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Das Geheimnis des verlassenen Schlosses (Hörbuch)  Drucken E-Mail
Hörbücher: Unterhaltung Kinder & Jugend
Geschrieben von Jana Witte   
Samstag, 19. November 2011

Das Geheimnis des verlassenen Schlosses

Gelesen von: Katharina Thalbach
Art der Lesung: gekürzt
Medienanzahl: 2 CDs

6. Teil der Reihe

Label: JUMBO
Untergenre: Fantasy
Erschienen: April 2011
ISBN: 978-3-8337-2715-3
Preis: 9,99 EUR EUR
Inhalt
7.0
Sprecher
9.0
Bearbeitung
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.7

Wertung:
7.7
von 10
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Zum Inhalt:

Außerirdische Ramerianer unter dem Kommando Baan-Nus landen im Zauberland und nisten sich in Hurrikaps verlassenem Schloss ein. Sie wollen die Smaragdenmine ausbeuten und die Bewohner des Zauberlandes unterwerfen und versklaven. Der Scheuch braucht dringend Hilfe. Er schickt den Torhüter Faramant und den Drachen Oicho nach Kansas, um Ann, Tim und Fred zu holen. Gemeinsam will man die machthungrigen Eindringlinge überlisten.

Meinung:

Das Hörbuch "Das Geheimnis des verlassenen Schlosses" ist der sechste Band der Zauberland-Reihe und beruht auf dem gleichnamigen Buch von Alexander Wolkow. Nach Auskunft des Jumbo-Verlags soll diese Hörbuchfassung auf der 10. Auflage des Buches aus dem Jahr 2009 des Leipziger Kinderbuchverlags handeln. In diesem Zusammenhang soll nicht unerwähnt bleiben, dass diese Buchausgabe eine neu bearbeitete und im Vergleich zu früheren Editionen teilweise gekürzte Auflage ist.

Der in Sibirien geborene und 1977 verstorbene Alexander Wolkow wolte die Geschichte "Der Zauberer von Oz" von Lyman Frank Baum übersetzen, was letztlich zu seiner eigenständigen Nacherzählung "Der Zauberer der Smaragdenstadt" führte. Dieses Buch leitete zur Freude vieler Kinder und auch Erwachsener die Zauberland-Buchreihe des Autors ein. Zwar enthalten auch die nachfolgenden Teile einige Elemente aus Baums Oz-Universum, aber dennoch sind sie selbstständige Geschichten. Alexander Wolkow schuf sodann "Der schlaue Urfin und seine Holzsoldaten", "Die sieben unterirdischen Könige", "Der Feuergott der Maranen", "Der gelbe Nebel" und schließlich "Das Geheimnis des verlassenen Schlosses". Nach diesem sechsten Band wurde die Reihe von anderen Autoren fortgeführt.

Für Jumbo hat die bekannte Schauspielerin und Hörbuchsprecherin Katharina Thalbach nicht nur die früheren Bände eingelesen, sondern auch aktuell "Das Geheimnis des verlassenen Schlosses". Die hierdurch erreichte Kontinuität in Bezug auf die bekannte Stimme Katharina Thalbachs und ihre Diktion unterstreicht den Seriencharakter und erhöht den Wiedererkennenswert. Und mit ihrer prägnanten Stimme schafft es Katharina Thalbach, den verschiedenen Charakteren Profil zu verleihen: Heiser nachdenklich tritt der Scheuch auf und fordernd die von Rameria stammenden Menviten. Den gleichfalls von Rameria stammenden Arsaken hört man förmlich die Stellung als Diener an. Urfin wirkt leutselig entspannt in seiner ersten Szene, während die um Hilfe gebetenen Kinder Ann und Tim aufgeregt neugierig bzw. forsch klingen.

Beim Lauschen der Geschichte um die ramerianischen Menviten, die die Erde erobern wollen, vergeht die Zeit wie im Flug, falls der Hörer die früheren Zauberland-Abenteuer kennt. Was den Handlungsstrang um die Ramerianer betrifft, ist das Hörbuch auch ohne Vorkenntnisse verständlich. Wer jedoch noch nie etwas von den Bewohnern des Zauberlandes, allen voran dem Dreimalweisen Scheuch, aber auch von Urfin oder Karfax gehört oder aber die außerhalb des Zauberlandes lebenden Menschen Ann, Tim, Elli und Fred kennengelernt hat, wird es etwas schwerer haben.

Zwar gibt es Erläuterungen zu früheren Ereignissen im Zauberland, sie sind jedoch sehr stark verkürzt. Dies allein wäre gerade noch hinnehmbar, jedoch kommen weitere Textkürzungen hinzu, die sich mitunter negativ auf die Nachvollziehbarkeit der Handlung auswirken. So fehlt zum Beispiel eine Szene zwischen Urfin und der Eule Guakomolatokint, die ein anderes Licht auf Urfins Besuch im Lager der Ramerianer wirft. Entsprechendes gilt für eine Szene mit dem Piloten Kau-Ruck. Ob diese Kürzungen allerdings für die Hörbuchversion oder schon in der als Vorlage dienenden Neuauflage des Buches vorgenommen wurden, kann nicht beurteilt werden. Es ist jedoch denkbar, dass diese Charakterdetails für kindliche Ohren nicht so gravierend sind und keine entsprechenden Fragen provoziert werden.

Jüngere Hörer werden die Geschichte genießen, in der die liebenswerten Bewohner des Zauberlandes zusammen mit ihren menschlichen Freunden versuchen, sich gegen die menvitischen Ramerianer zu verteidigen und den Arsaken zu helfen. Gut und Böse sind deutlich umrissen, auch Charakterwandlung zwischen den Extremen ist vorhanden. Dennoch ist dieser sechste Band - ebenso wie schon der fünfte - ernster als die früheren Bücher der Zauberland-Reihe. Gab es im fünften Teil die böse Zauberin Arachna, die die Erschaffung von Tilli-Willi mit allen Konsequenzen erforderlich machte, erscheinen hier Außerirdische, die gleich die ganze Erde untwerfen wollen.

Und damit nicht genug, ist umgehend in der Geschichte vom Kriegsrat die Rede und man findet tödliche Strahlentechnologie und die bewusste Inkaufnahme von Verletzungen. Es werden mehr Bewohner des Zauberlandes verletzt als je zuvor. So geht in dieser Geschichte ein wenig die Unschuld der ersten vier Bände unter, in denen hauptsächlich mit Mut und Freundschaft, Farbe, Wasser oder Sport Gefahren überwunden wurden. Etwas schade ist im Übrigen, dass das Hörbuch ohne weiterführendes Booklet daherkommt, das sich gerade im Kinderbuchbereich anbietet. In ihm könnten Schlüsselszenen der Geschichte illustriert oder eine Karte des Zauberlandes abgebildet sein. Möglicherweise spielen hier aber auch die zugehörigen Lizenzen eine Rolle.

Fazit:

Der sechste Band der Zauberland-Reihe von Alexander Wolkow, "Das Geheimnis des verlassenen Schlosses", wird erneut von der bekannten Künstlerin Anna Thalbach gelesen. Dabei wirkt sich inhaltlich etwas negativ aus, dass das Hörbuch auf der überarbeiteten und im Vergleich zu früheren Ausgaben gekürzten 10. Auflage aus dem Jahr 2009 des Leipziger Kinderbuchverlags beruht, zumal weitere Überarbeitungen und Kürzungen für die Umsetzung als Hörbuch hinzukamen. Dennoch werden durch die prägnante und wandelbare Stimme der Sprecherin die Charaktere der Geschichte lebendig und der Hörer wird in ihren Bann gezogen. Eine Bereicherung wäre allerdings noch ein Booklet mit ergänzenden Informationen oder Illustrationen zur Erzählung gewesen.
Weiterführende Infos

Hörprobe:

 
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