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Ultimo 01  Drucken E-Mail
Comics: Manga Allgemeines
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 19. Mai 2013

Ultimo 01

Autor: Stan Lee
Zeichner: Hiroyuki Takei

Originaltitel: Karakuri Doji Ultimo Vol. 1
Übersetzt von: John Schmitt-Weigand

Reihe: Ultimo
1. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Oktober 2012
ISBN: 978-3-7704-7763-0
Preis: 7,00 EUR

208 Seiten
Inhalt
7.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.6

Wertung:
7.6
von 10
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Zum Inhalt:

Kyoto im 12. Jahrhundert: Der Bandit Yamato überfällt einen reisenden Händler. Aber zur Überraschung Yamatos finden sich auf dem Wagen des Händlers nur zwei Kisten mit wunderschönen lebensgroßen Puppen. Noch größer wird das Erstaunen, als sich die Puppen plötzlich bewegen.
Gegenwart: In einem Antiquitätenladen trifft der Oberschüler Yamato auf Ultimo, einen "guten" Karakuri-Doji. Der Jahrhunderte verbindende Mythos vom "guten" und "bösen" Karakuri-Doji beginnt ...

Meinung:

Die Mangareihe "Ultimo" ist eine Gemeinschaftsproduktion des japanischen Mangaka Hiroyuki Takei und der amerikanischen Comic-Legende Stan Lee, dem Schöpfer zahlloser Figuren im Marvel-Universum. Dabei wird die Handlung in "Ultimo" auf zwei Ebenen erzählt: Auf der einen Seite beginnt die Geschichte im historischen Japan, wo der Bandit Yamato gemeinsam mit seiner Räuberbande einen europäischen Reisenden überfällt. Dieser heißt Dunstan, ist ein Puppenbauer und auf seinem Wagen transportiert der mysteriöse Mann zwei Karakuri-Doji, die auf der einen Seite für das absolute Böse und auf der anderen Seite für das absolute Gute stehen. Durch Yamatos Handlungen werden die beiden Puppen zum Leben erweckt und es beginnt ein schrecklicher Kampf des Guten in Form von "Ultimo" gegen das Böse in Form des "Vice".

Auch in der Gegenwart gibt es einen Yamato, der die Reinkarnation des Banditen zu sein scheint. Der Schüler führt ein etwas chaotisches Leben, ist aber bei seinen Mitschülern recht beliebt. Als er ein Geburtstagsgeschenk für eine Freundin sucht, stolpert er in einem Antiquitätenladen über eine merkwürdige Puppe, die in seiner Gegenwart zum Leben erwacht. Während Ultimo sich an jedes Detail der Vergangenheit erinnern kann, ist Yamato nur noch verwirrt. Doch bevor er noch mehr über Ultimo, die Geschehnisse im historischen Japan und den durch Dunstan angezettelten Kampf erfahren kann, muss sich Yamato in der Gegenwart auch schon gegen Angriffe von Vice und seinem neuen Herrn wehren.

Obwohl Stan Lee (angeblich) für die Handlung federführend war, spürt man von seinem Einfluss nur wenig. Stattdessen gibt es erstaunliche Parallelen zwischen "Ultimo" und "Shaman King", der Reihe, mit der Hiroyuki Takei bekannt geworden ist. In "Ultimo" sind es zwar keine Schamanen, die gemeinsam mit ihren Schutzgeistern um die Herrschaft der Welt kämpfen, dafür treten Menschen, die ein Karakuri-Doji ihr Eigen nennen, gegeneinander an. Jeder von ihnen wird von einer anderen Motivation beherrscht und während Yamatos Gegner eher an ihr eigenes Wohlergehen, ihre Macht oder ihren Reichtum denken, wird der junge Mann gegen seinen Willen in diesen jahrhundertealten Kampf hineingezogen. Wenn er nichts unternimmt, werden diejenigen, die ihm am Herzen liegen, unter den Handlungen seiner Gegner leiden.

Wie Yo Asakura bei "Shaman King" hat auch Yamato - sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart - treue Freunde, die an seiner Seite stehen. Ebenso erinnern gewisse humorvolle Elemente (wie der Bösewicht, der über seine Oma redet) an so manche unterhaltsame Szene aus "Shaman King", ebenso wie der kleine, pflichtbewusste Freund, der Yamato sein Wissen und seine Ressourcen zur Verfügung stellt. Hiroyuki Takeis Zeichnungen sind in "Ultimo" merklich härter als in "Shaman King", auch wenn sein Zeichenstil auch hier wieder deutlich zu erkennen ist. Dabei glänzt der Manga sowohl mit actionreichen und rasanten Auseinandersetzungen als auch mit leisen Momenten, aber auch der - teils schon etwas pubertär wirkende - Humor kommt nicht zu kurz.

Die undurchsichtigste Figur in der Handlung ist eindeutig Dunstan, der nach dem Vorbild von Stan Lee geschaffen wurde. Und so wie der Amerikaner die Handlung entworfen hat, ist es auch der Puppenbauer, der in der Geschichte die Fäden in der Hand hält. Schon in der Vergangenheit sorgt Dunstan für überraschende Wendungen und Herausforderungen für den Protagonisten, und in der Gegenwart überfordern die manipulativen Eingriffe des Mannes den naiven Yamato eindeutig. So führt ein überraschendes Angebot von Dunstan zu einem spannenden Cliffhanger am Ende des ersten Bandes.

Fazit:

Mit dem ersten Band von "Ultimo" haben der amerikanische Comicautor Stan Lee und der japanische Mangaka Hiroyuki Takei einen Serienauftakt geschaffen, der eine actionreiche und witzige Geschichte verspricht. Dabei erinnert die Handlung in einigen Details an Hiroyuki Takeis Reihe "Shaman King", obwohl die Handlung deutlich zügiger abläuft. Auch bei den Zeichnungen kommt diese Stiländerung zum Tragen, was zu einem stimmigen und sehr reizvollen Gesamteindruck führt. Daneben sorgen die sympathischen Charaktere, die diversen Andeutungen zu den Hintergründen der Geschichte und die rasante Entwicklung der Handung für Spannung und Neugier beim Leser.
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