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Noragami 01  Drucken E-Mail
Comics: Manga Fantasy & Sci-Fi
Geschrieben von Konstanze Tants   
Freitag, 31. Mai 2013

Noragami 01

Autor: Adachitoka
Zeichner: Adachitoka

Originaltitel: Noragami Vol. 01
Übersetzt von: Ai Aoki

Reihe: Noragami
1. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: April 2013
ISBN: 978-3-7704-7944-3
Preis: 7,50 EUR

194 Seiten
Inhalt
7.0
Zeichnungen
7.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
7.1

Wertung:
7.1
von 10
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Zum Inhalt:

"Ob im Frühling, Sommer oder Winter - Ich löse deine Probleme!", steht an die Wand der Schultoilette gekritzelt und die verzweifelte Mutsumi wählt die angegebene Telefonnummer. Yato, ein Junge im Jogginganzug, erscheint, ohne echten Job oder Wohnsitz. Er ist derb, er ist frech und ... hält sich für einen Gott! So ganz weit hergeholt scheint das aber gar nicht zu sein, denn Yato kann jenen bösen Geistern, die zwischen Diesseits und Jenseits umherspuken, ganz gehörig einheizen!

Meinung:

Die Reihe "Noragami" aus der Feder von Adachitoka (Pseudonym der beiden Zeichnerinnen Adachi und Tokashiki) beginnt in einer Schultoilette, in der eine Schülerin verzweifelt vor sich hinweint, weil sie gemobbt wurde. Dabei dient die Einstiegsgeschichte rund um die Schülerin Mutsumi, die während der Prüfungszeit von ihren Mitschülerinnen tagtäglich psychisch fertig gemacht wird, nur als eine Möglichkeit, um dem Leser den ungewöhnlichen Gott Yato näher zu bringen. Yato ist ein sehr unbekannter Gott, der alles dafür tut, um zu mehr Ruhm - und somit auch zu mehr Anhängern - zu kommen. Deshalb hinterlässt er seine Handynummern an allen möglichen Orten, in der Hoffnung, dass jemand ihn anruft und um Hilfe bittet.

Für den symbolischen Preis von 5 Yen steht er jedem zur Verfügung, der in Not geraten ist. Dabei muss sich Yato nicht nur mit Aufgaben herumschlagen, die nicht gerade von göttlicher Art sind, sondern hat auch immer wieder Probleme, seine Natur als Kriegsgott mit den Vorstellungen von Hilfe zu vereinbaren, die seine Auftraggeber an ihn haben. So ist sein erster Impuls, Mutsumis Mitschülerinnen zu töten, damit das Mobbing aufhört - eine Lösung, die dem Mädchen trotz aller Qualen doch nicht so recht behagen mag. Schnell wird klar, dass auch Yatos Shiki (aus der Seele eines Toten entstandene göttliche Waffe) nur selten mit den impulsiven Handlungen des überheblichen Gottes einverstanden ist und dass Yato noch einen langen Weg vor sich hat, bis er seine Ziele erreichen wird.

Auf den ersten Blick scheint Yato einfach nur schrecklich ungeduldig, überheblich, verletztend und alles andere als sympathisch zu sein, während im Leser schnell Mitleid für seine Shikki aufkommt, die Tag für Tag dafür sorgen muss, dass ihr Gott seine Aufgaben auch richtig erfüllt. Dabei kommt es zwar aufgrund von Yatos unsensiblem Wesen immer wieder zu amüsanten Zwischenfällen, aber so ganz kann einen dieses erste Kapitel noch nicht recht überzeugen. Erst im Laufe der weiteren Handlung weckt "Noragami" die Neugier des Lesers auf die Hintergründe der Story und die weiteren Entwicklungen der Charaktere.

So oberflächlich Yatos Ziele zu sein scheinen, da er nichts anderes im Kopf hat als genügend Geld zu verdienen, um sich einen Tempel zu leisten:Schon bald wird deutlich, wie wichtig seine Rolle in der Welt eigentlich ist. Er ist es, der die Menschen immer wieder vor Dämonen beschützen muss - eine Herausforderung, die er nur dann schaffen kann, wenn er aufgrund einer größeren Gruppe Anhänger auch größere Kräfte gesammelt hat. Und so oberflächlich er anfangs zu sein scheint, gibt es doch im Laufe des Manga immer wieder Momente, in denen der freche Gott zeigt, dass er sensibler und verantwortungsbewusster ist, als er wirkt - was ihn deutlich sympathischer wirken lässt.

Im zweiten Kapitel bekommt Yato dann mit der tapferen und hilfsbereiten Hiyori einen passenden Gegenpart. Die Schülerin wird durch einen Unfall zu einem Teil von Yatos Welt und benötigt dringend seine Hilfe, um mit all den Gefahren fertig zu werden, die dort auf sie warten. Durch ihre Augen lernt man den Gott von seiner besten Seite kennen, wobei auch Hiyori für so einige amüsante Szenen gut ist, wenn sie sich in ihrer Naivität mal wieder in Schwierigkeiten bringt. So verspricht dieser erste Ausflug in Yatos und Hiyoris Welt dem Leser eine wirklich amüsante Geschichte voller übernatürlicher Elemente und Dämonen, die im Laufe der Zeit durch ein paar etwas ernsthaftere und nachdenkliche Momente vor Oberflächlichkeit bewahrt wird.

Auch von den Zeichnungen her muss sich "Noragami" erst entwickeln. Die Charaktere sind von Anfang an liebevoll und detailliert gestaltet, während die Hintergründe im ersten Kapitel nicht besonders ins Auge fallen. Aber je mehr Dämonen in der Handlung auftauchen und je mehr Facetten die Figuren im Laufe der Geschichte zeigen können, desto mehr sprechen einen die Darstellungen der beiden Zeichnerinnen an. Und auch die Kulissen werden gegen Ende des Manga atmosphärischer und detaillierter ausgearbeitet, was die jeweiligen Handlungsentwicklungen schön unterstreicht.

Fazit:

Der erste "Noragami"-Band von Adachitoka ist kein Manga, der einen auf den ersten Blick umwirft. Aber sowohl die Geschichte als auch die Zeichnungen entwickeln sich im Laufe der Handlung zu einem überzeugenden Gesamtwerk. Vor allem die Hauptfigur, der unsensible Kriegsgott Yato, wirkt am Anfang nicht sehr sympathisch, zeigt aber später Facetten, die beweisen, dass seine Figur noch deutlich mehr zu bieten hat. Doch vor allem die fantastische und dämonenbevölkerte Welt, die die beiden Mangaka mit ihren atmosphärischen Zeichnungen am Ende dieses Bandes darstellen, die amüsanten Begebenheiten zwischen Yato und seinen menschlichen Auftraggebern sowie Figuren wie die sympathische Hiyori machen einen neugierig auf die weitere Entwicklung der Geschichte.
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