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Monochrome Kids 01  Drucken E-Mail
Comics: Manga Liebe & Romantik
Geschrieben von Konstanze Tants   
Dienstag, 24. April 2012

Monochrome Kids 01

Zeichner: Ryoko Fukuyama

Originaltitel: Monokuro Shonen Shojo
Übersetzt von: Costa Caspary

1. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: April 2012
ISBN: 978-3-7704-7812-5
Preis: 6,50 EUR

194 Seiten
Inhalt
5.0
Zeichnungen
6.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.0

Wertung:
6.0
von 10
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Zum Inhalt:

Kureha Mimachi ist 15 Jahre alt, hat keine näheren Verwandten und die Bildungseinrichtung, in der sie untergebracht war, ist pleite gegangen. Da kommt ihr ein Flugblatt der "Kedamono"-Oberschule in die Hände, eines privaten Internats, das dringend Schüler zu suchen scheint. Angelockt von dem Versprechen, keine Studien- oder Wohngebühren zahlen zu müssen, trudelt Kureha in der Schule ein. Dort erwarten sie bereits Raubtier-Prinzen und -Prinzessinnen. Moment mal, was?!

Meinung:

Nach der sechzehnteiligen Reihe "Charming Junkie" (veröffentlicht beim Carlsen Verlag) kommt mit "Monochrome Kids" die zweite Shōjo-Mangaserie von Ryoko Fukuyama auf den deutschen Markt. Die Handlung von "Monochrome Kids" dreht sich um Kureha Mimachi, die mit ihren 15 Jahren ganz allein dasteht. Nachdem ihre Eltern vor zehn Jahren starben, wurde das Mädchen von einem Verwandten zum Nächsten und von einer Schule zur anderen geschickt. Nachdem ihre letzte Schule geschlossen wurde, steht sie ohne einen Ausweg auf der Straße, als ihr eine Anzeige der "Kedamono"-Oberschule ins Auge fällt.

Diese Schule sucht neue Schüler, ohne dafür Studiengebühren zu verlangen. Und während Kureha froh über eine so günstige Gelegenheit ist, kommt ihr nicht einmal der Gedanke, dass mit so einem Angebot doch irgendein Nachteil verbunden sein muss. Doch kaum hat sie sich als neue Schülerin verpflichtet, geht ihr auf, dass der Name Kedamono (japanisch für Raubtier bzw. Bestie) nicht zufällig für diese Institution gewählt wurde. Denn an dieser Schule sollen die Prinzen und Prinzessinnen der Raubtierkönigreiche lernen, ihre Instinkte (und ihren Appetit) zu zügeln, um so ein Leben neben den Menschen führen zu können.

Um die Disziplin der Schüler und den Erfolg des Unterrichts zu testen, wird alle drei Jahre ein Mensch als Kaninchen getarnt und an der Schule aufgenommen. Nur die Lehrer und die drei besten Schüler, die gleichzeitig das Kaninchen vor den anderen beschützen sollen, wissen über Kurehas wahre Identität Bescheid. Obwohl dem Mädchen so langsam bewusst wird, wie gefährlich das Leben an der "Kedamono"-Schule für sie ist, ist sie doch auch froh über die wenigen freundschaftlichen Gesten ihrer drei "Beschützer". Doch Chocho (die sechste Prinzessin aus dem Reich der Wölfe), Chigaya (der zweite Prinz aus dem Reich der Tiger) und Ukyo (der vierte Prinz aus dem Reich der Panther) haben ihre ganz eigenen Gründe, um sich mit Kureha abzugeben.

Wenn man von dem fantastischen Aspekt absieht und die Tatsache ignoriert, dass Kureha theoretisch jederzeit zur Zwischenmahlzeit für ihre Mitschüler werden kann, bekommt man mit "Monochrome Kids" eine ganz normale und leider eher durchschnittliche Schulgeschichte vorgesetzt. Zwar bietet das Raubtierelement die eine oder andere Möglichkeit für eine lustige Szene, aber im Großen und Ganzen könnte sich Kureha auch durch ihr Geschlecht oder ihren gesellschaftlichen Status von ihren Mitschülern unterscheiden, ohne dass das zu einer gänzlich anderen Handlung führen würde.

Chocho, Chigaya und Ukyo kümmern sich nicht aus Nettigkeit um Kureha, auch wenn sie mit kleinen Gesten immer wieder zeigen, dass sie ihrem "Kaninchen" hin und wieder sogar etwas Freundlichkeit und Respekt entgegenbringen. Und während das Mädchen dankbar für jedes noch so kleines Entgegenkommen ihrer neuen "Freunde" ist, fragt sich der Leser anfangs doch immer wieder, warum sie unter all diesen entwürdigenden und gefährlichen Umständen überhaupt auf dieser Schule bleibt. Neben diesen vier Charakteren gibt es eigentlich nur eine weitere Figur, die nicht in der Masse untergeht, aber dieser Vertrauenslehrer spielt eigentlich keine nennenswerte Rolle in der Geschichte und fällt nur hin und wieder durch seine Wettleidenschaft auf.

Insgesamt ist die Handlung vom ersten "Monochrome Kids"-Band zwar ganz unterhaltsam, bietet aber nichts Besonderes. Auch zeichnerisch kann sich Ryoko Fukuyama mit diesem Manga nicht von der Masse abheben. Zwar sind die vier Hauptfiguren individuell genug gezeichnet, dass man sie jederzeit identifizieren kann, und alle Charaktere sind hübsch anzuschauen, aber das war es eigentlich auch schon. So niedlich die Figuren mit ihren Tierohren- und -schwänzen und so adrett die Schuluniformen (schwarz für die Raubtiere und weiß für das "Kaninchen") anzuschauen sind, so gibt es bei Ryoko Fukuyama doch keine besonderen Elemente oder Details, die einen länger bei einem Bild verweilen lassen.

Fazit:

Mit "Monochrome Kids" bietet Ryoko Fukuyama einen recht netten, aber doch auch sehr durchschnittlichen Shōjo-Manga rund um die fünfzehnjährige Kureha, die in der ungewöhnlich "Kedamono"-Oberschule zurechtkommen muss. Abgesehen von den leicht fantastischen Elementen besteht die Handlung aus vertrauten Schulszenen, in denen eine Außenseiterin neben ihr überlegenen Schülern bestehen muss. Auch mit ihren Zeichnungen kann die Mangaka dem Leser keine besonderen Überraschungen bieten, auch wenn die attraktiven Schüler in ihren schicken Uniformen nett anzuschauen sind. Auf ausgearbeitete Hintergründe oder sonstige aufmerksamkeitserregende Details verzichtet Ryoko Fukuyama allerdings, was ihre Arbeit leider etwas beliebig erscheinen lässt.
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