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Brandoll  Drucken E-Mail
Comics: Manga Allgemeines
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 31. Juli 2011

Brandoll

Autor: Ryo Takagi
Zeichner: Ryo Takagi

Originaltitel: Brandoll
Übersetzt von: Claudia Peter

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Mai 2011
ISBN: 978-3-7704-7492-9
Preis: 6,50 EUR

192 Seiten
Inhalt
7.0
Zeichnungen
7.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.2

Wertung:
7.2
von 10
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Zum Inhalt:

Für den gut aussehenden Fen geht ein Herzenswunsch in Erfüllung, als er in die Eliteeinheit SDF (Special Dispatch Force) aufgenommen wird. Dort trifft er zu seiner Überraschung auf eine Truppe kichernder Männer, die sich inmitten äußerst seltsamer Plüschtiere vergnügt! Karkie, der Vize-Truppenleiter, erklärt dem panischen Fen, dass es sich bei dieser Einheit um die "Special Doll Force" handle, deren Aufgabe es sei, ganz besondere Plüschtiere namens "Brandolls" zu sammeln. Und nicht nur das: Die Einheit scheint so geheim zu sein, dass Fen sie nun nicht mehr verlassen darf ...

Meinung:

"Brandoll" wird vom Verlag als "Fantasy mit Boys-Love-Allüren" beworben, was bei den dementsprechenden Lesern vermutlich eher zu Enttäuschungen führt, vor allem wenn sie einen ebenso Boys-Love-lastigen Lesestoff erwarten, wie es die "Games"-Titel von Ryo Takagi waren. Doch wie unter anderem bei "The Devil Within" zu sehen ist, ist die Mangaka durchaus in der Lage, auch andere Geschichten zu erzählen. Bei "Brandoll" setzt Ryo Takagi vor allem auf humorvolle Szenen, auch wenn die Geschichte an manchen Stellen angenehmerweise einen etwas ernsteren Hintergrund aufzeigt.

Hauptfigur bei "Brandoll" ist der junge und ehrgeizige Fen, der darauf hingearbeitet hat, die Prüfungen für die Arbeit bei der "Special Dispatch Force" (Spezieller Entsendetrupp) zu bestehen. Als es dann endlich so weit ist, dass er bei der SDF seinen Dienst antreten soll, verirrt sich der junge Mann und landet bei der "Special Doll Force" des Königs. Noch bevor er flüchten kann, wird Fen für diese kleine Einheit zwangsverpflichtet und muss nun gemeinsam mit Hermès, Karkie und Dio nach den seltenen und kostbaren Brandolls suchen.

Diese - in der Regel ungemein hässlichen - Puppen haben eine ganz besondere Bedeutung und gelten bei Sammlern als wertvoller Besitz. Aber nicht nur mit denjenigen, die die Brandolls aufgrund ihres finanziellen Wertes ihr Eigen nennen, sondern auch mit Personen, die ihr Herz an die unansehnlichen Kuscheltiere gehängt haben, müssen sich die Mitglieder der SDF auseinandersetzen. Und während Fen seinem neuen und ungewöhnlichen Dienst nach besten Kräften nachgeht, hofft er immer noch, dass eines Tages ein Wunder geschieht und er diesen demütigenden Job gegen einen Posten bei der "Special Dispatch Force" antreten kann.

Trotz seines Widerwillens gegen das Aufspüren der Brandolls freundet sich Fen im Laufe der Geschichte mit seinen neuen Kollegen an. So muss er feststellen, dass Hermès und Karkie trotz ihres exzentrischen Auftretens (und ihrer Neigung zum Delegieren schwieriger Aufgaben) ernstzunehmende Angestellte des Königs sind und ihm - trotz seines Übereifers - in der Regel eine Nasenlänge voraus sind. So ist Dio eigentlich das einzige Mitglied der SDF, das immer mal wieder Fens Hilfe benötigt und anerkennt, wie eifrig und zuverlässig der junge Mann ist.

Bei einer so absurden und amüsanten Grundidee ist es schon fast erstaunlich, dass es Ryo Takagi gelungen ist, immer wieder ernsthafte Handlungsansätze in die Geschichte einzubauen. Besonders die Herkunft der Brandolls und ihre Verwicklung in die Familiengeschichte des Königs ist wirklich ansprechend gelungen. Und auch die sich andeutende Liebesbeziehung zwischen Fen und seiner Angebeteten führt nicht nur immer wieder zu niedlichen Verwechslungsszenen und humorvollen Momenten, sondern auch zu süßen Szenen, in denen die beiden allein sind - und sich doch nicht näherkommen können.

Auf der zeichnerischen Seite konzentriert sich Ryo Takagi auf eine Vielzahl gut aussehender Männer und ein süßes und hübsches Mädchen, während die Brandolls der Optik dieses Manga ein sympathisch-hässliches Element zufügen. Noch schöner wäre es, wenn die Zeichnerin die Emotionen ihrer Figuren deutlicher zum Ausdruck bringen könnte. So kann einen die Geschichte zwar nicht wirklich bewegen, bietet aber eine ungewöhnliche Grundidee und somit auch einige unterhaltsame Lesemomente.

Fazit:

Entgegen der Marketingstrategie des Verlags erwartet den Leser mit "Brandoll" keine Boys-Love-Geschichte, sondern eine nette Handlung mit leicht fantastischen Einschlägen rund um ein ungewöhnliches Sondereinsatzteam. Neben amüsanten Szenen und gut aussehenden männlichen Charakteren bietet Ryo Takagi eine unterhaltsame, wenn auch nicht besonders anspruchsvolle Geschichte, bei der stellenweise sogar ein ernsthafterer Hintergrund angedeutet wird. So hinterlässt "Brandoll" beim Leser zwar keinen nachhaltigen Eindruck, kann aber durchaus unterhalten.
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