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Das Ikarus-Projekt 2: Im Zwielicht  Redaktionstipp Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Science-Fiction
Geschrieben von Konstanze Tants   
Montag, 6. Juni 2011

Das Ikarus-Projekt 2: Im Zwielicht

Originaltitel: Shades of Gray
Übersetzt von: Katrin Harlaß

2. Band der Reihe

Verlag: LYX
Erschienen: April 2011
ISBN: 978-3-8025-8355-1
Preis: 9,99 EUR

528 Seiten
Inhalt
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
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Wertung:
8.0
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Zum Inhalt:

Eine Gruppe ehemaliger Superhelden droht Amerika in Schutt und Asche zu legen. Für die Everyman Society, die alle Superhelden verachtet, ist das ein gefundenes Fressen. Sie hetzt die Bevölkerung gegen die Außermenschlichen auf - auch gegen jene, die noch immer für Recht und Gesetz kämpfen. Die beiden Superheldinnen Jet und Iridium müssen sich erneut zusammentun, um ihre Stadt vor dem Chaos zu bewahren.

Meinung:

Schon mit "Schatten und Licht", dem ersten "Das Ikarus-Projekt"-Band, führten die beiden Autorinnen Jackie Kessler und Caitlin Kittredge den Leser in die desillusionierende Welt des Jahres 2112. Hier werden die Länder von den großen Industrien beherrscht und ein Teil der Polizeiarbeit wird von "Außermenschlichen" erledigt, die ihre Superkräfte in den Dienst der Corp-Co gestellt haben. Corp-Co ist ein Konzern, der nicht nur die Akademie betreibt, an der die Außermenschlichen lernen, mit ihren Kräften umzugehen, sondern auch allgemein über den Einsatz seiner Superhelden bestimmt.

Jet und Iridium wurden beide an der Akademie der Corp-Co ausgebildet, doch während sich Jet mitsamt ihren Schattenkräften zur Vorzeigeheldin von New Chicago entwickelte, entschied sich Iridium, ihrem Vater Arclight zu folgen, der sich als Verbrecher gegen den übermächtigen Konzern und das von ihm geschaffene System aufgelehnt hatte. Diese gegensätzlichen Lebenswege sorgten dafür, dass auch den ehemals besten Freundinnen erbitterte Feindinnen wurden. Doch dann werden Jet und Iridium von ihrem ehemaligen Lehrer Night in eine Intrige verwickelt, die dafür sorgt, dass die beiden Frauen das System der Corp-Co ausschalten.

Gerade mal zwei Wochen nach diesen Ereignissen beginnt die Geschichte von "Im Zwielicht". In diesem Zeitraum ist viel geschehen: Durch den Zusammenbruch des Kommunikationssystems ist auch die Beeinflussung der Superhelden durch die Corp-Co weggefallen und die "Außermenschlichen" müssen mit der Tatsache umgehen, dass sie ihr Leben lang von einem Konzern ihres freien Willens beraubt wurden. Während einige auf das Verschwinden der Kontrollmechanismen mit Wahnsinn reagieren, wollen sich andere einfach nur an der Gesellschaft rächen, die ihnen dies angetan hat.

Jet versucht mit einer Handvoll Superhelden, weiterhin die Ordnung in New Chicago aufrechtzuerhalten, und auch Iridium wird in die Kämpfe gegen die ehemaligen Helden der Stadt verwickelt. Und während Superhelden und Superschurken noch versuchen, mit all den Veränderungen in ihrem Leben fertig zu werden, nutzt die Everyman Society die Gelegenheit und hetzt die Öffentlichkeit gegen die "Außermenschlichen" auf. In diese aktuellen Ereignisse flechten die beiden Autorinnen Jackie Kessler und Caitlin Kittredge geschickt Szenen aus der Vergangenheit ein, die die Familiengeschichten von Jet und Iridium näher beleuchten. Zusätzlich bekommt der Leser dadurch auch eine Erklärung für Nights Beweggründe.

So darf der Leser in "Im Zwielicht" wieder verschiedene Perspektiven verfolgen, die Geschehnisse beschreiben, welche zum Teil in der Gegenwart und zum Teil vor zwanzig Jahren spielen. Doch trotz der vielen Zeitsprünge hat man nie ein Problem damit, sich zu orientieren und in den jeweiligen Handlungsstrang hineinzufinden. Während die Ereignisse im aktuellen New Chicago zwar interessant und spannend geschildert sind, fesseln vor allem die Geschehnisse in der Vergangenheit den Leser. Hier bekommt man detaillierte Antworten auf fast alle Fragen, die einen schon seit dem ersten Band beschäftigt haben. So kann man das erste Kennenlernen von Iridiums Eltern Arclight und Victoria ebenso mitverfolgen wie den schleichend voranschreitenden Wahnsinn von Blackout, der Jets Vater letztlich zum Mord an seiner Frau Angelica getrieben hat.

Wie schon im ersten Band macht der Kontrast zwischen dem pflichtbewussten und kämpferischen Auftreten der Superhelden und ihrer sensiblen und verletzlichen privaten Seite einen großen Reiz der Geschichte aus. Diese vielschichtigen Charaktere wachsen dem Leser schnell ans Herz und ihre Motivationen werden - ebenso wie bei den Schurken - innerhalb ihrer Persönlichkeit überzeugend dargestellt. So kann einen sogar der Handlungsstrang in der Vergangenheit, dessen Ausgang man ja eigentlich schon kennt, mitreißen und immer wieder mit unerwarteten Wendungen überraschen.

Trotz all der Intrigen, Tragödien und Kämpfe kommt bei "Im Zwielicht" auch der Humor nicht zu kurz, sodass man bei all der Dramatik immer wieder über einen Dialog oder eine kurze Szene schmunzeln kann. Und obwohl am Ende dieses Romans für Jet, Iridium und ihre Kollegen das Leben aufwärts zu gehen scheint, bleiben doch noch genügend Fragen offen, um auf das Erscheinen eines weiteren Bandes dieser wunderbaren Hommage an die klassischen amerikanischen Superheldengeschichten zu hoffen.

Fazit:

Mit "Im Zwielicht" führen Jackie Kessler und Caitlin Kittredge ihr "Ikarus-Projekt" ebenso gelungen fort, wie die beiden Autorinnen es mit "Schatten und Licht" begonnen haben. Die Handlung beginnt in diesem Roman gerade mal zwei Wochen nach den Ereignissen aus dem Auftaktband und stellt die beiden Superheldinnen Jet und Iridium vor große Herausforderungen, während sie gegen Jets ehemalige Kameraden kämpfen müssen. Doch vor allem der Handlungsstrang in der Vergangenheit, in dem die Geschichte von Jets und Iridiums Eltern erzählt wird, bewegt den Leser. Bei einer so gelungenen Mischung aus dramatischen, actionreichen und auch amüsanten Elementen macht das Lesen dieses Buches einfach nur Spaß.
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