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Angelfire 1: Meine Seele gehört dir  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Jana Witte   
Samstag, 9. Februar 2013

Angelfire 1: Meine Seele gehört dir

Originaltitel: Angelfire
Übersetzt von: Inge Wehrmann

Reihe: Angelfire
1. Band der Reihe

Verlag: Page & Turner
Erschienen: Oktober 2011
ISBN: 978-3-442-20394-9
Preis: 17,99 EUR

416 Seiten
Inhalt
6.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
6.1

Wertung:
6.1
von 10
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Zum Inhalt:

Sie ist stark. Sie ist kämpferisch. Nur sie kann die Welt retten.
Zuerst kamen die Albträume. Jede Nacht wurde Ellie von ihnen heimgesucht. Schreckliche Wesen verfolgen und töten sie dann. Aber sind es tatsächlich Träume - oder nicht doch Erinnerungen? Und dann ist da dieser mysteriöse Fremde, Will. Es kommt ihr vor, als würde ihre Seele ihn wiedererkennen. Und wirklich weiß er mehr über sie als sie selbst - denn er offenbart ihr, dass sie magische Kräfte besitzt, an die sie sich nicht mehr erinnern kann. Und dass die Wesen in ihren Träumen schreckliche Realität sind, finstere Kreaturen, die es auf die Seelen der Menschen abgesehen haben. Ellie ist die Einzige, die den Kampf gegen sie aufnehmen und ihnen Einhalt gebieten kann. Doch zuerst muss sie sich ihrer eigenen Vergangenheit stellen, auch wenn die Erinnerungen daran fast schmerzlicher sind, als sie ertragen kann.

Meinung:

Ellie ist ein ganz normales Mädchen, das mit seinen Freunden abhängt, mehr oder weniger gut in der Schule ist und bald seinen 17. Geburtstag mit einer Party feiern will. Wenn da nur nicht die Albträume wären, in denen dämonische Seelenfresser namens Reaper vorkommen. Ellie lernt jedoch sehr schnell, dass diese Reaper sehr real und die Albträume tatsächlich Erinnerungen sind. Wie sie von Will, einem rund 20-jährigen attraktiven Mann, erfährt, soll sie die Preliatin sein: Die eine Auserwählte, die immer wiedergeboren wird, um Reaper zu töten. Will stellt sich als ihr Beschützer vor, der die Kräfte der Preliation an ihrem 17. Geburtstag erweckt.

Trotz anfänglichen Misstrauens bleibt Ellie kaum etwas anderes übrig, als ihm zu glauben. Denn dämonische Reaper, die die Seelen der von ihnen getöteten Menschen direkt in die Hölle schicken, beginnen mit der Jagd auf sie. Sehr schnell finden sich Ellie und Will in Kämpfen auf Leben und Tod wieder. Zwar kann Ellie instinktiv ihre mit mystischem Engelsfeuer versehenen Schwerter rufen und deshalb die ersten Angriffe abwehren, doch für die Auserwählte und ihren Beschützer stellt sich die beunruhigende Frage, warum sich Ellie aus eigener Kraft kaum an ihr Erbe und ihre früheren Erfahrungen erinnern kann. Und die Zeit drängt, denn mächtigere Reaper als die bisherigen Angreifer schmieden bereits Pläne, um die Preliatin zu vernichten.

"Angelfire" von Courtney Allison Moulton ist Debütroman und Auftaktband einer Trilogie in einem. Die Autorin hat sich hierfür von verschiedenen Engelsmythologien inspirieren lassen, wie der Rebellion Luzifers gegen Gott und ihre Auswirkungen. Diese Hintergründe werden im Roman hauptsächlich von Will dargelegt, das aktuelle Geschehen wird hingegen aus Ellies Perspektive beschrieben. Als Leser nimmt man die Geschichte also gleich durch zwei Filter wahr: Will wählt aus, was er Ellie - und somit dem Leser - erzählt und Ellies Wahrnehmung ist zudem subjektiv gefärbt.

Hierdurch bleibt dem Leser Raum, um über Wills Motivation oder die tatsächlichen Hintergründe zu spekulieren. Außerdem erhält Ellie durch die zwei Aspekte ihres Charakters Tiefe: Sie ist zwar die Preliatin und eine Kriegerin, aber sie ist auch das 17-jährige Mädchen, das zur Schule geht und familiäre Probleme hat. Sie entwickelt ein Pflichtgefühl in ihrer Eigenschaft als Auserwählte und möchte auch mit ihren Freunden losziehen. Und sie fühlt sich zu dem plötzlich aufgetauchten Will hingezogen.

Auch wenn diese Ansätze - besonders Umfeld und Berufung der Protagonistin und das Mysteriöse ihres für sie attraktiven Beschützers - nicht neu sind und Kenner z. B. an den Plot der Fernsehserie "Buffy - Im Bann der Dämonen" erinnern, machen sie das Buch im Zusammenhang mit der Engelsmythologie interessant. Denn gerade die Ambivalenz macht Ellies Figur lebendig und es fällt nicht schwer, ihre Angst vor sich selbst, ihre Verwirrung und ihren Ärger gegenüber ihrem Vater, die Angst um ihre Lieben angesichts der unvorhersagbaren Angriffe der Reaper oder die Anziehung, die Will auf sie ausübt, nachzuvollziehen. Ganz klar möchte die 17-Jährige trotz all ihrer Probleme lieber ein normales Leben führen, statt Reaper zu töten. Und es fühlt sich auch richtig an, dass sie als ständig wiedergeborene kämpfende Preliatin zumindest instinktiv bei Reaperangriffen handelt.

Doch das Debüt von Courtney Allison Moulton wirkt nicht ganz homogen. So erscheint der Szenenablauf manchmal seltsam, etwa wenn Ellie Will fragt "Wie wurde ich erschaffen?". Zu diesem Zeitpunkt weiß Ellie zwar, dass sie die Auserwählte ist - eigene Erinnerungen sind kaum vorhanden - und sie lernt erstmals mehr über dämonische Reaper, dennoch erscheint es aber merkwürdig, dass die 17-JJährige zu diesem Zeitpunkt "die Preliatin" als etwas ansieht, das man erschaffen hatte, statt dass sie geboren wurde. Es gibt weitere Merkwürdigkeiten im Roman, wobei dem Leser der deutschen Ausgabe nicht klar wird, ob diese von der Autorin oder der Übersetzerin stammen. So schauen sich zum Beispiel Ellie und ihre Freunde "Halloween im Original" an.

Bei anderer Gelegenheit bricht Ellies Wirbelsäule während eines Kampfes und doch steht sie fast umgehend danach wieder auf. Da die Autorin die unverzügliche Heilung - auch von Knochenbrüchen - der Preliatin bereits etabliert hat, wäre die Szene an sich nicht bemerkenswert. Nur wird kurz darauf Ellies Handgelenk gebrochen, wobei in dieser Szene die Dauer der Heilung und die Schmerzhaftigkeit betont wird. Diese Vorkommnisse lassen den Leser stutzen und sich wundern.

Im Übrigen unterhält aber die zwischen temporeicher Action und Sozialleben wechselnde Geschichte. Der Autorin gelingt es gut, nicht nur die Verbindung zwischen Will und Ellie an sich zu beschreiben, sondern auch ihre Intensivierung zu transportieren. Ebenso vermittelt Courtney Allison Moulton die dringende Notwendigkeit, dass sich Ellie ihrer Fähigkeiten als Präliatin bewusst werden muss, wozu unter anderem die interviewartigen Erklärungsdialoge zwischen Ellie und Will beitragen.

Fazit:

Mit "Angelfire", dem ersten Band einer gleichnamigen neuen Trilogie, führt die Autorin den Charakter der Präleatin Ellie vor dem Hintergrund der Engelsmythologie ein. Sie ist nicht nur die immer wiedergeborene Kriegerin, die dämonische Seelenfresser vernichten kann, sondern auch ein menschlicher Teenager mit sozialen Bindungen. Obwohl diese Ansätze nicht gänzlich neu sind und dieses Autorendebüt nicht ganz homogen erscheint - was zum Teil am Szenenaufbau, zum Teil an Widersprüchlichkeiten innerhalb des Textes liegt -, hat die Autorin eine grundsätzlich stimmige und unterhaltsame Geschichte mit Fantasy-, Action- und Romance-Elementen geschaffen.
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