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Nackt schlafen ist bio  Drucken E-Mail
Bücher: Sachbuch Erlebtes & Reiseberichte
Geschrieben von Konstanze Tants   
Samstag, 9. Juli 2011

Nackt schlafen ist bio - Eine Öko-Zyknikerin findet ihr grünes Gewissen und die große Liebe

Originaltitel: Sleeping Naked is Green
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: März 2011
ISBN: 978-3-404-60655-9
Preis: 8,99 EUR

364 Seiten
Inhalt
5.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
5.3

Wertung:
5.3
von 10
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Zum Inhalt:

Ist Duschen im Dunkeln wirklich sinnvoll, um Strom zu sparen? Wofür entscheidest du dich, wenn im Supermarkt der gespritzte Granny Smith aus der Region neben dem Bioapfel aus Neuseeland liegt? Und welche Shampoo-Experimente aus der Kräuterküche kann man getrost vergessen? Vanessa Farquharsons hat ein Jahr lang jeden Tag eine ökologische Korrektur in ihrem Leben vorgenommen. Ihr Tagebuch zum Projekt "ökologisch korrekt und trotzdem sexy" ist schonungslos - und äußerst unterhaltsam.

Meinung:

Im Februar 2007 startete die Journalistin Vanessa Farquharson den Blog "Green as a Thistle", wo sie ihre täglichen Versuche, ein ökologischeres Leben zu führen, dokumentierte. Ein Jahr lang führte die junge Frau jeden Tag eine weitere Veränderung in ihrem Alltag ein, die dafür sorgen sollte, dass ihr Leben weniger umweltschädlicher verläuft als bislang. Dabei waren es oft die einfachen Dinge, die ihr besonders schwer gefallen sind, und nicht selten benötigte die Journalistin Rat und Anregungen von ihren Bloglesern oder Fachleuten, die sich professionell damit auseinandersetzen, wie man richtig ökologisch lebt.

In "Nackt schlafen ist bio" hat Vanessa Farquharson einige ihrer Erfahrungen und Erlebnisse aus diesem Jahr gesammelt, sodass der Leser ihren manchmal beschwerlichen, manchmal amüsanten Weg zu einem ökologischeren Leben verfolgen kann. Wer sich allerdings erhofft, dass dieser Titel auch als Ratgeber zu verwenden ist, wird in seinen Erwartungen enttäuscht werden. Dieses Buch ist ein reiner Erlebnisbericht und häufig sind es gerade die informativen Details, die die Autorin zugunsten einer amüsanten Begebenheit oder befremdlichen Anekdote auslässt. Dafür beinhaltet "Nackt schlafen ist bio" allerdings die vollständigen Monatslisten, anhand derer Vanessa Farquharson ihre täglichen Vorhaben durchgeführt hat und in denen der aufmerksame Leser vielleicht auch eine Inspiration für sein eigenes Leben findet.

Amüsant und leicht erzählt die Journalistin von den Veränderungen in ihren Leben. Angefangen bei dem Verzicht auf ihr geliebtes Heizkissen im Bett bis zu der Ausstattung ihres neu gekauften Hauses mit Gebrauchtmöbeln. Immer wieder wird dabei klar, dass heutzutage ein ökologisches Leben mit so einigen Anstrengungen verbunden sein kann - je nachdem, wie ernsthaft man diese Lebenseinstellung verfolgen will. So lernt Vanessa Farquharson über dieses Projekt Menschen kennen, die schon seit Jahren fern der Zivilisation (aber anscheinend trotzdem mit einem Internetzugang) ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen, oder andere, die versuchen, inmitten einer Großstadt auf kleinen Flächen Gemüse und Obst anzubauen und so die Stadt ein wenig grüner zu gestalten.

Aber auch das Privatleben der Autorin ist immer wieder ein Thema in "Nackt schlafen ist bio". Nicht nur die Reaktionen ihrer Freunde und Familie bekommt der Leser geschildert, sondern auch die Schwierigkeiten der Catsitter, die mit dem "grünen Haushalt" der Journalistin - inklusive Wurmkomposter auf dem Balkon und fehlender elektrischer Geräte - auskommen müssen. Ebenso ist Vanessa Farquharsons Status als Single immer wieder etwas, über das die Journalistin schreibt, und so lernt man in diesem Buch auch die verschiedenen Männer kennen, für die sich die Frau im Laufe dieses Jahres interessiert hat.

Am Ende hat sich das Leben von Vanessa Farquharson deutlich verändert - und dies nicht nur, weil sie letztlich doch den Mann fürs Leben gefunden hat. Auch wenn ihre wichtigste Erkenntnis die ist, dass ihre Großeltern, deren Lebensweise sich seit der Nachkriegszeit nicht groß verändert hat, nachhaltiger leben, als sie es jemals durch ihre Bemühungen hinbekommen wird, zeigt die Journalistin mit "Nackt schlafen ist bio", dass auch schon kleine Veränderungen eine Menge für die Natur und Umwelt bewirken können.

So kann dieses Buch zwar nicht als Ratgeber herhalten und bringt den ökologisch interessierten Europäer aufgrund der kanadischen Lebenssicht der Autorin auch immer mal wieder zum Kopfschütteln, dafür ist "Nackt schlafen ist bio" aber unterhaltsam und bietet dem Leser immer wieder Anstöße, um über sein eigenes Leben und dessen Auswirkungen auf die Natur zu überdenken. Wer allerdings einen ebenso unterhaltsamen, dabei jedoch deutlich informativeren Erlebnisbericht verfolgen will, der sollte eher zu Leo Hickmans Titel "Fast nackt" greifen.

Fazit:

"Nackt schlafen ist bio" von Vanessa Farquharson beantwortet dem Leser nicht die im Klappentext angedeuteten Fragen, die ihn bei einer Umstellung auf ein ökologischeres Leben beschäftigen, sondern erzählt von den Erlebnissen der Autorin bei ihren eigenen Versuchen mit dem "grüneren" Leben. Dabei stehen das Privatleben und persönliche Gedanken in diesem Buch mehr im Vordergrund als das Vermitteln von Wissen. So ist dieser Titel zwar sehr amüsant zu lesen und bietet auch den einen oder anderen Anstoß für den Alltag des Lesers, liefert aber doch recht wenig neue Informationen für denjenigen, der sich sowieso schon intensiver mit diesem Thema auseinandersetzt.
Weiterführende Infos
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