauerlich unharmonisches Gesamtbild. Trotzdem beweist Ryu Fujisaki immer wieder ein gutes Händchen beim Seitenaufbau und erzeugt durch zielsicheren Einsatz von Helligkeit und Schatten Atmosphäre. Insgesamt überwiegen beim Auftaktband von "Shi Ki" auf jeden Fall die positiven Aspekte - auch wenn der Preis mit 7,50 Euro, trotz des farbigen "Miniposters" am Anfang, etwas hoch ist.

Fazit:

Obwohl schon früh im ersten Band von "Shi Ki" die ersten Toten auftauchen, beginnt die Geschichte recht ruhig, sodass genügend Zeit bleibt, um die verschiedenen Figuren einzuführen. Dabei wird einem schnell klar, dass die tödliche Krankheit, die in Sotoba grassiert, wohl keine natürlichen Ursachen hat, während die neu zugezogene Familie Kirishiki als potenziell verdächtig präsentiert wird. So heizen die unterschiedlichen Andeutungen und Details die Spekulationen des Lesers an. Gleichzeitig unterstreichen atmosphärische Zeichnungen den Gruselfaktor der Geschichte. Einzig die Unausgewogenheit in den Charakterdarstellungen (sehr realistisch bei älteren Figuren, deutlich überzogen bei den jüngeren Personen, die stärker im Zentrum der Handlung stehen) trübt den guten ersten Eindruck.
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