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Doubt 4  Drucken E-Mail
Comics: Manga Horror & Mystery
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 18. März 2012

Doubt 4

Zeichner: Yoshiki Tonogai

Originaltitel: Doubt Vol. 4
Übersetzt von: John Schmitt-Weigand

Reihe: Doubt
4. Band der Reihe

Verlag: Carlsen Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: August 2011
ISBN: 978-3-551- 75446-2
Preis: 8,95 EUR

260 Seiten
Inhalt
4.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.4

Wertung:
6.4
von 10
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Zum Inhalt:

"Rabbit Doubt" ist ein erfolgreiches Onlinespiel, das sechs junge Menschen über ihre Handys spielen. In dem Spiel verkörpert jeder Mitspieler einen Hasen. Doch unter der Maske eines der Hasen versteckt sich ein Wolf, der es darauf abgesehen hat, seine Mitspieler aufzufressen. Die Spieler müssen herausfinden, welcher von ihnen der Wolf ist, bevor alle gefressen werden. Nun haben sich die sechs Onlinespieler miteinander verabredet, um sich in der Realität zu treffen und kennenzulernen. Zunächst scheint es sich um ein fröhliches Treffen zu handeln, doch dann werden die Teilnehmer plötzlich in ein Gebäude verschleppt, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Auf einen Schlag wird den Jugendlichen klar, dass sie sich mitten in ihrem Onlinespiel "Rabbit Doubt" befinden, nur dass es nun kein Spiel mehr ist.

Meinung:

Nach zwei sehr spannenden und atmosphärischen Bänden konnte die Handlung des dritten Teils von "Doubt" nicht vollauf überzeugen, und auch der Abschluss der Geschichte weist einige Mängel auf. Nachdem sich Mitsuki im vorhergehenden Band als "Wolf" geoutet hatte, erklärte sie Yu ausführlich den Grund für ihre Taten. Jeder einzelne von ihr getötete Mensch war jemand, der für seine Lügen bestraft werden musste. Auslöser für ihre Verwandlung vom freundlichem Schulmädchen in einen "Wolf" war der Selbstmordversuch ihres Vaters, der von einem Freund hintergangen worden war. Und auch Yu, der immer geschworen hatte, dass er auf Mitsuki aufpassen würde, hab das Mädchen enttäuscht und müsse nun bestraft werden.

Doch während Mitsuki abgelenkt ist, gelingt es Yu, sich von seinen Fesseln zu befreien und sich mit dem schwer verletzten Hajime zu verstecken. Auch der vermeintliche Medizinstudent hat - nun, da der "Wolf" anscheinend enttarnt ist - einige überraschende Mitteilungen für Yu parat. So erfährt der Schüler, dass Hajime in Wirklichkeit Polizist ist und nur deshalb bei dem Handyspiel "Rabbit Doubt" mitgemacht hatte, um das mysteriöse Verschwinden mehrerer Jugendlicher aufzuklären. Denn das makabere Spiel war die einzige Gemeinsamkeit, die die Vermissten hatten, und damit die relevanteste Spur für die Polizei. So hat Hajime auch in den letzten Stunden immer wieder die anderen auf die Probe gestellt, in der Hoffnung, so dem Täter auf die Spur zu kommen.

Aber dann muss Yu feststellen, dass nicht nur Hajime im Hintergrund die Fäden zog, denn eine weitere Person - von der Yu bislang dachte, dass sie vom "Wolf" getötet worden sei - hatte bei den ganzen Vorgängen ihre Finger im Spiel. Und mit dieser Enthüllung verpufft die Spannung in "Doubt" leider, denn die Auflösung, die Yoshiki Tonogai für seine Geschichte gewählt hat, passt zwar zu den zuvor ausgelegten Hinweisen, kann den Leser aber nicht befriedigen. Es stört nicht nur, dass das Motiv des eigentlichen Täters recht banal ist, sondern auch das Mittel, mit dem der wirkliche "Wolf" Mitsuki so weit manipuliert hat, dass sie zur Mörderin wurde, kann nicht überzeugen.

Außerdem gibt es nur deshalb eine Auflösung, weil der Täter von seinem Erklärungsbedarf überwältigt wird und am Ende Yu seine Motive ausführlich darlegt. Dabei wäre es deutlich spannender gewesen, wenn der Schüler aufgrund seiner Kenntnis von Mitsukis Charakter und den diversen Hinweisen auf die Lösung gekommen wäre. Und auch die Umstände, unter denen der Täter am Ende der Geschichte der Polizei entwischt, hinterlassen beim Leser - gerade aufgrund des viel versprechenden Anfangs der Mangareihe - ein Gefühl der Enttäuschung.

Dafür beweist Yoshiki Tonogai in diesem Band bei den Zeichnungen wieder ein sehr gutes Gefühl für Atmosphäre und Charakterdarstellung. Abgesehen von der einen oder anderen überzogenen Szene mit der in ihrem Wahn gefangenen Mitsuki überzeugen die vielen Feinheiten und Details bezüglich Gestik und Mimik der Figuren. Die Erschütterung Mitsukis, als sie von ihrem Vater erzählt, ihre Wut und Trauer, als sie das Gefühl hat, dass Yu sie hintergeht, und Yus Fassungslosigkeit über all die Enthüllungen wurden von Yoshiki Tonogai ergreifend dargestellt und bewegen den Betrachter deutlich mehr als die Gewaltdarstellungen im dritten Band der Reihe.

Fazit:

Bedauerlicherweise kann Yoshiki Tonogai den Leser mit dem Abschluss von "Doubt" nicht so recht überzeugen. Die Auflösung der Geschichte, die wirkliche Identität des Wolfes und die Wege, die dieser genommen hat, um seine Morde zu begehen, lassen einen am Ende des vierten Manga leider sehr unbefriedigt zurück. Auch wenn die verschiedenen Details zu den vorherigen Hinweisen passen, erscheint das Ende - gerade in Anbetracht des spannenden und reizvollen Beginns der Serie - zu konstruiert und unglaubwürdig. Immerhin kann Yoshiki Tonogai zum Abschluss von "Doubt" noch einmal mit atmosphärischen Zeichnungen überzeugen, die auch kleine Gemütsschwankungen stimmig darstellen.
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