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Spiral - Gefährliche Wahrheit 12  Drucken E-Mail
Comics: Manga Krimi & Thriller
Geschrieben von Konstanze Tants   
Donnerstag, 16. Februar 2012

Spiral - Gefährliche Wahrheit 12

Zeichner: Eita Mizuno

Originaltitel: Spiral Vol. 12
Übersetzt von: Miyuki Tsuji

12. Band der Reihe

Verlag: Carlsen Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Juli 2011
ISBN: 978-3-551-78754-5
Preis: 5,95 EUR

192 Seiten
Inhalt
9.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
9.0
Gesamtwertung
8.5

Wertung:
8.5
von 10
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Zum Inhalt:

Ayumus Erzfeind Hizumi entpuppt sich als überraschend freundlicher Junge. Doch er bleibt schwer zu durchschauen und macht sich immer wieder verdächtig. Kann Ayumu sein Geheimnis lüften ...?

Meinung:

Mit dem elften Band nahm die Geschichte von "Spiral - Gefährliche Wahrheit" eine ganz neue und überraschend mystische Wendung. Von Eyes erfuhr Ayumu, dass die "Blade Children" allesamt von einem Erzeuger abstammen - dem Teufel Yaiba, dessen einziger Existenzgrund darin bestand, die Menschheit zu vernichten. Lediglich Ayumus großer Bruder Kiyotaka war - dank seiner gottgleichen Fähigkeiten - in der Lage, Yaiba zu töten und der Menschheit einen Aufschub zu verschaffen. Nun zieht Kiyotaka im Hintergrund die Fäden und manipuliert die Handlungen der "Blade Children", der mit ihnen verbundenen komplexen Organisation sowie die von Ayumu.

Aber die Pläne seines Bruders sind nicht das Einzige, was Ayumu Sorgen bereitet: Kaum aus dem Krankenhaus entlassen, erfährt der Schüler, dass sich Hizumi - der kleine Bruder des Teufels Yaiba - mit Kiyotakas Erlaubnis in der Wohnung einquartiert hat, die Ayumu und seine Schwägerin Madoka bewohnen. Hizumis Schicksal ist es - ebenso wie es das von Yaiba war -, dass mit seinem zwanzigsten Geburtstag seine dunkle Seite erwacht, woraufhin er die Zerstörung der Menschheit einleiten soll. Und nur Ayumu soll in der Lage sein, Hizumi zu töten und so das Leben unzähliger Menschen zu retten.

Doch so sehr Ayumu während des Kampfes gegen Kanon Hilbert gereift ist, scheint es doch unvorstellbar, dass er jemanden tötet - selbst wenn es um das Überleben der Menschheit geht. Zudem ist Ayumus zukünftiges "Opfer" Hizumi ein besonders liebenswerter und charismatischer Junge, der in wenigen Tagen Ayumus Mitschüler um den Finger gewickelt hat und dafür sorgt, dass auch der sonst so abweisende Ayumu endlich in den Klassenverband aufgenommen wird. Durch ihre schicksalsträchtige Verbindung scheint zwischen Ayumu und Hizumi eine Nähe zu herrschen, die sowohl von den "Blade Children" und der Watcherin Kirie als auch von Ayumus Freundin Hiyono misstrauisch betrachtet wird.

Obwohl sich Kyo Shirodaira mit diesem Band auf den ersten Blick vollkommen auf harmlose Schulszenen konzentriert, bei denen Hizumi und Ayumu gemeinsam alltägliche Begebenheiten erleben, herrscht die ganze Zeit über eine unterschwellige Spannung in der Geschichte. Beiden ist bewusst, dass eine Freundschaft zwischen ihnen unmöglich ist und dass der andere jederzeit nach Schwächen des anderen Ausschau hält. Während sich selbst die Watcherin Kirie von dem augenscheinlich harmonischen Miteinander der beiden in die Irre führen lässt, zeigen Ayumus Mimik und Verhalten, dass er sich durchgehend bewusst ist, dass er all seine Fähigkeiten benötigt, um Hizumi an der Erfüllung seines Schicksals zu hindern.

Denn obwohl Ayumu nicht an die Existenz eines Schöpfers glaubt oder daran, dass sein gottähnlicher Status und Hizumis teuflische Rolle von einem Schicksal festgelegt wurden, versteht er die Macht, die dieser Glaube auf die "Blade Children", Hizumi und all die anderen Beteiligten ausübt. Und allein der Glaube daran, dass Ayumu über das Schicksal der "Blade Children" entscheidet, könnte dazu führen, dass sich ihr - anscheinend vorbestimmter - Lebensweg ändern könnte. So verbindet Kyo Shirodaira mit den oberflächlichen Schulszenen so manchen philosophischen Gedanken, was zusammen mit dem deutlichen Kontrast zwischen dem heiteren Hizumi und dem düsteren Ayumu einen starken Reiz auf den Leser ausübt.

Auch in den Zeichnungen kann Eita Mizuno die Untertöne dieser Geschichte wunderbar darstellen. So wird selbst ein harmloses Basketballspiel zu einem packendem Erlebnis, bei dem Ayumu als düsterer Planer und Hizumi als stürmischer Wirbelwind präsentiert werden. Doch vor allem überzeugen die Feinheiten in Mimik und Gestik, die genau zeigen, wie sehr sich Ayumu immer zurücknimmt und wie wachsam er jederzeit ist, während Hizumis fröhliche Offenheit anscheinend nur eine finstere Seite verbirgt.

Fazit:

Trotz der Abkehr von einer Kriminalgeschichte zu einer Handlung, die sich mit einem mysteriösen Schicksal beschäftigt, bietet "Spiral - Gefährliche Wahrheit" immer noch eine packende Geschichte, deren Schwerpunkt auf dem klassischen Kampf des Guten gegen das Böse liegt. Und so alltäglich die Szenen in diesem zwölften Band zu sein scheinen, faszinieren einen doch die von Kyo Shirodaira und Eita Mizuno präsentierten unterschwelligen Vorgänge. Vor allem der Kontrast zwischen dem freundschaftlichen Miteinander der beiden Widersacher Ayumu und Hizumi und ihrer Wachsamkeit gegenüber den Stärken und Schwächen des anderen, während jeder darauf wartet, dass der andere den ersten Angriff startet, lässt einen auf den folgenden Band hinfiebern.
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