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Kiiri 2  Drucken E-Mail
Comics: Manga Horror & Mystery
Geschrieben von Konstanze Tants   
Montag, 9. April 2012

Kiiri 2

Autor: Yukako Kabei
Zeichner: Shiori Teshirogi

Originaltitel: Kieli Shishatachiha Koyani Nemuru Vol. 2
Übersetzt von: Costa Caspary

Reihe: Kiiri
2. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: September 2011
ISBN: 978-3-7704-7497-4
Preis: 6,50 EUR

192 Seiten
Inhalt
8.0
Zeichnungen
7.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.6

Wertung:
7.6
von 10
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Zum Inhalt:

Das mitreißende düstere Mystery-Abenteuer von Shiori Teshirogi und Yukako Kabei verabschiedet sich mit diesem Band! Kiiris Reisegruppe ist auf dem Weg zum Grab des "Leutnants", sie spüren aber schon die Jäger der Unsterblichen im Nacken. Kann Harvey - der Letzte der Unsterblichen - Kiiri den Schutz geben, den er ihr versprochen hat? Und was erwartet sie am Ende ihrer Reise?

Meinung:

Nachdem das Mädchen Kiiri am Bahnhof auf Harvey traf, hat sich sein Leben deutlich verändert. So musste sich Kiiri inzwischen nicht nur von ihrer Freundin Bekka, die als Geist in Kiiris Internat existierte, verabschieden, sondern sie fand auch heraus, dass sie nicht der einzige Mensch ist, der die Seelen Verstorbener sehen kann. Auch Harvey ist in der Lage, Geister zu sehen, und hat sich sogar verpflichtet, einen von ihnen, "Leutnant" genannt, zu einer alten Mine zu bringen, in der dieser gestorben ist.

Schnell findet Kiiri heraus, dass Harvey einer der Unsterblichen ist, ein Soldat, der vor achtzig Jahren im Krieg kämpfte und nach seinem Tod mit Hilfe einer künstlichen Energiequelle wieder zum Leben erweckt wurde. Nun altert er nicht und ist unsterblich, solange dieser künstliche "Kern" in ihm ist. Doch nach Beendigung des Kriegs gab es keine Verwendung mehr für die unnatürlichen Soldaten und so wurden sie von der herrschenden Kirche gejagt und vernichtet. Offiziell gibt es keine Unsterblichen mehr und wenn jemand herausfinden sollte, dass Harvey einer ist, dann ist auch sein Leben verwirkt.

Ging es im ersten Teil von "Kiiri" noch um die Vorgeschichte des Mädchens und das erste Zusammentreffen zwischen Harvey und der Schülerin, geht dieser zweite Band tiefer auf die Hintergrundgeschichte des Unsterblichen ein. Wirkte er anfangs noch kühl, desillusioniert und abweisend, öffnet er sich im Laufe ihrer Reise immer weiter gegenüber Kiiri. Ihre offene Art und ihre Freude darüber, dass sie endlich mit jemandem ohne Hemmungen über ihre Gabe des Geistersehens reden kann, bricht seinen Schutzpanzer auf.

So bekommt der Leser weitere Details über Harveys Verhältnis zum Leutnant präsentiert, erlebt aber auch Erinnerungen an glücklichere Momente mit und erfährt, wie schmerzlich es für den Unsterblichen ist, wenn seine Freunde im Laufe der Zeit altern und sterben, während er weiterziehen muss, damit niemand sein Geheimnis errät. Während sich Kiiri und Harvey immer weiter anfreunden, ist die Kirche mit ihren Jägern dem Unsterblichen schon auf der Spur. Am Ende geht es für Harvey nicht nur um die Frage, ob er sein Versprechen gegenüber dem Leutnant einhalten kann, sondern auch darum, ob es ihm möglich ist, Kiiri vor der Kirche zu beschützen.

Dabei spielt Shiori Teshirogi auch in diesem Band wieder mit einem spannungsreichen Wechsel zwischen ruhigen und brutalen Szenen. Friedliche Erinnerungen oder unspektakulär wirkende Alltagsszenen stehen im starken Kontrast zu blutigen Kriegserinnerungen oder der erbarmungslosen Jagd durch die Kirchenhäscher. Dabei kommen diese Gegensätze auch sehr schön in den Zeichnungen zum Ausdruck, die mal sehr niedlich und hell gehalten sind und dann wieder sehr düster und hart dargestellt werden.

Kiiri, Harvey und der Leutnant wachsen dem Leser schnell ans Herz, und so fiebert man intensiv mit diesen Charakteren mit und hofft - trotz aller widrigen Umstände - auf ein glückliches Ende. Und obwohl die Geschichte für die Manga-Umsetzung stark gekürzt werden musste, hat man nicht das Gefühl, dass die Handlung Lücken enthält oder offene Frage hinterlässt. Stattdessen reicht häufig eine Geste oder ein Blick, um das Verhältnis der Figuren zueinander zu erklären. "Kiiri" bietet eine angenehm tiefgründige, fesselnde und - bei aller Spannung - liebenswerte Geschichte, bei der man am Ende nur bedauert, dass Shiori Teshirogi aus der neunbändigen Romanreihe von Yukako Kabei nur einen zweiteiligen Manga gemacht hat, obwohl man doch gern noch mehr davon lesen würde.

Fazit:

Mit der Mangaversion bietet Shiori Teshirogi dem Leser eine in sich stimmige, runde und spannende Umsetzung der Geschichte von Yukako Kabei, die mit diesem zweiten Band ihren Abschluss findet. Trotzdem wünscht man sich bei einer so spannenden, mitreißenden und lustigen Handlung, dass die Mangaveröffentlichung noch einige Bände mehr umfassen würde, damit man noch mehr über Kiiri, Harvey und den Leutnant erfährt. Auch die Zeichnungen von Shiori Teshirogi machen Lust auf weitere Manga aus dessen Feder, da sie einen fesselnden Kontrast zwischen Kiiris Freundschaft zu ihren Reisebegleitern und den düsteren Geschehnissen rund um die Kirchensoldaten bieten.
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