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Steam & Magic: Feuerspiel  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Konstanze Tants   
Dienstag, 29. Januar 2013

Steam & Magic: Feuerspiel

Originaltitel: Steam & Sorcery - Gaslight Chronicles 1
Übersetzt von: Corinna Vierkant-Enßlin

1. Band der Reihe

Verlag: Heyne
Erschienen: Mai 2012
ISBN: 978-3-453-52990-8
Preis: 8,99 EUR

352 Seiten
Inhalt
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.1

Wertung:
7.1
von 10
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Zum Inhalt:

London, Mitte des 19. Jahrhunderts: Mit verwegenem Mut und ausgeklügelter Technologie jagt der charismatische Sir Merrick Hadrian alles, was sich zwischen dem Diesseits und dem Jenseits tummelt. Doch die fünf Straßenkinder, die er bei sich aufnimmt, bringen ihn an seine Grenzen. Seine Rettung: Die junge Gouvernante Caroline Bristol, die nicht nur Merriks Zöglinge vom ersten Augenblick an verzaubert. Als Dämonen der Unterwelt angreifen, muss das ungleiche Paar zusammenarbeiten - denn nur gemeinsam können sie die Stadt retten ...

Meinung:

Mit "Steam & Magic: Feuerspiel" bietet Cindy Spencer Pape dem Leser eine unterhaltsame Mischung aus historischem Liebesroman und Steampunk-Elementen. Dabei hat die Autorin eine Parallelwelt erschaffen, in der nicht nur übernatürliche Wesen wie Werwölfe und Vampire existieren, sondern auch Maschinen, die auf der gemeinsamen Arbeit von Lord Babbage und Ada Lovelace basieren. Während in unserer Realität die Rechenmaschine, an der Lord Babbage gearbeitet hat, nie fertiggestellt wurde, sorgte diese Erfindung in der Romanrealität für eine explosionsartige technische Entwicklung, sodass das Leben der Menschen in diesem Viktorianischen Zeitalter von mechanischen Hilfsmitteln bestimmt wird.

In dieser Welt existiert auch ein geheimnisvoller Orden, der auf die Ritter der Tafelrunde zurückzuführen ist. Aufgabe der Angehörigen dieses Ordens ist es, im Namen der Königin gegen die übernatürlichen Wesen zu kämpfen, die den Menschen Schaden zufügen. Dabei beherrscht jedes aktive Ordensmitglied Magie, die ihm überhaupt erst eine Chance bei den Auseinandersetzungen mit Vampiren und ähnlichen Gegnern verleiht. Auch Sir Merrick Hadrian ist ein Ritter des Ordens und hat schon viele Kämpfe überlebt. Doch als er eines Abends in einem der ärmsten Viertel Londons einen Informanten treffen will, wird er von einer Gruppe von Vampiren überfallen. Nur dem Eingreifen einer Bande von Straßenkindern verdankt es der Adlige, dass er unverletzt davonkommt.

Zu seiner großen Überraschung muss er feststellen, dass jedes dieser abgerissenen Kinder über eine magische Begabung verfügt. Um die fünf vor eventuellen weiteren Vampirangriffen zu beschützen und um ihre Fähigkeiten für den Orden auszubilden, nimmt Sir Merrick die Kinder in seinem Haus auf. Doch trotz der tatkräftigen Hilfe seiner Tante überfordert ihn das ungestüme Verhalten seiner neuen Familienangehörigen bald und so stellt er die junge Caroline Bristol als Gouvernante für seine Schützlinge ein. Für die junge Frau ist diese Anstellung ein Glücksfall, nachdem sie gerade erst ihre Stellung verloren hat, weil sie sich gegen die Aufdringlichkeiten ihres früheren Dienstherren zur Wehr gesetzt hatte.

Erzählt wird die Geschichte von Cindy Spencer Pape abwechselnd aus der Sicht des Ritters und der Gouvernante, wobei schnell feststeht, dass sich die beiden - wie durch Magie - sehr zueinander hingezogen fühlen. Doch Sir Merrick will eigentlich keine Beziehung eingehen, da seine Tätigkeiten für den Orden so gefährlich sind, dass er diese Ängste keiner Frau zumuten will. Caroline hingegen ist sich nur zu sehr bewusst, dass eine Gouvernante beim besten Willen keine standesgemäße Frau für einen Adligen wäre - und dass es besser wäre zu kündigen, bevor ihre gegenseitigen Gefühle sie zu einer Dummheit veranlassen.

Bei einer Autorin, die sich auf Liebesromane aller Art spezialisiert hat, ist es kein Wunder, dass sich auch in "Steam & Magic: Feuerspiel" die Handlung zu einem nicht unerheblichen Teil um die Beziehung zwischen Sir Merrick und Caroline dreht. Doch neben diesem Schwerpunkt bietet die Geschichte einen reizvollen historischen Hintergrund, bei dem die Reise mit Luftschiffen für die Menschen ebenso selbstverständlich ist wie die diversen mechanischen Helfer für den Alltag. Gerade dieser Bereich bietet Cindy Spencer Pape für weitere Geschichten (insgesamt fünf Romane sind bislang in den USA erschienen) noch viele Ausbaumöglichkeiten, die zu einer noch ausgeprägteren Steampunk-Atmosphäre beitragen könnten.

Zusätzlich zu der Liebesgeschichte und dem interessanten Hintergrund sorgen vor allem die verschiedenen Charaktere für unterhaltsame Lesemomente. Sir Merrick versammelt gleich zu Beginn der Geschichte eine bunte Personenmischung unter seinem Dach und jede einzelne Figur wird von der Autorin sehr schön ausgearbeitet. Neben seiner resoluten (und lesbischen) Tante und den verschiedenen sympathischen Dienstboten fallen vor allem die Kinder ins Auge und sorgen für einige amüsante Momente. Cindy Spencer Pape gelingt dabei überraschend gut die Balance zwischen kindgerechtem Verhalten und den Spuren, die das gefährliche Leben in einem Armenviertel Londons bei den fünfen hinterlassen hat.

Auch wenn die verschiedenen Schwerpunkte dieser Geschichte nicht immer ganz ausgewogen präsentiert werden und die - anfangs spannende - Handlung rund um die Verschwörung der Vampire etwas abrupt aufgelöst wird, bietet "Steam & Magic: Feuerspiel" eine unterhaltsame Mischung aus historischem Liebesroman (inklusive inzwischen obligatorischer Bettszene), Steampunk-Elementen und übernatürlichem Kriminalfall. Wer sich auf so eine bunte Mischung, sympathische Charaktere und einige amüsante und romantische Momente einlassen kann, der wird von diesem Roman gewiss nicht enttäuscht werden.

Fazit:

Mit "Steam & Magic: Feuerspiel" führt Cindy Spencer Pape den Leser in eine ungewöhnliche viktorianische Welt. Dabei liegt der Schwerpunkt der Handlung weniger auf den Steampunk-Aspekten als vielmehr auf der Liebesgeschichte zwischen den beiden Hauptfiguren Sir Merrick Hadrian und Caroline Bristol. Gewürzt wird diese Romanze durch Sir Merricks Ermittlungen gegen eine Bande von Vampiren und fünf Straßenkinder, die nicht nur sehr liebevoll und realistisch von der Autorin charakterisiert wurden, sondern die auch für so einige humorvolle Lesemomente sorgen.
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