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Eaglet 2  Drucken E-Mail
Comics: Manga Allgemeines
Geschrieben von Konstanze Tants   
Dienstag, 18. September 2012

Eaglet 2

Zeichner: Sanjirou Shirai

Originaltitel: Icho Eiyu Densetsu Vol. 2
Übersetzt von: Burkhard Höfler

Reihe: Eaglet
2. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Juni 2012
ISBN: 978-3-7704-7809-5
Preis: 6,50 EUR

192 Seiten
Inhalt
8.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.0

Wertung:
8.0
von 10
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Zum Inhalt:

Guo Jing und Huang Rong ziehen weiter, treffen auf einen gefürchteten und äußerst gefährliche Kämpferin und geraten in einen kuriosen Wettkampf, der sich als mörderisches und brutales Gemetzel entpuppt. Und natürlich will das Schicksal, dass auch Wanyang Kang an diesem Wettkampf teilnimmt ...

Meinung:

Im ersten Band der Serie "Eaglet" lernte der Leser den Kämpfer Guo Jing, seine Gefährtin Huang Rong und seinen Gegenspieler Wanyang Kang kennen. Während Guo Jings großes Herz ihn immer wieder in Schwierigkeiten bringt, da seine Kampfkünste seinen guten Absichten nicht gerecht werden können, handelt Wanyang Kang deutlich skrupelloser. Dabei haben die beiden jungen Männer - ohne es zu wissen - ein gemeinsame Vergangenheit, die schon vor ihrer Geburt eine Verbindung zwischen ihnen schuf. Doch bereits bei ihrem ersten Aufeinandertreffen wird klar, dass sie so schnell keine Freunde werden, obwohl ihre Väter Waffenbrüder waren. Stattdessen sorgt die Gegensätzlichkeit ihrer Charaktere für Feindschaft auf den ersten Blick.

Dabei rettet nur die frisch erlernte Technik der "Achtzehn Handflächen zur Unterwerfung der Drachen" Guo Jing in ihrer ersten Auseinandersetzung das Leben, denn die von Wanyang Kang angewandte "Neun Yin weiße Knochenklaue" ist normalerweise selbst von erfahrenen Kämpfern nicht zu besiegen. Und obwohl dieser Kampf zwischen den beiden jungen Männern unentschieden ausgeht, kostete diese Auseinandersetzung die beiden viel. Beide Kämpfer müssten sich erst einmal von ihren Verletzungen erholen, doch viel Ruhe ist ihnen nicht gegönnt. Während Guo Jing weiterhin durch das Land streift und dabei über neue Herausforderungen stolpert (und nebenbei immer wieder anderen Menschen hilft), bekommt Wanyang Kang einen neuen Auftrag, der ihn zu einem Wettkampf führt, bei dem er auf alte Bekannte trifft.

Auch der zweite Band von "Eaglet" bietet dem Leser so eine unterhaltsame Mischung aus Kämpfen, humorvollen Momenten und ruhigen Szenen. Gerade die Figur des Guo Jing erinnert einen immer wieder an amüsante Martial-Arts-Filme wie "Die Schlange im Schatten des Adlers", auch wenn die verschiedenen Kampfszenen - gerade dann, wenn auch Wanyang Kang involviert ist - von brutaler Deutlichkeit sind und keine Details vermissen lassen. Doch trotz dieses erbarmungslosen und gleichgültigen Umgangs mit dem Leben seiner Gegner wirkt selbst eine Figur wie Wanyang Kang noch menschlich. Obwohl die Actionszenen eindeutig dominieren und einen großen Teil der Geschichte ausmachen, gelingt es Sanjirou Shirai, immer wieder kleine Momente einzuflechten, die selbst bei dem skrupellosen Kämpfer sympathische Facetten aufblitzen lassen.

Doch der Hauptsympathieträger in dieser fünfteiligen Reihe ist natürlich Guo Jing, dessen unbedarfte Art ebenso liebenswert dargestellt ist wie sein Lerneifer. Von seiner Reisegefährtin Huang Rong wird der junge Mann immer wieder in schwierige Situationen gebracht, aber dies sorgt auch dafür, dass er langsam lernt, dass nicht jeder Mensch edle Motive für sein Tun hat. So kann der Leser mitverfolgen, wie Guo Jing immer erwachsener wird und seine Kampfkünste vervollkommnet. Ob sein Eifer und seine Fähigkeiten ihn langfristig allerdings gegen einen Gegner wie Wanyang Kang bestehen lassen, muss sich in den kommenden Bänden noch erweisen. Dabei sorgt aber nicht nur die Auseinandersetzung der beiden Kämpfer für Spannung, sondern auch die Frage, auf welche Ideen Huang Rong demnächst wieder kommen und welche Rolle das Prinzessinendouble aus dem ersten Band noch spielen wird.

Auch in den Zeichnungen wird deutlich, dass sich Sanjirou Shirai nach dem ersten Vorstellen seiner Figuren vor allem auf die Kampfszenen konzentriert. Abwechslungsreich und mit viel Dynamik werden die verschiedenen Auseinandersetzungen dargestellt, während die Übungssequenzen mit Guo Jing in liebevollen Details zeigen, wie viel Training und Konzentration für das Erlernen einer Kampftechnik notwendig sind. Aufgelockert werden diese Szenen dann von den überzogenen Gesichtsausdrücken, die der junge Kämpfer zeigt, wenn er wieder einmal von seiner Begleiterin in Schwierigkeiten gebracht wird, oder von amüsanten Momenten mit den verschiedenen Dorfbewohnern. Hier wird auch immer wieder der große Gegensatz deutlich zwischen den friedlichen und den tödlichen Szenen. Sind die Zeichnungen bei den alltäglichen Momenten sehr hell und fein gehalten, so überwiegen bei den Kampfszenen kräftige Striche, atmosphärische Schatten und starke Kontraste.

Fazit:

Nachdem sich Sanjirou Shirai im ersten "Eaglet"-Band Zeit genommen hatte, um die verschiedenen Figuren vorzustellen, geht es im zweiten Teil der fünfbändigen Reihe deutlich actionreicher zu. Für Guo Jing bedeutet dies nicht nur das Erlernen neuer Kampftechniken, sondern auch das langsame Ablegen seiner Naivität, während der Leser rasante und recht brutale Actionszenen geboten bekommt. Besonders im zweiten Teil des Manga, in dem ein ungewöhnlicher Wettkampf gezeigt wird, wimmelt es von detailliert gezeichneten tödlichen Angriffen, die sehr passend und atmosphärisch von Sanjirou Shirai umgesetzt werden. Im starken Kontrast dazu stehen die amüsanten Momente mit der - oft erstaunlich kindlich wirkenden - Huang Rong, die die düstere Geschichte immer wieder auflockern. Insgesamt bietet der zweite "Eaglet"-Band so eine gelungene Mischung aus erbarmungslosen Kampfszenen, nicht zu überzogenem Slapstick und kleinen Momenten, die den Charakteren ein bisschen mehr Tiefe verleihen, und macht so neugierig auf die weiteren Ereignisse rund um Guo Jing und seinen Widersacher.
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