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Mirai Nikki 03  Drucken E-Mail
Comics: Manga Allgemeines
Geschrieben von Konstanze Tants   
Montag, 2. April 2012

Mirai Nikki 03

Autor: Sakae Esuno
Zeichner: Sakae Esuno

Originaltitel: Mirai Nikki Vol. 3
Reihe: Mirai Nikki
3. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Februar 2012
ISBN: 978-3-7704-7556-8
Preis: 7,50 EUR

208 Seiten
Inhalt
7.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
7.5

Wertung:
7.5
von 10
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Zum Inhalt:

Bisher sind Yukiteru und Yuno aus dem Spiel um Leben und Tod immer als Sieger hervorgegangen. Doch als Yukiterus Mutter für ein paar Tage ein Kindergartenkind zur Pflege aufnimmt, nimmt der Kampf eine neue Dimension an. Denn wer würde schon vermuten, dass dieser kleine, unschuldige Junge in Wirklichkeit ein skrupelloser Attentäter ist? Eines ist klar: Offen kann dieser Konflikt nicht ausgetragen werden ...

Meinung:

Nachdem Yukki und Yuno im zweiten Band in Begleitung von Kommissar Keigo Kurusu den Tempel der "Ometaka-Sekte" betreten haben, stellt sich heraus, dass auch die Seherin der Sekte Besitzerin eines "Zukunftstagesbuches" ist. Obwohl sich Tsubaki Kasugano hilfsbereit zeigt und dem Polizisten Kurusu die Terroristin Minene Uryu (die Nummer 9 der Tagebuchbesitzer) aushändigen will, die ihre Anhänger im Keller des Tempels gefangen halten, entpuppt sich das Ganze als Falle. So beginnt dieser Band von "Mirai Nikki" inmitten einer höchst brenzligen Situation, die Yukki vor die Frage stellt, ob er Yuno - trotz allem, was er inzwischen über sie weiß - vertrauen kann.

Am Ende entkommen die beiden Teenager aus dem Tempel, wobei weitere Tagebuchbesitzer auf der Strecke bleiben. Dabei zeichnen sich - nach inzwischen drei "ausgeschiedenen" Spielern - ungewöhnliche Koalitionen ab, die für einige überraschende Wendungen in der Handlung sorgen. Doch erst einmal muss sich Yukiteru mit der spontanen Heimkehr seiner Mutter beschäftigen - und mit Yuno, die wild entschlossen ist, bei Yukkis Mutter einen positiven Eindruck zu hinterlassen, unabhängig davon, was ihr Schwarm von ihrem Engagement hält.

Yukiterus Mutter wiederum ist vollauf mit dem kleinen Reisuke Hojo beschäftigt, dem Sohn von Arbeitskollegen, die bei den Vorfällen im Tempel der "Ometaka-Sekte" ums Leben gekommen waren. Doch auch der niedliche kleine Junge gehört zu den Besitzern der Zukunftstagebücher und will nicht nur als Sieger aus diesem gefährlichen Spiel hervorgehen, sondern auch seine Eltern rächen. So muss Yukki dieses Mal in seinem eigenen Heim um sein Leben fürchten, während Yuno erneut bereit ist, alles dafür zu tun, um das Überleben ihres Mitschülers zu sichern.

In diesem Band von "Mirai Nikki" spielt Sakae Esuno nicht nur mit dem Gegensatz zwischen dem unschuldig wirkenden Reisuke und seinen skrupellosen Taten, sondern auch mit der Frage nach den Hinter- und Beweggründen der verschiedenen Charaktere. Dabei scheint Yukki als einziger Charakter für den Leser jederzeit durchschaubar zu sein. Der Junge ist ängstlich und schnell bereit, sich hinter seinen Mitstreitern zu verstecken, und doch versucht er, seinen persönlichen moralischen Ansprüchen gerecht zu werden. Zu töten ist für ihn, trotz der diversen Anschläge auf ihn und die Bluttaten, die er in den letzten Tagen erlebt hat, erst einmal keine Option, wenn er mit einem neuen Widersacher konfrontiert wird.

Yuno hingegen scheint absolut bedenkenlos mit dem Leben anderer Menschen umzugehen. Ihre Unterstützung, ihr Zukunftstagebuch und ihre Gefühle für Yukki sichern sein Überleben. Doch all das gefährdet alle anderen Menschen, die sich zwischen die Schülerin und den Jungen stellen könnten. Auch steht immer noch die Frage im Raum, was mit all den Toten in ihrem Zuhause passiert ist und inwieweit das Mädchen an ihrem Ableben beteiligt war. Und sogar die Terroristin Minene, die im ersten Band bedenkenlos Yukkis Schule in die Luft jagte, um die Nr. 1 der Tagebuchbesitzer zu töten, scheint eine weiche - oder vielleicht auch nur professionelle - Seite zu haben, die zu unvorhersehbaren Wendungen in der Handlung führt.

So sorgen nicht nur die noch unbekannten Besitzer der Zukunftstagebücher für Spannung in "Mirai Nikki", sondern auch die vielen kleinen Rätsel und Hinweise, die ihre Auflösung wohl erst in den folgenden Bänden finden werden. Zweifel unter den Verbündeten, zerbrechliche Loyalitäten, Einmischungen von überraschender Seite und der im Hintergrund agierende Gott, der das ganze Spiel in Gang gesetzt hat, sorgen für überraschende Entwicklungen in der Handlung - und somit für unterhaltsame und fesselnde Lesezeit.

Auch zeichnerisch beherrscht Sakae Esuno in diesem Manga wieder das Spiel zwischen den Extremen. Auf der einen Seite wird relativ dezent der jahrelange Missbrauch der Seherin angedeutet, dann wieder wird der Betrachter mit blutigen Kämpfen konfrontiert, bei denen am Ende der Boden mit Leichen übersät ist. Im Gegensatz dazu stehen die geradezu heimeligen Szenen, in denen Yuno ihre Qualitäten als potenzielle Schwiegertochter beweisen will oder Reisuke friedlich mit den Mitgliedern seiner Gastfamilie spielt. Dabei stellt Sakae Esuno die jeweilige Situation vor allem durch feine Mimik und Gestik und atmosphärischen Bildaufbau dar und weniger durch detaillierte Zeichnungen.

Fazit:

Sakae Esuno überzeugt auch im dritten Band von "Mirai Nikki" wieder mit so mancher unvorhersehbaren Wendung in der Handlung. Obwohl sich einige potenzielle Widersacher von Yukki (erst einmal) auf seine Seite geschlagen haben oder getötet wurden, schwebt der Besitzer eines der Zukunftstagebücher weiterhin in großer Gefahr. Gekonnt spielt Sakae Esuno in der Geschichte mit der Frage, wem der Junge vertrauen kann und wie weit er für sein Überleben gehen würde, während die anderen Tagebuchbesitzer überraschende Koalitionen eingehen. Auch zeichnerisch kann Sakae Esuno mit dem Spiel zwischen blutigen Auseinandersetzungen und harmonischem Familienleben punkte, wobei vor allem der Umgang mit Schatten sowie Gestik und Mimik der Charaktere für die atmosphärischen Darstellungen verantwortlich sind.
Weiterführende Infos

 
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