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Chroniken der Weltensucher 1: Die Stadt der Regenfresser  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Samstag, 17. November 2012

Chroniken der Weltensucher 1: Die Stadt der Regenfresser

1. Band der Reihe

Untergenre: Abenteuerroman
Verlag: Loewe
Erschienen: September 2009
ISBN: 978-3-7855-6574-2
Preis: 16,90 EUR

447 Seiten
Inhalt
6.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.2

Wertung:
6.2
von 10
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Zum Inhalt:

Eine Stadt in der Vertikalen, 3000 Meter über dem Meeresspiegel. Ein vergessenes Volk, bedroht durch eine unheimliche, archaische Macht. Und eine kleine Truppe von Abenteurern aus der alten Welt, zu allem entschlossen.

Dies ist die Geschichte des Carl Friedrich Donhauser, der sich selbst Humboldt nannte. Zusammen mit seinen Gefährten bereiste er die letzten noch nicht erforschten Orte dieser Erde. Er entdeckte vergessene Völker, schloss Freundschaften mit den fremdartigsten Geschöpfen, hob unvorstellbare Schätze und erlebte die haarsträubendsten Abenteuer. Viele seiner Entdeckungen und Erfindungen gehören noch heute zu unserem täglichen Leben. Warum er aber selbst in Vergessenheit geriet, das wird wohl immer ein Geheimnis bleiben.

Meinung:

Mit "Die Stadt der Regenfresser" bietet Thomas Thiemeyer den abenteuerlichen Auftakt der "Chroniken der Weltensucher", seiner ersten Abenteuerreihe für Jugendliche. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Oskar Wegener, eines jugendlichen Taschendiebs, der auf den Straßen von Berlin sein Geld "verdient". Schon auf den ersten Seiten stellt der Autor klar, dass Oskar ein gewitzter junger Mann ist, der nicht nur dank seiner flinken Finger, sondern auch dank seiner Intelligenz in seinem Fach bestehen kann. Trotzdem gelingt es ihm nicht sich aus dem Staub zu machen, nachdem er einen vornehmen Herren beraubt hat.

Statt mit dem Geldbeutel des Fremden flüchten zu können, wird er von diesem auf ungewöhnliche Art und Weise überwältigt und erhält wenig später sogar ein überraschendes Angebot. Der vornehme Herr stellt sich als Carl Friedrich Donhauser (genannt von Humboldt), Sohn des berühmten Alexander von Humboldt, vor und wie sein legendärer Vater ist auch er ein Naturforscher und Entdecker. Er bietet Oskar an, dass er seine Strafe für den versuchten Diebstahl bei ihm abarbeiten kann, in dem er von Humboldt als Diener auf seine nächste Expedition begleitet. Für Oskar, der schon lange von Abenteuern in fernen Ländern träumt, klingt die vorgeschlagene Stelle nur zu verlockend und so sieht sich der Junge wenig später auf den Weg nach Peru.

Neben Carl Friedrich von Humboldt gehören auch noch dessen Nichte Charlotte, die aus Haiti stammende Telepathin Eliza und der zutrauliche Kiwi Wilma zur Reisegesellschaft. Gemeinsam wollen die vier herausfinden, wo der verschwundene Fotograf Harry Boswell, dessen Reisetasche vor einiger Zeit an einem peruanischem Fluss gefunden wurde, Aufnahmen von geheimnisvollen Luftschiffen gemacht hat. Von Humboldt ist sich sicher, dass der Fotograf das legendäre Volk der Regenfresser gefunden und eine einmalige Entdeckung gemacht hat, die jedem Forscher zu Ruhm verhelfen könnte. Aber auch der amerikanische Journalist Max Pepper und die Söldnerin Valkrys Stone sind auf Boswells Spuren unterwegs und wild entschlossen von Humboldt zuvor zu kommen.

Mit leichter Feder erzählt Thomas Thiemeyer seine Abenteuergeschichte rund um ein vergessenes Volk in den Anden, die Nazca-Linien, Flugschiffe und monströse Insekten und bedient sich dabei immer wieder gekonnt bei bekannten Autoren dieses Genre wie Jules Verne oder Karl May. Doch so flüssig die Handlung von dem Autor erzählt wird, so stören auf Dauer doch die vielen Klischees, derer er sich bedient. So begegnen die Reisenden nicht nur einem korrupten Gouverneur, sondern treffen auch auf eine rachsüchtige Frau und hinter dem Volk der Regenfresser verbirgt sich eine verborgene und unvergleichliche Hochkultur. Sprachlich gibt es ebenfalls den einen oder anderen Kritikpunkt, so gleitet der Autor zum Beispiel immer wieder in einen etwas überzogenen Stil ab, den man eher in "Heftchenromanen" erwartet. Aber all das hindert den Leser nicht daran, sich durch diese fantastischen Geschichte gut unterhalten zu fühlen und Lust auf weitere Abenteuer zu entwickeln..

Zudem wachsen einem die verschiedenen Figuren schnell ans Herz, auch wenn es nicht schaden würde, wenn sie in den kommenden Romanen rund um die Expeditionen von von Humbold und seinen Reisegefährten noch etwas mehr Tiefe entwickeln würden. Dafür heizen die Szenen, in denen auf das Volk der Regenfresser, seine Kultur und seine technischen Entwicklungen eingegangen wird, die Fantasie des Lesers an. Thomas Thiemeyer mischt auf gelungene Weise reale Personen und Orte, ebenso wie wissenschaftliche Fakten mit eigenen Elementen. Welche Dinge in seiner Geschichte wirklich existiert haben, kann der interessierte Leser in einem Anhang am Ende des Romans nachschlagen. Zuletzt muss noch ein Wort über die liebevolle Gestaltung des Buches verloren werden: So ziert ein von Thomas Thiemeyer gemaltes Bild das Zentrum des Covers und der Loewe Verlag hat passend zur Atmosphäre der Geschichte noch eine wunderschöne Weltkarte eingefügt.

Fazit:

Obwohl "Die Stadt der Regenfresser", der erste Band der "Chroniken der Weltensucher", von Thomas Thiemeyer hier und da Anlass zu Kritik bietet, bekommt der Leser mit diesem Roman doch eine sehr unterhaltsame Abenteuergeschichte in die Hand. Die Ereignisse, die der junge Oskar gemeinsam mit dem Forscher Carl Friedrich von Humboldt in den Anden erlebt, erinnern an die klassischen Romane wie von Jules Verne. So befeuern Schilderungen von Luftschiffen, den Nazca-Linien, uralten Prophezeiungen und monströsen Gegner, die es zu besiegen gilt, die Fantasie des Lesers und machen - ebenso wie die sympathischen Charaktere - Lust auf weitere Abenteuer auf den Spuren der großen Naturforscher und Entdecker.
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