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Melina und die vergessene Magie  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Montag, 7. November 2011

Melina und die vergessene Magie

Untergenre: Fantasy
Verlag: Ueberreuter
Erschienen: Januar 2011
ISBN: 978-3-8000-5612-5
Preis: 9,95 EUR

238 Seiten
Inhalt
6.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.2

Wertung:
6.2
von 10
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Zum Inhalt:

Melina wird von der Klassenzicke im Schulkeller eingesperrt, in dem vor Jahren ein Mädchen verschwunden ist. Als sich ein magisches Fenster - ein Tor in eine fremde Welt - öffnet, beginnt eine unglaubliche Reise durch das Land Lamunee: zur Höhle des Windes, zum Eispalast, zum Nebelwald und zu den ältesten Hexen der Welt. Eine gefährliche Reise, denn die Feuerzauberer wollen das Land erobern und die "dunkle Zeit" zurückbringen. Als es fast zu spät ist, erkennt Melina, dass sie ein ungewöhnliches Talent hat. Eine Magie, die längst in Vergessenheit geraten ist ...

Meinung:

Für "Melina und die vergessene Magie" verwendet Susanne Mittag eine beliebte Grundidee für ein fantastisches Kinderbuch: Ein Mädchen gerät durch einen großen Zufall in eine magische Welt und muss dort eine entscheidende Rolle für die Zukunft dieser Welt übernehmen. Als Melina gleich an ihrem ersten Tag an der neuen Schule von der unsympathischen Lisa im Keller eingesperrt wird, öffnet sich vor ihr urplötzlich ein Fenster in das fantastische Land Lamunee. Aus Versehen hatte ein Zauberlehrling, der Bogan Tann, dieses Weltentor geöffnet, als er sich eigentlich um die "Haustiere" seines Meisters kümmern sollte.

Schnell ist dem Bogan klar, dass er dem Mädchen helfen muss, einen Weg nach Hause zu finden, denn Menschen ist der Zugang in seine Welt verboten. Auf ihrer Reise finden die beiden bald heraus, dass etwas Unheimliches im Land geschieht. Die mächtigen Eiszauberer wurden alle - ebenso wie Tanns Meister Salius - zum Schloss des Königs gerufen, ohne dass jemand weiß, warum sich die Zauberer treffen sollten. Währenddessen mehren sich die Zeichen dafür, dass die mächtigen und zerstörerischen Feuerzauberer zurückgekehrt sind und nun die Macht im Reich an sich reißen.

Susanne Mittag ist es gelungen, eine wirklich bezaubernde Geschichte voller fantastischer Einfälle zu erzählen. Auf ihrer Reise quer durch Lamunee lernt Melina nicht nur mehr über ihren Reisegefährten Tann, sondern auch über die Magie und all die fantastischen Kreaturen im Land. Während sie einen Weg zurück zu ihren Eltern sucht, spielt Melina - fast gegen ihren Willen - eine immer größere Rolle im Kampf gegen die Feuerzauberer. Dabei entzücken den Leser die vielen kleinen Geschichten, die mit den verschiedenen Geschöpfen verbunden sind, ebenso wie die Beschreibungen der Landschaften und der Lebensgewohnheiten der verschiedenen Charaktere.

Neben Melinas Perspektive kann man auch noch die Erlebnisse der jungen Lianna verfolgen, die bei der Zauberin Morzena angestellt ist. Obwohl Lianna als Lehrling zu ihrer Meisterin kam, verrichtet das Mädchen bislang in erster Linie Dienstbotenaufgaben. Aber das macht ihr nichts aus, da sie sich sicher ist, dass ihre schöne und kluge Herrin ihr eines Tages alles beibringen wird, was sie weiß. Allerdings beunruhigt es sie, dass Morzena regelmäßig Besuch von einem unheimlichen alten Mann bekommt, mit dem sie gemeinsam große Pläne schmiedet.

So sympatisch Lianna, Melina, der Zauberlehrling Tann und auch der Musiker Erel für den Leser beschrieben werden, so wenig berühren einen allerdings diese Charaktere. Leider gelingt es Susanne Mittag nicht, den verschiedenen Figuren Tiefe zu verleihen oder ihre jeweilige Situation so zu schildern, dass man mit ihnen mitfiebert. Vielleicht haben die Autorin und der Verlag aufgrund des angestrebten Lesealters (ab 10 Jahren) lieber darauf verzichtet, die Personen in "Melina und die vergessene Magie" in nennenswerte Gefahr zu bringen, aber diese übertriebene Vorsicht sorgt für einen spürbaren Mangel an Lesegenuss.

Jede Situation, in der es auch nur annähernd gefährlich für Melina und ihre Freunde werden könnte, wird viel zu schnell und deutlich zu einfach gelöst. Ist ein gefährliches Tier in Reichweite, zaubern sich Melina und der Bogan einfach weg und wenn kein Reisezauber möglich ist, dann wird die Gefahr auf eine andere Art und Weise beseitigt. Auch bei Liannas Erzählstrang gibt es nicht eine Stelle, an der der Leser richtig mitfiebern könnte. So bleibt am Ende des Buches leider nur der Eindruck zurück, dass hier eine fantasiebegabte Autorin am Werk war, der es aber bedauerlicherweise nicht möglich war, eine im Leser nachklingende Geschichte zu erzählen.

Fazit:

Obwohl Susanne Mittag mit "Melina und die vergessene Magie" den Leser in eine wunderbar vielseitige fantastische Welt voller liebevoller Einfälle führt, gelingt es der Autorin mit ihrer Geschichte nicht, ihn richtig zu fesseln. Melina, die gemeinsam mit ihren neuen Freunden - wie dem Bogan Tann und dem Musiker Erel - viele kleine Abenteuer erlebt, gerät während ihrer Reise durch das magische Land Linnea niemals in wirkliche Gefahr und auch die eher amüsanten und bezaubernden Szenen, in denen die Autorin all ihre Fantasie entfaltet, berühren einen leider nicht nachhaltig. So ist dieses Buch zwar von der Erzählweise auch wunderbar für übersensible Kinder ab zehn Jahren geeignet, wird aber diejenigen jungen Leser, deren Aufmerksamkeitsspanne eher kurz ist, nicht packen können.
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