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Tokage 01  Drucken E-Mail
Comics: Manga Horror & Mystery
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 29. September 2013

Tokage 01

Autor: Yak Haibara
Zeichner: Yak Haibara

Originaltitel: Tokage Vol. 1
Übersetzt von: Costa Caspary

Reihe: Tokage
1. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: April 2013
ISBN: 978-3-7704-8009-8
Preis: 7,00 EUR

194 Seiten
Inhalt
6.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
7.1

Wertung:
7.1
von 10
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Zum Inhalt:

Shinobus erste große Liebe Yuka stirbt. Doch kaum ist die Trauerfeier vorbei, erhebt sie sich von den Toten. Der Dämon Tokage wohnt nun in ihrem Körper. Er will nichts weiter als sterben, doch kann Shinobu seine Freundin ein zweites Mal verlieren?

Meinung:

"Tokage" von Yak Haibara gehört zu den Manga, die vom Leser erfordern, dass er viele Sachen einfach erst einmal hinnimmt - und das nicht nur, weil die Handlung auf einer bekannten japanischen Legende rund um einen Echsengeist basiert. Die dreiteilige Serie erzählt die Geschichte des verfluchten Tokage, der nicht sterben kann und deshalb immer wieder einen neuen Körper besetzen muss. Nach dem Tod seines letzten Wirtes entscheidet sich der Echsengeist für den Körper der gerade bei einem Verkehrsunfall verstorbenen Yuka. Dabei ist es ihm vor allem wichtig, dass der Körper des Mädchens bei dem Unfall kaum versehrt wurde. So kommt es, dass kurz nach der Trauerfeier in einem Tempel die tote Yuka - zum großen Entsetzen ihres Ziehbruders Shinobu - scheinbar wieder zum Leben erwacht.

Doch schnell wird für Shinobu und Yukas Großvater, der ein Priester ist, klar, dass sie es mit einem Geist zu tun haben, der den Körper der Verstorbenen in Besitz genommen hat. Als Tokage zu flüchten versucht, wird er von dem Bannkreis, der rund um den Tempel besteht, daran gehindert. Noch bevor er sich mit Yukas trauernden Angehörigen auseinandersetzen kann, tauchen Angestellte einer mysteriösen Regierungsorganisation auf, die den Echsengeist (mitsamt des von ihm besessenen Körpers) vernichten wollen. Instinktiv geht Shinobu dazwischen, um seine geliebte Yuka zu retten, und wird so für Tokage zu einem Yori. Ein Yori ist eine Art "Energiespender", der es dem Echsengeist erlaubt, längere Zeit an seinem neuen Körper festzuhalten und bei Bedarf besondere Kräfte freizusetzen.

Insgesamt ist die Grundidee wirklich reizvoll und wirkt - zumindest in dieser Umsetzung - erfrischend unverbraucht. Auf der anderen Seite lässt Yak Haibara eine Menge Dinge erst einmal im Raum stehen, ohne auf Hintergründe oder Details einzugehen. So wird trotz diverser Erwähnungen des Fluchs, der Tokage getroffen hat, nicht genau klar, welchen Gesetzmäßigkeiten dieser unterworfen ist. Noch mehr Fragen wirft aber die Motivation der ominösen Regierungsorganisation auf, die den Tokage schon seit Jahrhunderten zu jagen scheint, da die einzige Begründung zu diesem Thema nicht sehr befriedigend ist.

Dafür ist es umso interessanter zu beobachten, wie sich das Benehmen des Tokage im Laufe dieses ersten Bandes verändert. Je länger er im Körper von Yuka verweilt und je mehr er von den Erinnerungen der verstorbenen Frau beeinflusst wird, desto fürsorglicher wird sein Benehmen. Doch besonders schön ist es, wie sich seine Beziehung zu Shinobu entwickelt. Für den Jungen ist die Situation schwierig, denn er muss nicht nur mit der Trauer um seine geliebte Pflegeschwester fertigwerden, sondern auch mit der befremdlichen Anwesenheit des unberechenbaren Echsengeists in dem Tempel, der sein Zuhause ist. So gibt es immer wieder amüsante oder anrührende Szenen zwischen den beiden, während Yukas Großvater wie ein Mentor über Shinobu und Tokage wacht.

Was die Zeichnungen angeht, so hebt sich "Tokage" deutlich von der Masse der Mangaveröffentlichungen ab. Yak Haibaras Stil besticht durch viele feine Linien, die den Darstellungen ein gewisse Leichtigkeit und Lebendigkeit verleihen, während größere Flächen in der Regel mit Rasterfolie und ohne besondere Blickfänge gestaltet werden. Auch bei den Hintergründen findet man keine ausgearbeiteten Details, sondern zum Teil eher skizzenhaft angerissene Kulissen, was dafür sorgt, dass sich die Aufmerksamkeit des Betrachters vollständig auf die Personen konzentriert, deren Emotionen im Mittelpunkt des Geschehens liegen. Actionreiche oder bedrohliche Szenen bzw. Momente, in denen die Vergangenheit des Tokage beleuchtet wird, bilden zu den leichten und eher hellen "Alltagsszenen" einen deutlichen Kontrast und ziehen den Leser durch die düstere Atmosphäre und die dunklen Töne in ihren Bann.

Fazit:

Trotz eines Anfangs, der noch einige Fragen offen lässt, bietet "Tokage" von Yak Haibara eine ansprechende und faszinierende Abwechslung zum Gros der Mangaveröffentlichungen. Die Geschichte rund um den Echsengeist, der im Körper der gerade verstorbenen Yuka Zuflucht findet, bietet sowohl spannende und actionreiche Szenen als auch berührende und nachdenkliche Momente. Auch der ansprechende Zeichenstil von Yak Haibara hebt sich mit seinen feinen Linien und der Konzentration auf die einzelnen Charaktere deutlich vom Durchschnitt ab.
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