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Das Winter­wunder von Friday Habor  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Liebe & Romantik
Geschrieben von Konstanze Tants   
Montag, 17. Dezember 2012

Das Winterwunder von Friday Habor

Originaltitel: Christmas Eve at Friday Harbor
Übersetzt von: Anita Sprungk

Reihe: Friday Harbor
1. Band der Reihe

Erschienen: November 2012
ISBN: 978-3-86278-483-7
Preis: 7,99 EUR

204 Seiten
Inhalt
6.0
Preis/Leistung
6.0
Gesamtwertung
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Wertung:
6.0
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Zum Inhalt:

MAGIC MIRRORS - In goldenen Lettern prangt der Name über dem Schaufenster. Und dieser Spielzeugladen bedeutet Maggie Collins alles. Nachdem ihr Mann vor zwei Jahren gestorben ist, wagt sie in Friday Harbor einen Neuanfang. Als dann der attraktive Mark mit seiner kleinen Nichte Holly das Geschäft betritt, ist Maggie wie verzaubert. Viel mehr als Spielzeug wünscht sich das kleine Mädchen eine Mami! Und ihr charmanter Onkel ... Kann es sein, dass das Schicksal Maggie diesen Mann geschickt hat? Aber nein, Mark ist allem Anschein nach vergeben. Und doch erobert nicht nur das kleine Mädchen Maggies Herz im Sturm. Wenn Mark ihre Gefühle erwidert, wäre das Winterwunder perfekt ...

Meinung:

Obwohl Lisa Kleypas vor allem für ihre historischen Liebesromane bekannt ist, schreibt die Autorin auch zeitgenössische Geschichten. So ist auch "Das Winterwunder von Friday Harbor", der erste Band einer (bislang) vierteiligen Reihe, kein historischer Roman. Die Handlung spielt auf einer Insel, auf der jeder Bewohner jeden kennt. Da ist es kein Wunder, dass Maggie Collins, die gerade erst nach Friday Harbor gezogen ist, Aufmerksamkeit erregt. Die junge Witwe hat vor zwei Jahren ihren geliebten Ehemann nach einer schweren Krankheit verloren und versucht nun einen neuen Anfang, indem sie ein ganz besonderes Spielzeuggeschäft eröffnet. Dort verkauft sie viele selbst gemachte Dinge, die die Fantasie der Kinder anregen sollen.

Während Maggie schon einmal eine große Liebe erlebt hat und immer noch um ihren Mann trauert, gehört Mark Nolan zu den Männern, die glauben, dass sie zur Liebe nicht fähig sind. Er und seine beiden Brüder Sam und Alex hatten - dank ihrer zerstrittenen Eltern - keine besonders schöne Kindheit und auch wenn er sich bemüht, für eine Beziehung offen zu sein, war er doch noch nie ernsthaft verliebt. Doch als seine Schwester Victoria stirbt und ihm ihre Tochter Holly überlässt, muss der sonst so nüchterne Mann feststellen, dass er doch in der Lage ist, starke Gefühle zu empfinden. Obwohl er seine Nichte Holly vor dem Tod von Victoria nur wenige Male gesehen hatte, schließt er das kleine Mädchen schnell in sein Herz und würde alles tun, um die Kleine glücklich zu sehen.

Doch trotz all seiner Bemühungen redet das kleine Mädchen, das nach dem Verlust der Mutter aufgehört hat zu sprechen, nicht mit ihm. Erst Maggie und dem fantasievollen Angebot in ihrem Laden gelingt es, näher an Holly heranzukommen. Und auch Mark fühlt in der Gegenwart der jungen Ladenbesitzerin ganz neue Gefühle, die nicht einmal seine Freundin Shelby in ihm auslösen konnte. Während Mark diesen ungewohnten Emotionen gegenüber Maggie misstraut und lieber versucht, auf rationalem Weg herauszufinden, ob Shelby eine gute Mutter für Holly wäre, ist auch Maggie nicht bereit für eine neue Beziehung, bei der wieder die Gefahr bestehen würde, einen geliebten Menschen zu verlieren.

Neu ist die Idee von der liebevollen, aber ängstlichen Frau und dem - scheinbar - beziehungsgestörten Mann für Liebesromane beim besten Willen nicht. Und der schmale Umfang der Geschichte bietet Lisa Kleypas auch kaum Raum, um die Figuren liebevoll auszuarbeiten und atmosphärische Details in der Handlung zu schaffen. Doch trotz aller Vorhersehbarkeit bietet "Das Winterwunder von Friday Harbor" eine unterhaltsame und anrührende Geschichte mit einigen amüsanten Momenten. Maggie und Mark sind dem Leser schnell sympathisch und ihre gemeinsame Sorge um Holly bietet der Autorin Raum für liebevoll beschriebene familiäre Szenen.

Besonders schön ist es in diesem Roman, dass die beiden Hauptfiguren sich - nachdem sie sich der besonderen Anziehung zwischen sich bewusst werden - nicht aus dem Weg gehen, sondern versuchen, erst einmal Freunde zu werden. Beiden ist klar, dass eine Beziehung zwischen ihnen unter den aktuellen Umständen (Mark mit Shelby liiert, Maggie immer noch in Trauer) nicht möglich ist, aber einen guten Freund können beide gebrauchen. So sorgt Lisa Kleypas über diese entstehende Freundschaft dafür, dass sich die Liebesgeschichte trotz ihrer Kürze für den Leser relativ stimmig entwickelt und nicht überhastet anfühlt. Doch vor allem sind es die kleinen Szenen mit Mark und seiner Familie, die die Geschichte so unterhaltsam werden lassen und die somit auch dafür sorgen, dass man sich am Ende dieses dünnen Buches fragt, wie es wohl Marks Brüdern in den weiteren Bände der Reihe ergehen wird.

Fazit:

Mit "Das Winterwunder von Friday Harbor" beweist Lisa Kleypas, dass sie nicht nur kurzweilige historische Liebesgeschichten zu schreiben vermag. Die Handlung rund um die verwitwete Maggie und den beziehungsgestörten Mark, der nach dem Tod der Schwester seine Nichte Holly aufziehen muss, bietet unterhaltsame und amüsante Lesestunden. Trotzdem hätte der Geschichte eine größere Seitenzahl gutgetan, denn in dieser Kürze kann die Autorin eine ihrer größten Stärken - eine glaubwürdige und tiefgehende Charakterentwicklung - kaum ausspielen. So hat man zwar nach dem Lesen dieses Romans eine nette Geschichte genossen, aber vor allem steht der Wunsch im Raum, doch mehr über die verschiedenen Figuren und ihre Beweggründe zu erfahren.
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