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Elfenseele 3: Jenseits der Ferne  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Dienstag, 22. November 2011

Elfenseele 3: Jenseits der Ferne

Originaltitel: The Thirteen Secrets
Übersetzt von: Martina M. Oepping

Reihe: Elfenseele
3. Band der Reihe

Untergenre: Fantasy
Verlag: Loewe
Erschienen: Oktober 2011
ISBN: 978-3-7855-7358-7
Preis: 17,95 EUR

544 Seiten
Inhalt
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.1

Wertung:
7.1
von 10
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Zum Inhalt:

Rowan will endlich ein neues Leben beginnen, frei von Angst und Lügen und weitab von allem, was sie an das Elfenreich erinnert. Doch niemand mit dem Zweiten Gesicht kommt so leicht davon. Als sich mysteriöse Todesfälle häufen, bitten Rowans alte Verbündete sie um Hilfe. Bald wird Rowan klar: Jemand aus ihrer Vergangenheit sinnt auf Rache. Schließlich ist Elvesden Manor der letzte Rückzugsort für Rowan und ihre Freunde. Als das Gutshaus von Feen und Kobolden angegriffen wird, muss Rowan allen Mut aufbringen, um zu schützen, was ihr lieb geworden ist. Mit Fabian und Tanya schmiedet sie einen Plan, doch auf Elvesden Manor befindet sich ein Verräter.

Meinung:

Mit dem dritten Elfenseele-Band, "Jenseits der Ferne", spinnt Michelle Harrison die Geschichte von Rowan "Red" Fox weiter. Nachdem das Mädchen in "Zwischen den Nebeln" nach einem langen und gefahrvollen Abenteuer seinen kleinen Bruder James wiedergefunden hat, hatte seine langjährige Suche endlich ein Ende. Inzwischen lebt Rowan auf Elvesden Manor, geht wieder ganz normal zur Schule und versucht, eine Beziehung zu ihrer Mutter Rose aufzubauen.

Nach all den vergangenen Erlebnissen ist es für Rowan nicht leicht, ein normales Leben zu führen. Und auch der Kontakt zu Rose, die auf dem Gelände von Elvesden Manor ein Tierheim eröffnet hat, gestaltet sich nicht ohne Probleme. Doch vor allem bedrückt das Mädchen die Erinnerung an das, was es im vergangenen Jahr im Elfenreich getan hat. Auf der Suche nach ihrem kleinen Bruder wurde Rowan gemeinsam mit Warwick (dem Vater von Rowans Freund Fabian und Verwalter von Elvesden Manor) von einer Heckenhexe gefangen genommen.

Es gelang den beiden zwar zu fliehen, doch einen dritten Gefangenen ließ Rowan angekettet im Keller der toten Hexe zurück. Dabei wäre es ihr möglich gewesen, auch Eldritch zu retten, doch dieser hatte zugegeben, an der Entführung ihres Bruders beteiligt gewesen zu sein, und so hatte sich Rowan von ihrer Wut und Rachsucht leiten lassen. Aber inzwischen belastet sie die Vorstellung, dass Eldritch elend im Keller der Heckenhexe gestorben sein könnte und sie wird deshalb Nacht für Nacht von Alpträumen heimgesucht.

Auch ihr alter Freund Sperling lässt nicht zu, dass Rowan ihr altes Leben hinter sich lassen kann. Ebenso wie sie gehört der Junge zu dem "Coven", einem Kreis von Gleichgesinnten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Wechselbälger wieder gegen die geraubten Kinder auszutauschen. Leiter des "Coven" ist Tino, dessen Zirkus auch als Tarnung für diejenigen Mitglieder der Gruppe dient, die elfischer Abstammung sind oder übernatürliche Kräfte haben, die ihnen das Leben zwischen normalen Menschen erschweren.

Neben ihrer sowieso schon beschwerlichen Aufgabe, die die Angehörigen des "Coven" regelmäßig ins Elfenreich führt, beschäftigen rätselhafte Vorgänge Rowans alte Bekannte. Einige Mitglieder des Kreises verschwinden, ohne Spuren zu hinterlassen, und kurze Zeit später werden ihre Leichen aufgefunden. Dabei gibt es Hinweise, dass der oder die Täter nicht nur von den Aktivitäten der Ermordeten im "Coven" wussten, sondern auch die jeweilige Schwachstelle der Opfer genau bekannt war und für die Tat ausgenutzt wurde. Gemeinsam mit Tanya und Fabian versucht Rowan ihren ehemaligen Verbündeten zu helfen und herauszufinden, wer die Mitglieder des "Coven" jagt - und wird so selbst zu einem möglichen Opfer.

Michelle Harrison hat in ihren "Elfenseelen"-Romanen immer schon einen ernsthafteren Ton angeschlagen, als viele andere Autoren von fantastischen Jugendbüchern dies tun würden. Doch im dritten Band der Reihe wird die Atmosphäre noch einmal deutlich bedrohlicher als in den vorherigen beiden Büchern. Rowan und ihre Freunde werden direkt mit den Leichen der ermordeten "Coven"-Mitglieder konfrontiert und so wirken auch die fantastischen Elemente beängstigender denn je. Obwohl die Geschichte nie so unheimlich wird, dass sie die jugendlichen Leser überfordern würde, liegt der Schwerpunkt eindeutig eher auf der Spannung als auf den unterhaltsameren übernatürlichen Aspekten.

Auch die Tatsache, dass die Handlung in "Jenseits der Ferne" ausschließlich in unserer Welt und nicht im Elfenreich spielt, trägt dazu bei, dass dieser Roman einen ernsthafteren Unterton bekommt. Dabei ist es schön zu beobachten, wie sich die vertrauten Charaktere entwickeln und einen Platz im Leben finden, auch wenn diese Passagen ruhig noch etwas mehr hätten ausgebaut werden können. Besonders für Rowan ist es nicht einfach, zwischen ihrer Vergangenheit als bestes Mitglied des "Coven" und einer Zukunft mit ihrer Mutter und ihren Freunden in einer liebevollen Umgebung die richtige Balance zu finden. Aber auch Tanya hat das Bedürfnis, mit ihrer Gabe mehr anfangen zu können, als sich mit dem Abflussbewohner um ihre Schmuckstücke zu streiten.

So spannend es ist, mehr über Rowans Vergangenheit und den "Coven" zu erfahren, übertreibt es Michelle Harrison etwas mit der Einführung all der neuen Figuren. Während schnell ein Verdacht aufkommt, wer innerhalb des engen Kreises ein Verräter sein könnte, fällt es dem Leser - allein schon aufgrund der Menge - schwer, eine Beziehung zu all den neu aufgetauchten Personen aufzubauen. Gleichzeitig kommen die liebgewonnenen Charaktere etwas zu kurz. So ist es zwar fesselnd zu verfolgen, wie es am Schluss des Buches zu einem rasanten Endkampf auf Elvesden Manor kommt, aber wirklich mitfiebern kann man fast nur mit den Personen, die man schon seit dem ersten Band der Reihe kennt.

Fazit:

Auch wenn "Jenseits der Ferne" ein wenig die Magie der ersten beiden Romane von Michelle Harrison vermissen lässt, da die Autorin dieses Mal auf einen Besuch im Elfenreich verzichtet, bietet das Buch doch immer noch spannende Lesestunden. Vor allem die Informationen über den "Coven", die Details über Rowans Vergangenheit und den Kampf gegen ein ganz besonderes Wechselbalg sorgen für faszinierende Wendungen in der Handlung. Das alles lässt einen dann auch darüber hinwegsehen, dass Michelle Harrison es ein wenig mit der Einführung neuer Charaktere übertrieben hat, während die vertrauten Figuren stellenweise etwas zu kurz kommen.
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