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Chroniken der Weltensucher 1: Die Stadt der Regenfresser (Hörbuch)  Drucken E-Mail
Hörbücher: Unterhaltung Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Freitag, 16. November 2012

Chroniken der Weltensucher 1: Die Stadt der Regenfresser

Gelesen von: Dietmar Wunder
Art der Lesung: gekürzt
Medienanzahl: 6 CDs

1. Teil der Reihe

Label: GoyaLiT
Untergenre: Abenteuergeschichte
Erschienen: September 2009
ISBN: 978-3-8337-2437-4
Preis: 14,99 EUR
Inhalt
6.0
Sprecher
6.0
Bearbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.6

Wertung:
6.6
von 10
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Zum Inhalt:

Eine Stadt in schwindelerregender Höhe, 3000 Meter über dem Meeresspiegel. Ein vergessenes Volk, bedroht durch eine unheimliche, archaische Macht. Nichts von dem hatte der Junge Oskar sich vorstellen können, als ihn der Berliner Entdecker Carl Friedrich Donhauser, der sich selbst Humboldt nennt, in seine Dienste nahm. Jetzt ist Oskar Teil einer unglaublichen Expedition ans andere Ende der Welt und soll mit seinen Gefährten eine uralte Prophezeiung erfüllen.

Meinung:

Mit "Die Stadt der Regenfresser" bietet GoyaLit die Hörbuchumsetzung des gleichnamigen Romans von Thomas Thiemeyer. Dabei kann gleich als erstes betont werden, dass die Bearbeitung für diese Ausgabe so geschickt vorgenommen wurden, dass eventuelle Veränderungen dem Hörer selbst dann kaum auffallen, wenn er die Handlung bereits aus dem Buch kennt. Die Geschichte spielt im Jahr 1893 und der Autor hat wunderbar die Stimmung dieser Zeit eingefangen. Noch gibt es einige unerforschte Flecken auf der Landkarte, und doch macht die Technik rasante Fortschritte, so dass einige der wissenschaftlichen Errungenschaften so manchem Menschen wie Magie erscheinen. In dieser Zeit lebt der Naturforscher und Entdecker Carl Friedrich Donhauser, der sich selbst "von Humboldt" nennt und behauptet, ein illegitimer Spross des berühmten Naturwissenschaftlers Alexander von Humboldt zu sein.

Als eines Tages der Taschendieb Oskar Wegener beschließt, Carl Friedrich von Humboldts Geldbörse zu stehlen, verändert dies sein ganzes Leben. Nur wenige Zeit später findet sich der jugendliche Dieb schon in Begleitung des Naturforschers, seiner Nichte Charlotte, der Haitianerin Eliza und des Kiwis Wilma auf dem Weg nach Peru. So erlebt der Hörer durch Oskars Augen die Abenteuer, die die Reisegesellschaft auf den Spuren des Fotografen Harry Boswell erlebt. Der Zeitungsmann hatte anscheinend vor seinem plötzlichen Verschwinden eine unglaubliche Entdeckung gemacht - zumindest legen dies ein paar Fotoplatten nahe, die in seiner Reisetasche am Ufer eines peruanischen Flusses gefunden wurden. Doch nicht nur von Humboldt ist auf der Suche nach Boswell und dem legendären Volk der Regenfresser: Der Journalist Max Pepper und die Söldnerin Valkrys Stone versuchen, ihm und seiner Truppe zuvorzukommen..

So müssen von Humboldt und seine Gefährten nicht nur gegen korrupte Regierungsbeamte und die unwegsame Wildnis ankämpfen, sondern sich auch vor ihren Verfolgern in Acht nehmen. Bei all diesen Erlebnissen bietet Thomas Thiemeyer dem Hörer eine fantastische Mischung aus realen Figuren, Orten und Fakten (ein paar davon werden im Booklet in einer kleinen "Encyclopedia Humboldtica" erklärt) und ganz eigenen Elementen, die die Erzählung vorantreiben. Langweilig wird die Geschichte in den fast sieben Stunden Laufzeit nicht, auch wenn die Handlung stellenweise etwas sehr vorhersehbar verläuft. Auch gibt es immer wieder einzelne Textpassagen, in denen die Sprache eher an einen "Heftroman" erinnert, was für ein Jugendbuch nicht ideal ist.

Insgesamt ist "Die Stadt der Regenfresser" ein stimmiger Versuch, eine ansprechende Geschichte im Stil klassischer Abenteuerromane zu erzählen. Immer wieder gelingt es Thomas Thiemeyer, wirklich fesselnde Szenarien zu entwerfen, auch wenn die Faszination hier weniger von der eigentlichen Handlung oder den sympathischen Figuren ausgeht als von den vielen kleinen Details, die die Atmosphäre des ausklingenden 19. Jahrhunderts entstehen lassen. Die erwähnten Erfindungen und Legenden heizen die Fantasie des Hörers ebenso an wie die diversen technischen Errungenschaften. So macht dieses Hörbuch trotz des einen oder anderen Kritikpunktes Lust auf weitere Abenteuer rund um den Naturforscher Carl Friedrich von Humboldt.

Gelesen wird die Geschichte von Dietmar Wunder, der nicht nur als Synchronstimme des Schauspielers Daniel Craig bekannt ist, sondern auch schon in diversen Hörbuchproduktionen mitgewirkt hat. Außerdem übernimmt der Sprecher in den neueren Hörspielen rund um John Sinclair die Rolle des Geisterjägers. Obwohl Dietmar Wunder "Die Stadt der Regenfresser" sehr atmosphärisch liest und den verschiedenen Figuren auf dezente, aber einprägsame Weise eine eigene Stimme verleiht, neigt er auch immer wieder zu leicht übertriebenen Betonungen, die der Geschichte mehr Pathos verleihen, als ihr guttut.

Fazit:

Das Hörbuch "Die Stadt der Regenfresser" bietet eine für diese Umsetzung behutsam angepasste Version der gleichnamigen Romans von Thomas Thiemeyer. Es gelingt dem Autor, den Hörer mit einer Mischung aus historischen Figuren, wissenschaftlichen Fakten und ganz eigenen Elementen eine fantastische Abenteuergeschichte zu erzählen, die immer wieder an die klassischen Geschichten dieses Genres erinnert. Obwohl es immer wieder Momente gibt, in denen diese Erzählung sprachlich nicht ganz überzeugen kann (was durch die Arbeit des Sprechers Dietmar Wunder leider auch noch besonders herausgestrichen wird) und in denen die Handlung etwas zu vorhersehbar wird, macht es Spaß, die Abenteuer des Forschers Carl Friedrich von Humboldt und seiner Reisegefährten zu verfolgen. So sind die Kritikpunkte doch nicht so gravierend, dass man nicht auf den nächsten Teil der "Chroniken der Weltensucher" hinfiebern würde.
Weiterführende Infos

 
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