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Limit 1  Drucken E-Mail
Comics: Manga Horror & Mystery
Geschrieben von Konstanze Tants   
Montag, 28. Januar 2013

Limit 1

Autor: Keiko Suenobu
Zeichner: Keiko Suenobu

Originaltitel: Limit Vol. 1
Übersetzt von: Claudia Peter

Reihe: Limit
1. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Oktober 2012
ISBN: 978-3-7704-7873-6
Preis: 6,50 EUR

192 Seiten
Inhalt
8.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.0

Wertung:
8.0
von 10
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Zum Inhalt:

Konno geht in die Oberschule und ist sehr beliebt, während Morishige von der Klasse gemobbt wird. Auf dem Weg in ein Camp verunglückt der Bus und nur fünf Mädchen, darunter Konno und Morishige, überleben. Gefangen in einer tiefen Schlucht und ohne Hoffnung auf eine schnelle Rettung steht die Welt der fünf Mädchen auf einmal Kopf. Denn Morishige hat nicht nur die einzige Waffe an sich gebracht, sondern scheint auch fest entschlossen zu sein, sich für jedes ihr zugefügte Unrecht in der Vergangenheit zu revanchieren ...

Meinung:

Die Mangaka Keiko Suenobu nimmt sich bei ihrem ersten Band der sechsteiligen Reihe "Limit" Zeit, um die verschiedenen Charaktere in ihrem Schulalltag vorzustellen. Gemeinsam mit Mizuki Konno geht der Leser zur Schule und erfährt so schon viel über die Persönlichkeit des Mädchens. Konno ist kein gleichgültiger Mensch und macht sich zum Beispiel Gedanken über einen Mann, der am Wegrand liegt, aber sie verschließt bewusst die Augen vor solchen Situationen und versucht, ihr Leben zu leben, ohne anzuecken. Dabei bewundert sie Mädchen wie ihre Mitschülerin Chieka Kamiya, die sich für andere einsetzt und immer versucht, das Richtige zu tun.

Insgesamt scheint Konno mit ihrem Verhalten ganz gut in der Schule durchzukommen. Sie gehört zu einer Gruppe von beliebten Mädchen rund um die extrovertierte Sakura und genießt das Zusammensein mit diesen Freundinnen. Außerdem hat sie gute Noten und muss sich deshalb um ihre Zukunft keine Gedanken machen. Nur hier und da, wenn sie zum Beispiel miterlebt, wie ihre Freundinnen die mollige und schüchterne Arisa Morishige mobben, flackert in Konno der Verdacht auf, dass ihr Benehmen recht egoistisch ist. Doch solche Gedanken werden schnell von ihr unterdrückt, würden sie sie doch zwingen, sich gegen die Masse zu stellen - und sich dadurch selbst angreifbar zu machen.

Erst als es auf dem Weg zu einer Klassenfreizeit zu einem schrecklichen Unglück kommt, bei dem fast alle Businsassen getötet werden, muss Konno ihr Verhalten überdenken. Nur fünf Mädchen haben den Sturz des Busses in einen Abgrund überlebt, darunter Konno, Kamiya und Morishige sowie Sakuras beste Freundin Haru und die verletzte Chikage Usui. Nachdem schnell feststeht, dass die Mädchen keine Möglichkeit haben, Hilfe zu rufen oder sich selbst aus dieser Situation zu befreien, müssen sie davon ausgehen, dass sie für Tage in diesem unwegsamen Gelände feststecken. An Nahrungsmitteln bleibt ihnen nur das bisschen, was sie aus dem Gepäck ihrer toten Mitschülerinnen zusammensuchen können.

So ist es kein Wunder, dass die Situation innerhalb weniger Stunden eskaliert. Dank einer Sichel, die sie im Bus gefunden hat, schwingt sich Arisa Morishige zur Herrscherin über die anderen Mädchen auf. Und während die Gedanken aller anderen vor allem damit beschäftigt sind zu überleben, ist Morishige davon besessen, sich an den anderen für die grausame Behandlung der letzten Jahre zu rächen. Das jahrelange Mobbing hat seine Spuren bei dem Mädchen hinterlassen, und nun sieht es in dem Busunglück eine Strafe Gottes für die Dinge, die ihm angetan wurden. Dabei gelingt es Keiko Suenobu, die Situation immer weiter zuzuspitzen, sodass der Leser schon am Ende des ersten Bandes um das Leben der anderen vier Überlebenden bangen muss.

Sehr schnell muss Konno lernen, dass in so einer Situation auf frühere Freundschaften kein Verlass ist. Einzig Chieka Kamiya scheint in diesem Notfall zu wissen, was zu tun ist, doch in ihrem Pragmatismus wirkt das Mädchen unmenschlich kühl, während Morishige in ihrem Rachedurst ein erschreckend psychopathisches Benehmen an den Tag legt. Keiko Suenobu stellt diese extremen Charakterentwicklungen trotz der kurzen Zeit, in der sie vonstattengehen, überzeugend dar. Aufgrund der diversen Probleme in ihrer gemeinsamen Vergangenheit gelingt es den Mädchen nicht, zusammenzurücken und sich gegenseitig zu unterstützen, sondern all die Aversionen, Ängste und Kränkungen sorgen für überspitzte Reaktionen und wecken in einigen von ihnen sogar die Bereitschaft zu töten.

Die Mangaka zwingt ihre Leser nicht nur dazu, das eigene Verhalten gegenüber anderen zu überdenken, sondern schafft auch einen fesselnden Auftakt für ihre Geschichte. Das extreme Benehmen der verunglückten Mädchen sowie die Fragen, ob die fünf in absehbarer Zeit gerettet werden und wie weit die Schülerinnen wohl in dieser Situation gehen werden, lassen den Leser auch lange nach dem Lesen von "Limit" nicht los. Unterstützt wird die Handlung dabei von den ausdrucksstarken und atmosphärischen Zeichnungen von Keiko Suenobu.

Die Mangaka zeigt nur zu deutlich die hässlichen kleinen Momente, über die die meisten Menschen im Alltag hinwegsehen, und scheut sich nicht vor realistischen Darstellungen, wenn es um das Busunglück und seine Folgen geht. Dabei entsteht der Sog beim Lesen weniger aus den Bildern, in denen direkte Auseinandersetzungen gezeigt werden, sondern vor allem durch den intensiven Aufbau der Spannungen innerhalb der kleinen Gruppe. So kann man es kaum erwarten, den weiteren Verlauf der Geschichte zu verfolgen und herauszufinden, ob und wie die Mädchen mit Morishiges Durst nach Rache und ihren eigenen negativen Gefühlen fertigwerden.

Fazit:

Mit dem ersten Band von "Limit" hat Keiko Suenobu einen fesselnden Auftakt für ihre Geschichte rund um fünf Mädchen, die ein schreckliches Busunglück überleben, geschaffen. Der Kontrast zwischen Mizuki Konnos anscheinend harmonischem Schulleben und der Extremsituation, in der sich das Mädchen nach dem Unglück wiederfindet, übt ebenso einen unwiderstehlichen Reiz auf den Leser aus wie die Spannungen innerhalb der Gruppe der Überlebenden. Vor allem die sich nahe dem Wahnsinn befindliche Airsa Morishige, die sich nun in einer Position sieht, in der sie sich für all das ihr angetane Leid rächen kann, sorgt für erschütternde und beängstigende Entwicklungen in der Geschichte. Dabei wird der beklemmende Eindruck durch die aussagekräftigen Zeichnungen der Mangaka unterstützt, die nicht nur all die hässlichen kleinen Alltagsszenen, sondern auch die Gefühlsregungen ihrer Protagonistinnen realistisch darstellt.
Weiterführende Infos

 
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