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Das Leben ist kein Ponyhof  Drucken E-Mail
Comics: Sonstiges Funnys & Humor
Geschrieben von Jano Rohleder   
Dienstag, 13. September 2011

Das Leben ist kein Ponyhof

Autor: Sarah Burrini
Zeichner: Sarah Burrini

1. Band der Reihe

Verlag: Zwerchfell
Format: Hardcover
Erschienen: Juni 2011
ISBN: 978-3-928387-95-8
Preis: 14,00 EUR

96 Seiten
Inhalt
8.0
Zeichnungen
9.0
Verarbeitung
7.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
8.2

Wertung:
8.2
von 10
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Zum Inhalt:

Eins weiß Sarah genau: Wenn die Nussnugatcreme zur Neige geht, der Elefant Ngumbe im Nebenzimmer mit El Pilzo ringt, das Pony Butterblume Lederkerls datet und die eigene Frisur berühmter als man selbst ist, dann ist das alles ganz normal ... denn das Leben ist kein Ponyhof.

Meinung:

Sarah Burrinis "Das Leben ist kein Ponyhof" erfreut sich in letzter Zeit immer größerer Beliebtheit. Der 2009 gestartete Webcomic, von dem immer montags und donnerstags eine neue Episode erscheint, war im letzten Jahr bereits für den wichtigsten deutschen Comicpreis "Sondermann" nominiert und gewann in diesem Jahr den PENG!-Preis des Münchner Comicfestivals. Der Zwerchfell-Verlag (unter anderem auch die Heimat von Naomi Fearns "Zuckerfisch") hat nun die einzelnen Strips aus dem Zeitraum von Mai 2009 bis Ende Dezember 2010 als Comicalbum im Geschenkbuchformat veröffentlicht.

Im Comic lebt Sarah zusammen mit dem Trompete spielenden Elefant Ngumbe, dem mexikanischen Pilz El Pilzo und dem Minipony Butterblume in einer WG, die allerlei chaotische Abenteuer erlebt. Diese basieren zum Teil auf tatsächlichen Erlebnissen der Autorin (Signierstunden, Urlaubsreisen und ähnliche Vorkommnisse), sind aber die meiste Zeit über frei erfunden, z.B. wenn Sarahs neue Frisur ein Eigenleben als Rockstar und Comiczeichner entwickelt oder Ngumbe mal zum Einkaufen das Haus verlässt und prompt von einem Sondereinsatzkommando in den Kölner Zoo verfrachtet wird.

Zwar ist sicherlich nicht jeder Strip ein humoristisches Highlight, die meisten schaffen es aber zumindest, dem Leser ein Schmunzeln - wenn nicht gar ein großes Grinsen - hervorzulocken und einige sind sogar zum Schreien komisch, unter anderem, wenn Ngumbe ein altes afrikanisches Ritual aufführt, um El Pilzos Grippe auszutreiben ... und sich das Ganze als Mischung der "Hakuna Matata"- und "Ich will jetzt gleich König sein"-Szenen aus dem "König der Löwen" herausstellt, samt tanzender Zebras und anderer Steppentiere.

Generell basieren die Gags gerne mal auf allen möglichen Popkultur-Anspielungen - wer Filme, Comics und Computerspiele mag, wird daher an "Das Leben ist kein Ponyhof" seine helle Freude haben. Zum Teil geht das allerdings so weit, dass die Pointe ohne Kenntnis der entsprechenden Vorlage nicht verständlich ist, wie beispielsweise bei den gelegentlichen "Monkey Island"-Bezügen oder dem einmal auftauchenden Kreisel aus "Inception". Wenn man den Band an jemanden verschenkt, der den Webcomic nicht kennt, sollte man sich also sicher sein, dass derjenige im Allgemeinen mit Filmen, Spielen und Comics vertraut ist.

Die Zeichnungen sind im Funny-Stil gehalten und erinnern manchmal ein bisschen an Bryan Lee O'Malleys "Scott Pilgrim". Insgesamt ist das Ganze durchweg äußerst knuffig, vor allem Elefant Ngumbe und sein Gesichtsausdruck sind immer extrem komisch. Die Verarbeitung des Albums wirkt hochwertig, die leuchtenden Farben kommen gut zur Geltung. Allerdings wurde die Fadenheftung nicht ganz sorgfältig vorgenommen, weshalb einige Seiten am unteren Rand etwas lose sind. Eventuell ist das aber nur ein Problem des vorliegenden Exemplars.

Einen kleinen Abzug gibt es fürs Lettering, das vor allem hinsichtlich der Zeichensetzung (gelegentlich fehlende Kommas, Akzente statt Apostrophe u.Ä.) nicht ganz sicher ist und beim irgendwann vielleicht erscheinenden nächsten Band lieber vor Abdruck noch mal überprüft werden sollte. Dass seit Januar 2007 die Angabe der 13-stelligen ISBN statt der alten zehnstelligen verbindlich ist, scheint man bei Zwerchfell auch noch nicht mitbekommen zu haben, aber das fließt natürlich nicht in die Wertung des Buchs ein.

Abgerundet wird der Band von einem siebenseitigen Anhang, der die "Ponyhof"-Interpretationen verschiedener Gastkünstler präsentiert. Insgesamt bekommt man hier also ein schönes Büchlein zum Verschenken oder Selbstlesen geboten, das sich auch dann lohnt, wenn man die Comics bereits aus dem Internet kennt. Der Preis, der noch etwas über dem eines Standard-Hardcover-Albums liegt, hätte aber - trotz der Tatsache, dass es sich um einen kleinen Independent-Verlag handelt - gerne einen oder zwei Euro günstiger ausfallen können.

Fazit:

Mit "Das Leben ist kein Ponyhof" legt der Zwerchfell-Verlag die gesammelten Strips des gleichnamigen Webcomics aus der Zeit von Mitte 2009 bis Ende 2010 als Album im Geschenkbuchformat vor. Die Witzigkeit reicht dabei von moderat bis zum Schreien komisch und den knuffigen Zeichnungen wird sicherlich jeder sofort verfallen. Wenn man den Band verschenkt, sollte man allerdings beachten, dass die Strips regelmäßig Anspielungen auf Filme, Computerspiele und andere Vertreter der Popkultur enthalten und der Beschenkte diese auch möglichst kennen sollte, da einige der Pointen sonst unverständlich sind. Das Album selbst ist recht gut verarbeitet, der Preis hätte allerdings ein bisschen niedriger ausfallen können.
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