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Cyboria - Die geheime Stadt  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 2. Dezember 2012

Cyboria - Die geheime Stadt

Originaltitel: Cyboria - Il risveglio di Galeno
Übersetzt von: Ingrid Ickler

Untergenre: Abenteuerroman
Verlag: Baumhaus
Erschienen: November 2012
ISBN: 978-3-8432-1041-6
Preis: 8,99 EUR

317 Seiten
Inhalt
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.1

Wertung:
7.5
von 10
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Zum Inhalt:

Otto Folgore Perrotti ist dreizehn Jahre alt, als ihm sein Großvater auf dem Totenbett eine geheimnisvolle Schachtel und einen Brief übergibt. In diesem berichtet er seinem Enkel von der Legende um die Stadt Cyboria, die Anfang des 20. Jahrhunderts an einem unbekannten Ort erbaut worden sein soll - eine Stadt voller Maschinen und Roboter. Otto liebt Rätsel und ist so neugierig geworden, dass er sich mutig auf die abenteuerliche Suche nach Cyboria macht ...

Meinung:

Der Roman "Cyboria - Die geheime Stadt" von P.D. Baccalario beginnt mit einer rasanten Verfolgungsjagd, bei der der dreizehnjährige Otto auf seinem Fahrrad vor einigen Jungen fliehen muss - was ihm nur aufgrund seines Mutes und seines technischen Verständnisses gelingt. So lernt der Leser gleich die beiden herausstechendsten Eigenschaften des Schülers kennen. Schon von klein auf hat sich Otto mit mathematischen Rätseln sowie technischen und wissenschaftlichen Herausforderungen beschäftigt, und diese Leidenschaft teilt er mit seinem ebenfalls hochbegabten Großvater. Zu diesem hat der Junge ein besonders inniges Verhältnis, und so trifft es ihn tief, als der alte Mann zu Beginn der Geschichte stirbt.

Von seiner Trauer abgelenkt wird Otto durch einen Brief, in dem sein Großvater ihm ein Rätsel und einen geheimnisvollen Gegenstand hinterlässt, der schon seit Generationen in der Familie Folgore Perrotti weitergereicht wird. Gemeinsam mit seiner exzentrischen Tante, der Archäologin Medea, findet Otto heraus, dass das mysteriöse Ikosaeder ursprünglich seinem Vorfahren Atamante Folgore Perrotti gehört hatte. Dieser hätte - laut einem Tagebuch, das von seiner Frau hinterlassen wurde - im Jahre 1925 gemeinsam mit drei anerkannten Professoren und weiteren Studenten auf eine Reise nach Amerika gehen sollen. Doch Atamante hatte im letzten Moment auf die Überfahrt verzichtet, um gemeinsam mit seiner Familie in Italien zu bleiben, während die Gruppe von Wissenschaftlern bei einem Schiffsunglück ums Leben kam.

Erst nach und nach beschleicht Otto der Verdacht, dass es damals gar kein Schiffsunglück gegeben hat. Die drei Professoren und ihre handverlesenen Studenten träumten alle von einer utopischen Stadt, in der sich das gesamte Leben um die Freude an der Arbeit, der Entdeckung und der Technologie drehen sollte. Diese Stadt, Cyboria, sollte das Ideal eines jeden Wissenschaftlers werden und nur ausgewählte und hochbegabte Personen sollten an der Realisierung dieser Vision beteiligt werden. Für Otto steht bald fest, dass das Familienrätsel mit dem Standort von Cyboria zusammenhängt, und macht sich gemeinsam mit seiner Tante Medea und ihrem Freund Jago auf die Suche nach der Stadt.

Während der Junge und seine Begleiter zahlreiche mathematische und mechanische Rätsel zu lösen haben, um dem Geheimnis von Cyboria auf die Spur zu kommen, werden sie von dem Conte Liguana und seinem bedrohlich wirkenden Handlanger verfolgt. Der Conte schreckt nicht vor Gewalt zurück, um seine Ziele zu erreichen, und sorgt für einige unheimliche und gefährliche Momente. Er ist es auch, der Otto die größten Hindernisse in den Weg legt, während der Junge die Rätsel, die seine Familie seit Generationen nicht lösen konnte, doch mit erstaunlicher Leichtigkeit entschlüsselt bekommt. Oft reichen dem Jungen ein paar Minuten Bedenkzeit, um die nächste Herausforderung zu bestehen, was für den Leser weder besonders glaubwürdig noch sonderlich befriedigend ist.

Auf der anderen Seite drehen sich einige der Rätsel um Themengebiete, mit denen vermutlich eher wenige Leser im Zielgruppenalter etwas anfangen können. So sind es vor allem die Automaten und andere Erfindungen, denen Otto im Laufe der Zeit begegnet, die das Interesse des Lesers aufrecht erhalten. Der Ideenreichtum des Autors nimmt in diesem Bereich kein Ende und die atmosphärischen Beschreibungen der verschiedenen Orte tragen ebenfalls das ihre dazu bei, dass man die Geschichte am Liebsten in einem Stück durchlesen würde. Zusätzlich wachsen einem Otto und seine Tante schnell ans Herz, während man sich bei ihrem Freund Jago immer wieder fragen muss, ob er ein vertrauenswürdiger Verbündeter ist.

Fazit:

Auch wenn eine etwas weniger geradlinige Handlung und ein paar größere Herausforderungen für Otto die Geschichte noch interessanter gemacht hätten, ist "Cyboria - Die geheime Stadt" von P.C. Baccalario ein sehr unterhaltsamer Roman voller fantastischer Ideen. Vor allem die Vision der Wissenschaftler von der idealen Stadt und die verschiedenen Automaten, denen man im Laufe des Buches begegnet, üben einen großen Reiz auf den Leser auf und heizen seine Fantasie an. So begleitet man den sympathischen Otto gern auf seiner abenteuerlichen Reise und hofft mit ihm, dass er am Ende die mysteriöse Stadt Cyboria erreichen wird.
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