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Flames 'n' Roses  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Mittwoch, 14. Dezember 2011

Flames 'n' Roses

Originaltitel: Paranormalcy
1. Band der Reihe

Untergenre: Fantasy
Verlag: Loewe
Erschienen: Juni 2011
ISBN: 978-3-7855-7238-2
Preis: 17,95 EUR

380 Seiten
Inhalt
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.1

Wertung:
7.1
von 10
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Zum Inhalt:

Hi, ich bin Evie und eigentlich total normal. Dachte ich zumindest immer. Also, mit Ausnahme von meiner besten Freundin, die eine Meerjungfrau ist, und von meinem Exfreund - einer Fee. Und abgesehen davon, dass ich die einzige Person auf der Welt bin, die die Tarnung von paranormalen Wesen durchschauen kann. Deswegen arbeite ich für die Internationale Behörde zur Kontrolle Paranormaler. So viel zum Thema normal. Und dann ist Lend auf der Bildfläche erschienen. Lend ist supersüß, kann gut zuhören und ist - ein Gestaltwandler. Und weil er in unsere Zentrale eingebrochen ist, steht nun meine ganze Welt auf dem Kopf und es ist die Rede von einer dunklen Prophezeiung, die leider bis ins Detail auf mich zutrifft. Nee, böse bin ich nicht, das muss eine Verwechslung sein. Ich muss dem Ganzen auf den Grund gehen, denn ich will endlich wissen, wer ich wirklich bin, und: Ich will Lend nicht verlieren!

Meinung:

Mit ihrem Debütroman hat Kiersten White einen flüssig zu lesenden Wohlfühlroman voller fantastischer Ideen und mit einigen spannenden Wendungen geschaffen, der nicht nur für Teenagerinnen seinen Reiz entfalten kann. Die Hauptfigur von "Flames'n'Roses" ist die sechzehnjährige Evelyn, genannt Evie, die in der Obhut der IBKP (Internationale Behörde zur Kontrolle Paranormaler) aufgewachsen ist. Diese Behörde hat die Aufgabe, übernatürliche Wesen wie Werwölfe, Vampire und Meerjungfrauen einzufangen, unter Kontrolle zu bringen und - falls möglich - in nützliche Mitglieder der IBKP zu verwandeln.

So lebt Evie seit acht Jahren in einer Umgebung, in der Werwölfe für die Bewachung der gefangenen Kreaturen verantwortlich sind, in der eine Meerjungfrau die Terminplanung der gesamten Behörde übernimmt und in der Feen für den schnellen Transport von einem Ort zum anderen verantwortlich sind. Für Evie sind all diese unnatürlichen Elemente ganz alltäglich, auch wenn sie bei ihrer Arbeit für die IBKP immer wieder in gefährliche Situationen gerät. Als einzige Person, die in der Lage ist, die Tarnung übernatürlicher Wesen zu durchschauen, ist sie es, die für die meisten Ergreifungen verantwortlich ist.

Doch so wichtig die ihr übertragene Aufgabe ist, so sehr sehnt sich Evie nach einem ganz normalen Teenagerleben, inklusive dem Besuch einer Highschool, den Schulhofintrigen und der ersten Liebe. In Anbetracht der Tatsache, dass Evie nur bei der Arbeit manchmal Umgang mit Menschen hat und ihre Sozialkompetenz ansonsten Soap-Operas wie "Easton Heights" zu verdanken hat, ist es kein Wunder, dass das Mädchen eine verklärte Sicht auf ein normales menschliches Leben hat und häufig deutlich jünger wirkt, als es ist.

Umso aufregender ist es für sie, als ein Gestaltwandler in die Zentrale der IBKP eindringt, der anscheinend in ihrem Alter ist. Während die Behörde alles daran setzt, um die Motivation und die Herkunft des unbekannten Jungen zu erforschen, will Evie in erster Linie Freundschaft mit Lend schließen. Abgesehen davon ist sie der Meinung, dass die harschen Methoden ihrer Vorgesetzten nicht der beste Weg sind, um das Vertrauen von Lend zu gewinnen. Schnell findet Evie heraus, dass der Junge - genau wie sie und die Behörde - auf der Suche nach Informationen über einen Serienmörder ist.

Dieser ist dafür verantwortlich, dass auf der ganzen Welt reihenweise übernatürliche Wesen ermordet werden. Dabei weiß die Behörde weder, wer über so mächtige Kräfte verfügen könnte, dass er sogar mit einer ganzen Gruppe von Vampiren leichtes Spiel hätte, noch ist bekannt, wie genau die Opfer getötet wurden. Evie hingegen beschleicht im Laufe der Zeit der Verdacht, dass jemand aus dem Kreis der IBKP in die Taten verwickelt sein könnte. So ist es nahe liegend, dass sie sich an Lend wendet, um mit ihm gemeinsam mehr über die Vorgänge herauszufinden.

Der Leser erlebt die Geschichte durch die Ich-Perspektive von Evie, was zu einer lockeren und umgangssprachlichen Ausdrucksweise führt. Dabei entsteht nicht der Eindruck, dass diese Sprache unnatürlich oder zwanghaft auf jugendgerecht getrimmt wäre. Auffällig hingegen ist, dass sogar in der wörtlichen Rede die Schimpfwörter durch ein "piep" ersetzt werden, was durch einen Insider-Witz zwischen Evie und der Meerjungfrau Alisha begründet wird. Für den Leser ist das erst einmal gewöhnungsbedürftig, sorgt aber hier und da sogar für einen kleinen Schmunzler und stört ansonsten nicht weiter.

Kiersten White verwebt bekannte fantastische Elemente mit ungewöhnlichen und erfrischenden Ideen zu einer unterhaltsamen Geschichte. Dazu kommen noch die Krimi-Elemente, bei denen zwar die Identität der Schuldigen bald erahnbar ist, die aber trotzdem zu einigen spannenden und emotionalen Entwicklungen führen, die den Leser fesseln. Besonders reizvoll sind jedoch die Charaktere Evie und Lend, die aufgrund ihrer jeweiligen besonderen Begabungen mit ganz eigenen Problemen zu kämpfen haben und deren unschuldige Liebesgeschichte wirklich niedlich zu verfolgen ist.

Insgesamt bietet "Flames'n'Roses" sehr nette Unterhaltung mit einigen spannenden und berührenden Szenen. Während man auf der einen Seite noch über einen Einfall von Evie lachen kann, trauert man im nächsten Moment schon um eine sympathische Figur. Doch vor allem ist es die von Kiersten White entwickelte fantastische Welt, die aufgrund der ungewöhnlichen Vermischung von Sagen- und Urban-Fantasy-Elementen ihren besonderen Reiz auf den Leser ausübt, während die Handlung zwar sehr unterhaltsam ist und einem ebenso wie die Figuren in angenehmer Erinnerung bleibt, aber letztlich keinen tiefgehenden Eindruck hinterlässt.

Fazit:

Mit "Flames'n'Roses" hat Kiersten White einen wirklich ansprechenden Debütroman geschaffen, in dem sie diverse fantastische Elemente mit einer Krimihandlung zu einer unterhaltsamen Geschichte vermischt. Auch die Hauptfiguren Evie und Lend wachsen dem Leser schnell ans Herz, während man durch die Augen der sechzehnjährigen Evie die Handlung erlebt. Leider ist der Krimianteil stellenweise etwas zu vorhersehbar geraten und auch die Handlung hinterlässt - trotz wirklich vieler schöner Momente - keinen lang anhaltenden Eindruck beim Leser. So ist "Flames'n'Roses" ganz wunderbar für einen gemütlichen Nachmittag geeignet, bei dem man über Evies Ausdrucksweise und Einfälle schmunzeln kann, um das Leben einiger sympathischen Figuren bangen muss und durch Lend mehr über die vielen paranormalen Gestalten lernt.
Weiterführende Infos
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