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Sixteen Moons - Eine unsterbliche Liebe  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Montag, 1. August 2011

Sixteen Moons - Eine unsterbliche Liebe

Originaltitel: Beautiful Creatures
Übersetzt von: Petra Koob-Pawis

Reihe: Sixteen Moons
1. Band der Reihe

Untergenre: Fantasy
Verlag: cbj
Erschienen: August 2010
ISBN: 978-3-570-13828-1
Preis: 18,95 EUR

544 Seiten
Inhalt
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.1

Wertung:
7.1
von 10
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Zum Inhalt:

Liebe noch vor dem ersten Blick: Seit Monaten verfolgen Ethan Träume von einem unbekannten Mädchen, das er verzweifelt zu retten versucht, und dann steht das Mädchen aus seinen Träumen vor ihm: Lena, die Neue an seiner Schule, in die Ethan sich unsterblich und bedingungslos verliebt. Doch Lena und ihre Familie umgibt ein Fluch, den sie verzweifelt geheim zu halten versuchen - auch vor Ethan. Ethan jedoch weiß: Ihm ist vorherbestimmt, Lena für immer zu lieben. Aber wird er an ihrer Seite bleiben können, gleich, welches Schicksal sie erwartet?

Meinung:

In "Sixteen Moons - Eine unsterbliche Liebe" wird die Geschichte aus der (Ich-)Perspektive des sechzehnjährigen Ethan erzählt. Schon seit Generationen lebt seine Familie in dem kleinen Südstaaten-Ort Gatlin, wo es so traditionell zugeht, dass man das Gefühl bekommt, es hätte sich seit dem Bürgerkrieg nichts mehr verändert. Obwohl Ethan mit der Lebensweise seiner Nachbarn nicht viel anfangen kann, bei der sich alles um den wöchentlichen Kirchgang, den eigenen Stammbaum und das "richtige Verhalten" dreht, passt sich der Junge an. Ethan spielt im Basketball-Team mit, verabredet sich ab und an mit einer Cheerleaderin und verbirgt seine Leidenschaft für Bücher vor seinen Mitschülern.

Obwohl er mit Link einen besten Freund hat, der immer wieder über Ethans Eigenarten hinwegsieht, kann er ihm nicht erzählen, dass sein Vater sich seit dem Tod der Mutter in seinem Arbeitszimmer eingeschlossen hat und dass Ethan jede Nacht von einem unbekannten Mädchen träumt, das in Gefahr ist. Nicht einmal Amma, die ihn aufgezogen hat und die in der ganzen Stadt für ihre übernatürliche Begabung und ihre Amulette berühmt ist, kann er von dieser Unbekannten berichten. Doch dann kommt eine neue Schülerin an die Schule: Lena Duchannes ist die Nichte von Macon Ravenwood, einem Sonderling, über den in Gatlin allerlei Gerüchte umgehen - und von Anfang an steht fest, dass Lena nicht in den biederen Ort passt. Während seine Mitschüler die Neue bei jeder Gelegenheit ausgrenzen und wegen ihrer Verwandtschaft zu Macon triezen, erkennt Ethan in Lena das Mädchen aus seinen Träumen.

Vom ersten Augenblick an fühlt sich der Junge zu der neuen Schülerin hingezogen, auch wenn sie ihn anfangs nur abweisend behandelt. Denn Lena verbirgt ein Geheimnis, welches sie nicht nur in Gatlin zu einer Außenseiterin macht. Lena gehört - wie alle anderen Mitglieder ihrer Familie - zu den Castern, die Magie beherrschen. Und an ihrem sechzehnten Geburtstag bestimmt ein viele Generationen alter Fluch darüber, ob sie in Zukunft auf der lichten oder auf der dunklen Seite ihrer Gabe stehen wird. Lena hat große Angst davor, dass der Fluch für sie die dunkle und somit böse Seite wählen und sie auf diese Weise von den wenigen Menschen trennen wird, die ihr etwas bedeuten.

Kami Garcia und Margaret Stohl nehmen sich in "Sixteen Moons" viel Zeit, um dem Leser die Stadt Gatlin, ihre Einwohner und die Familie Duchannes-Ravenwood samt ihren besonderen Fähigkeiten vorzustellen. Dabei erlebt man weniger eine große und dramatische Liebesgeschichte voller Actionszenen als vielmehr die leise und romantische Annäherung zweier Teenager, die angesichts ihres Umfelds und des Fluchs kaum Aussicht auf ein glückliches gemeinsames Leben haben.

Lena, die der Leser ausschließlich durch Ethans Augen kennenlernt, bleibt einem die ganze Zeit über etwas fremd, was aber die Rätselhaftigkeit ihrer Herkunft und ihrer Gabe nur unterstreicht. Ethan hingegen ist von den beiden Autorinnen sehr liebenswert und angenehm realistisch dargestellt worden. Bei ihm geht es nicht nur um seine Gefühle für Lena, sondern auch darum, sich gegen die Gesellschaft zu stellen, in der er aufgewachsen ist, nicht länger mit der Masse mitzuschwimmen und für seine Meinung und seine Liebe einzustehen, auch wenn das unangenehme Folgen haben wird.

Neben dieser wirklich bezaubernden Liebesgeschichte fasziniert "Sixteen Moons" vor allem durch die detaillierten Beschreibungen. Kami Garcia und Margaret Stohl zeigen für den Leser die Südstaaten sowohl von ihrer schönsten als auch von ihrer abschreckendsten Seite. So wunderbar es ist, Ethan im Kreis seiner Großtanten zu erleben, zu sehen, dass Amma trotz all ihren Absonderlichkeiten ein geachtetes Mitglied der Gemeinde ist, und zu wissen, dass man als jemand, der nach Gatlin gehört, immer eine Nachbarschaft haben wird, die einen auffängt, so erschreckend ist die Ablehnung gegenüber Lena und ihrer Familie.

Dabei haben mehr Einwohner Kontakt zu den Ravenwoods und wissen über ihre besondere Fähigkeiten Bescheid, als man bei einer solch konservativen Gemeinde denken würde. All das hängt mit dem von den Autorinnen erdachten historischen Hintergrund von Gatlin und der Verbindung zwischen der Custer-Familie und dem Ort zusammen, was der Handlung einen zusätzlichen Reiz verschafft. So ist "Sixteen Moons" zwar keine atemberaubende Geschichte, die einen vor lauter Fragen nicht in Ruhe schlafen lässt, aber ein zauberhafter Roman, der die Fantasie des Lesers anregt und große Lust auf die im Herbst 2011 auf Deutsch erscheinende Fortsetzung "Seventeen Moons - Eine unheilvolle Liebe" macht.

Fazit:

Mit "Sixteen Moons" haben die beiden Autorinnen Kami Garcia und Margaret Stohl kein herzzerreißendes Liebesdrama für Jugendliche geschaffen, sondern eine liebevoll geschriebene fantastische Geschichte rund um die langsam aufkeimenden Gefühle von Ethan und Lena. Vor allem können die Schriftstellerinnen bei diesem Roman durch die ungewöhnlichen magischen Elemente und die detaillierten Beschreibungen von Gatlin und seinen Bewohnern überzeugen, durch die ein reizvolles Südstaatenflair entsteht.
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