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Moonshine - Stadt der Dunkelheit  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Konstanze Tants   
Mittwoch, 27. April 2011

Moonshine - Stadt der Dunkelheit

Originaltitel: Moonshine
Übersetzt von: Christiane Meyer

Verlag: Knaur
Erschienen: Oktober 2010
ISBN: 978-3-426-50716-2
Preis: 9,99 EUR

432 Seiten
Inhalt
6.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.2

Wertung:
6.2
von 10
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Zum Inhalt:

New York in den Golden Twenties: Nie zuvor war das Nachtleben so ausgelassen wie in den Jazz-Clubs und illegalen Bars. Doch die Stadt hat auch eine dunkle Seite: Die Kriminalität floriert, die Schwachen werden ausgebeutet - Frauen, Immigranten und ... Vampire! Nur die mutige Zephyr Hollis kämpft für die Rechte dieser benachteiligten Gruppen. Das bringt sie allerdings in ziemliche Schwierigkeiten, denn sie bekommt es nicht nur mit einer gefährlichen Gang aus Kinder-Vampiren und einem machtgierigen Drogenboss zu tun, sondern auch mit dem geheimnisvollen Amir ...

Meinung:

Alaya Johnson führt den Leser mit "Moonshine - Stadt der Dunkelheit" in ein außergewöhnliches New York der 1920er-Jahre. Während die Prohibition dafür sorgt, dass der Alkoholschmuggel und illegale Bars blühen, kämpfen die Suffragetten für das Frauenrecht. Auch für die Immigranten ist das Leben im aufstrebenden New York nicht gerade einfach - und zwischen all diesen Menschen leben vollkommen offen "die Anderen". Unter den "Anderen" versteht man in dieser Welt zum Beispiel Feen und Vampire und diese Wesen gehören genauso zum alltäglichen Leben wie alle anderen Bewohner New Yorks.

Doch während selbst den Immigranten gewisse Rechte zugestanden werden, gelten für die Anderen kaum welche der Bürgerrechte, die den Einwohnern der Stadt ein annehmbares Zusammenleben ermöglichen. Dabei gibt es sogar unter den Vampiren nicht wenige, die einer geregelten Arbeit nachgehen, sich um ihre Familien kümmern und ihren Nahrungsbedarf durch gemeinnützig geführte Blutbanken stillen. Aber natürlich ist nicht jeder der Anderen ein aufrechter Bürger der Stadt. Ein Großteil der Viertel steht unter der Knute der "Turn Boys", einer Bande von besonders jungen und skrupellosen Vampiren.

In dieser Welt versucht Zephyr Hollis, Tochter eines erfolgreichen Dämonenjägers, für die Rechte der Anderen zu kämpfen und die Bedürftigen zu unterstützen. Neben ihrer Tätigkeit als Lehrerin für Immigranten (und die Anderen) - und ersten Versuchen als Sängerin - setzt sich die junge Frau in insgesamt einunddreißig wohltätigen Vereinigungen für die Rechte von Frauen und Anderen ein, spendet Blut, unterstützt die Abstinenzlerbewegung und kann auch sonst kaum ein Hilfegesuch ausschlagen. So nimmt Zephyr - entgegen jeder Vernunft - einen Auftrag von dem geheimnisvollen Amir an, obwohl sie genau weiß, dass sie dies in Lebensgefahr bringen könnte.

Auf den ersten Blick scheint Zephyr zu nett, zu gutmütig und zu engagiert zu sein, um beim Leser wirklich Sympathien zu wecken. Aber je weiter sich die Geschichte entwickelt, desto deutlicher wird es, dass die junge Frau aus irgendeinem Grund das Gefühl hat, dass sie gegen ihre eigene dunkle Seite ankämpfen und etwas aus ihrer Vergangenheit wiedergutmachen muss. Und auch das Verhältnis zu ihrer Familie scheint gestört zu sein, denn vor allem ihr Vater hat kein Verständnis dafür, dass sich seine Tochter für die Rechte und Bildung der Anderen engagiert, während er sie doch für den Kampf gegen diese Wesen ausgebildet hat.

Auch die meisten anderen Charaktere in "Moonshine" hat Alaya Johnson sympathisch gestaltet und so ertappt sich der Leser schnell dabei, dass er sogar Mitleid für den vampirischen Anführer der "Turn Boys" entwickelt. Einige Handlungsentwicklungen und Motive sind leider etwas zu vorhersehbar gestaltet worden - so hat der Leser recht schnell einen konkreten Verdacht, wer hinter dem Auftauchen der neuen Vampirdroge steckt und wer für das Ableben eines der mächtigsten Gangmitglieder New Yorks gesorgt hat. Dennoch lassen einen die atmosphärischen Schilderungen dieses fantastischen New Yorks der 20er-Jahre und der Humor der Geschichte schnell über diese Kritikpunkte hinwegsehen. Angeblich schreibt die Autorin schon an einer Fortsetzung dieser Geschichte und nach einem so unterhaltsamen Auftaktband wird der Leser Zephyr Hollis gewiss gern noch einmal bei ihrem Kampf gegen das Unrecht in New York begleiten.

Fazit:

Auch wenn "Moonshine - Stadt der Dunkelheit" nicht in allen Punkten überzeugen kann, gelingt es Alaya Johnson, den Leser mit ihrem Roman gut zu unterhalten. Vor allem die atmosphärischen Schilderungen, durch die ihr fantastisches New York der 1920er-Jahre zu einer wunderbaren Kulisse für die Erlebnisse der engagierten Zephyr Hollis wird, ziehen den Leser schnell in ihren Bann. Dank der gelungenen Atmosphäre, der sympathischen Charaktere und dem leichten Humor, der sich durch die gesamte Geschichte zieht, kann man über eine gewisse Vorhersehbarkeit der Handlung leicht hinwegsehen. Stattdessen macht dieses Buch Lust darauf, mehr über die Lehrerin, Vampirrechtlerin und Sängerin Zephyr Hollis zu lesen.
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