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Arata Kangatari 04  Drucken E-Mail
Comics: Manga Fantasy & Sci-Fi
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 8. Juli 2012

Arata Kangatari 04

Autor: Yuu Watase
Zeichner: Yuu Watase

Originaltitel: Arata Kangatari Vol. 4
Übersetzt von: Burkhard Höfler

4. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Mai 2011
ISBN: 978-3-7704-7478-3
Preis: 6,50 EUR

192 Seiten
Inhalt
8.0
Zeichnungen
9.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.4

Wertung:
8.4
von 10
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Zum Inhalt:

Ist Kannagi wirklich so ein gemeiner Bösewicht? Trotz allem haben sowohl er als auch Arata Gründe, ein Stück ihres Weges gemeinsam zu gehen. Während der Hime-Arata lernt, sich in der Gegenwart zurechtzufinden, quält sich Hinohara in der anderen Welt mit einer Herzensangelegenheit herum. Und dann geraten er und seine Begleiter auch noch auf eine äußerst seltsame Insel ...

Meinung:

Am Ende des dritten Bandes erfährt Arata (2), dass sein Hayagami das legendäre Tsukuyo ist, das Hayagami, das die Quelle aller anderen ist. Somit besteht eine Möglichkeit, dass es ihm mit Hilfe dieser besonderen Waffe gelingen könnte, den Krieg der Shinshous zu beenden und dem Land Amawakuni Frieden zu bringen. Dabei müsste er als Besitzer von Tsukuyo nicht einmal Gewalt gegen die Shous anwenden, sondern er könnte versuchen, sie von seinen Ansichten zu überzeugen und sie so dazu bringen, sich von seinem Hayagami aufnehmen zu lassen.

Doch so einfach wird dieser Plan nicht umzusetzen sein, vor allem, da inzwischen auch der skrupellose Shinshou Kannagi weiß, dass Arata (2) im Besitz des mächtigen Artefakts ist. Außerdem belastet Arata (2), dass er von den Herrschern dieser Welt als angeblicher Mörder der Hime gejagt wird und jederzeit mit seiner Inhaftierung oder gar seiner Hinrichtung rechnen muss. Aber auch sein Verhältnis zu der Uneme Kotoha beschäftigt ihn sehr. Das Mädchen signalisiert unmissverständlich, dass es mehr als Freundschaft für ihn empfindet, doch Arata (2) befürchtet, dass seine Gefühle nicht ihm, sondern seinem Doppelgänger Arata (1) gelten. So zieht er sich immer weiter zurück, unsicher, wie er mit der Situation umgehen soll.

Derweil bemüht sich Arata (1) darum, in der Gegenwart nicht zu sehr anzuecken, und scheitert natürlich bei jeder Gelegenheit. Inzwischen verzweifelt die Familie von Arata (2) am ungewöhnlichen Benehmen des Jungen, den sie für ihren Sohn hält, während seine Mitschüler immer neue Gelegenheiten finden, um ihn zu mobben. Aber Arata (1) lässt sich die Hänseleien nicht gefallen, er wehrt sich nicht nur gegen die Angriffe, sondern versucht auch mehr über seine Gegner und ihre Motivation herauszufinden. Und so wild und ungebildet er auch im Vergleich zu Arata (2) zu sein scheint, so helfen ihm doch seine gute Beobachtungsgabe und seine offene und direkte Art, mit den Herausforderungen, die das moderne Japan für ihn bereithält, zurechtzukommen.

Yuu Watase setzt im vierten Teil von "Arata Kangatari" - wie schon in dem vorhergehenden Band - vor allem auf die zwischenmenschlichen Beziehungen in ihrer Geschichte und weniger auf actionreiche Momente, obwohl es natürlich auch davon wieder einige zu sehen gibt. Dabei zeigt sie nicht nur weitere Facetten ihrer beiden Hauptfiguren, sondern beweist auch, dass selbst ein Mörder wie Kannagi kein durch und durch schlechter Mensch ist. Auch er hat in der Vergangenheit schon Tragisches erlebt und seine ganz eigenen Beweggründe für sein Tun. Besonders anrührend wird die Handlung, als Arata (2) und seine Begleiter die Grenze zum Territorium des Shinshou Yorunami überschreiten.

Dort stoßen die Reisenden auf eine große Anzahl verlorener Kinder, die sich nach Aufmerksamkeit und Fürsorge sehnen. In Arata (2) und Kotoha hoffen die Kinder zwei Erwachsene zu finden, die sich um sie kümmern und auf sie aufpassen. Währenddessen versuchen die Begleiter der beiden herauszufinden, wo die Eltern dieser Kinder abgeblieben sein könnten und warum sich die Tore der Stadt nach dem ersten Durchschreiten nicht mehr öffnen lassen. Dabei gelingt es Yuu Watase nicht nur, die eigentlich schon anrührende Geschichte rund um die verlorenen Kinder angenehm vielschichtig zu gestalten, sondern sie sorgt auch dafür, dass sich Arata (2) in seiner Rolle als "Vater" wieder ein Stückchen weiterentwickelt.

Die komplexen Figuren, die Tatsache, dass kaum ein Charakter nur "gut" oder "böse" ist, und all die Herausforderungen, denen sich die beiden Aratas stellen müssen, führen dazu, dass diese Serie die Vorstellungskraft des Lesers anregt. Unterstützt wird die spannende Geschichte, die immer wieder überraschende Wendungen aufweist, dabei von den äußerst gelungenen Zeichnungen von Yuu Watase. Auch wenn die Mangaka relativ wenige Hintergründe ausarbeitet, so sind ihre Darstellungen immer sehr atmosphärisch geraten. Oft reicht schon ein angedeuteter Baum oder der Umriss einer Stadt, um die Handlung genügend zu untermalen und die passende Stimmung hervorzurufen. Dazu kommt dann noch das feine Minenspiel der Charaktere und die mitreißenden Actionszenen, die durch die ungewöhnlichen Fähigkeiten der Hayagami noch fantastischer wirken.

Fazit:

Mit dem vierten Band von "Arata Kangatari" entwickelt Yuu Watase die Geschichte rund um die beiden Aratas spannend weiter. Vor allem ihre vielschichtigen Figuren, die einem schnell ans Herz wachsen, sorgen dafür, dass man die Entwicklung voller Spannung verfolgt. Aber auch die Angst um das vom Bürgerkrieg geplagte Amawakuni und die leise Hoffnung, dass Arata (2) mit seinem Hayagami Tsukuyo die Kämpfe der Shinshous vielleicht beenden kann, führen dazu, dass man das Erscheinen des nächsten Bandes kaum erwarten kann.
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