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Die Krieger der Königin  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Konstanze Tants   
Montag, 21. November 2011

Die Krieger der Königin

Originaltitel: The Battle Sylph
Übersetzt von: Vanessa Lamatsch

1. Band der Reihe

Verlag: Knaur
Erschienen: Mai 2011
ISBN: 978-3-426-50861-9
Preis: 9,99 EUR

416 Seiten
Inhalt
6.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.2

Wertung:
6.2
von 10
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Zum Inhalt:

Krieger: Unter diesem einfachen Namen sind die magischen Wesen bekannt, deren Kräfte ausreichen, ganze Städte zu vernichten. Kaum jemand weiß, dass sie durch ein Jungfrauenopfer in den Dienst ihrer menschlichen Herren gezwungen werden. Auch die junge Solie soll zu diesem Zweck sterben. Doch während des Rituals bekommt sie Hilfe von unerwarteter Seite ...

Meinung:

Die Autorin L. J. McDonald wirft den Leser mit "Die Krieger der Königin" in eine fremdartige Welt, in der man sich erst einmal zurechtfinden muss. Schnell wird klar, dass einigen Menschen in dem Königreich Eferem sogenannte Sylphen zur Verfügung stehen, die ihnen mit ihren magischen Fähigkeiten Macht über die Elemente verleihen. Während z.B. Windsylphen für den Transport von Luftschiffen eingesetzt werden und Feuersylphen die nächtlichen Straßen erhellen oder die Häuser wärmen, gibt es auch seltenere und deutlich gefährlichere Sylphen, die Krieger genannt werden. Wo diese Sylphen herkommen, weiß nur die Priesterschaft - und dieses Geheimnis hütet sie gut. Aber ein weit verbreitetes Gerücht im Land besagt, dass die Krieger durch das Opfer einer Jungfrau beschworen werden.

Dass dieses Gerücht nur allzu wahr ist, muss die junge Solie herausfinden, als sie eines Nachts aus ihrem Elternhaus schleicht. In der Hoffnung, dass sie bei ihrer Tante Schutz vor einer ungewollten Verheiratung findet, macht sie sich auf den Weg, nur um kurz darauf von den Häschern des Königs für eine Opferung gefangen zu werden. Doch bei der Opferung, bei der der Thronfolger mit einem Krieger verbunden werden sollte, gelingt es Solie zu überleben und so den jungen Sylph Hedu an sich zu binden. Die beiden fliehen aus dem Schloss und versetzen damit das gesamte Königreich in Aufruhr.

Gemeinsam mit Solie, die keine Ahnung von den Regeln hat, die mit dem Besitz eines Sylphs verbunden sind, lernt der Leser mehr über diese übernatürlichen Wesen. Schnell steht fest, dass Hedu und die anderen Sylphen aus einer fremdartigen Welt oder Dimension stammen und dass ihr Leben mit dem in einem Bienenstock vergleichbar ist. Jeder Stock wird von einer Königin regiert, deren Willen über allem anderen steht, und die Krieger sind nur dazu da, die Königin zu verteidigen und - im Falle des auserwählten Kriegers - zu begatten. Die Fähigkeiten aller anderen Sylphen (Manipulation der Elemente und Heilen) dienen ausschließlich dem Wohl der Königin und des Stockes, während das Individuum in dieser Gesellschaft keinen Wert hat.

Unter diesen Umständen ist es vielleicht kein Wunder, dass Hedu, der in Solie seine Königin sieht, arg hormongesteuert durch die Geschichte geht und der Leser aus diesem Grund einige Sexszenen zwischen dem verliebten jungen Mädchen und seinem Krieger verfolgen muss. Trotz dieser anfangs etwas einseitigen Beziehung lernt Hedu aber im Laufe der Zeit, dass in dieser (für ihn neuen) Welt ganz andere Regeln gelten als in seiner Heimat und nicht jeder Mann automatisch als ein Rivale um seine Königin anzusehen ist.

Neben dem interessanten Kontrast zwischen der mittelalterlich anmutenden Welt und den Hintergrundinformationen über die Sylphen und ihre Heimat sind es vor allem die Nebenfiguren, die den Leser reizen. Auf der einen Seite ist da Devon, der von seinem Vater eine Windsylphe überlassen bekommen hat und mit dieser ein besonders inniges Verhältnis pflegt. Der junge Mann stellt einige der Grundregeln für den Umgang mit Sylphen in Frage und versucht - auch gegen die Gesetze des Königs - immer das Richtige zu tun. Auch Leon, der als Sicherheitsoffizier des Königs Solie und Hedu zur Strecke bringen soll, verbindet ein ungewöhnliches Band mit seinem Krieger Ril, obwohl ihm dieser nur Hass entgegenbringt. Trotzdem empfindet der Offizier den Sylph als Teil seiner Familie, was auch Rils Verhältnis zu ihm prägt.

Je mehr der Leser über die Perspektive dieser Figuren erfährt, desto intensiver erlebt er die - stellenweise etwas langatmige - Handlung mit und wird neugierig auf die weiteren Entwicklungen. Vor allem Ril und Leon, die in der Fortsetzung "Falkenherz" die Hauptrollen übernehmen werden, wecken dabei das Interesse des Lesers und sorgen dafür, dass Solies und Hedus Geschichte bald zur Nebensache wird. So entsteht aus der ungewöhnlichen Grundidee und den reizvollen Nebenfiguren eine spannende Handlung, die einen trotz des stellenweise recht einfachen Schreib- und Erzählstils (der allerdings Solies und Hedus ungebildeter Herkunft entspricht) fesseln kann.

Fazit:

Mit "Die Krieger der Königin" legt L. J. McDonald eine interessante Basis für ihre Fantasyreihe rund um die ungewöhnlichen Sylphen. Zwar rückt die eigentliche Handlung rund um das Mädchen Solie und ihren Krieger Hedu angesichts der faszinierenden Nebencharaktere bald in den Hintergrund, doch dafür bieten vor allem Leon und sein Krieger Ril noch viel Potenzial für weitere Geschichten. Der teilweise etwas simple Erzählstil hingegen passt zu der Tatsache, dass Solie als einfaches Mädchen recht ungebildet ist und sich erst im Laufe der Zeit mehr Wissen aneignen muss. So bietet "Die Krieger der Königin" für den Leser qualitative Höhen und Tiefen, aber insgesamt so viele gute Ansätze, dass dieser Band Lust auf die Fortsetzung macht, die sich um den falkenhaften Ril drehen wird.
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