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Böses Spiel in Oxford  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Krimi & Thriller
Geschrieben von Konstanze Tants   
Samstag, 1. Januar 2011

Böses Spiel in Oxford

Originaltitel: Oxford Double
Übersetzt von: Ulrike Werner-Richter

Reihe: Kate Ivory
9. Band der Reihe

Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: November 2008
ISBN: 978-3-404-15943-7
Preis: 7,99 EUR

301 Seiten
Inhalt
4.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
4.4

Wertung:
4.4
von 10
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Zum Inhalt:

Kate Ivorys neue Nachbarn scheinen auf den ersten Blick ganz normale Leute zu sein. Der eine, Jeremy Wells, ist ein zurückhaltend wirkender Oxforder Gelehrter. Die anderen, Edward und Laura Foster, sind ein älteres Ehepaar, das seinen Ruhestand genießt. Der Friede wird jäh zerstört, als die Senioren erschossen werden. Erst sieht es aus, als wären die beiden einer Verwechslung zum Opfer gefallen. Doch schon bald findet Kate heraus, dass nichts so ist, wie es scheint, und dass ihre Nachbarn ein gefährliches Doppelleben geführt haben ...

Meinung:

Mit "Böses Spiel in Oxford", dem neunten Roman rund um die Schriftsteller Kate Ivory, führt die Autorin Veronica Stallwood den Leser wieder in ein Oxford, das weniger von Gelehrsamkeit als von Verbrechen beherrscht wird. Dabei beginnt die Geschichte ganz harmlos: Nach einem erholsamen Frankreichurlaub wartet Kate Ivory darauf, aus dem Flugzeug steigen zu können. Während sie in der Schlange steht, wandern ihre Gedanken zur Haarpracht des Herrn vor ihr und den Überlegungen, ob seine Frisur nun eine Perücke ist oder nicht und warum ein Mann überhaupt falsche Haare tragen sollte.

Vermutlich würde sich Kate nie wieder an diese Szene erinnern, wenn sie nicht wenige Stunden später verzweifelt nach einem Gesprächsstoff suchen müsste. Denn kaum zu Hause angekommen, wird sie auch schon von den neuen Nachbarn eingeladen. Und so freundlich das ältere Ehepaar Foster ist, so neugierig sind die Illustratorin und der ehemalige Lehrer auch. Doch die - in Kates Augen amüsante - Anekdote über den perückentragenden Flugzeugpassagier hält ihre Gastgeber nicht davon ab, weiter nach Kates Trennung von ihrem Freund George zu fragen, während der einzige weitere Gast, Jeremy Wells, eher verstört auf diese Episode zu reagieren scheint.

Gerade mal einen Tag später wird das Ehepaar Foster direkt vor der eigenen Gartenpforte erschossen. Von diesem Vorfall bekommt Kate jedoch absolut nichts mit, da sie sich mit Ohrenstöpseln und Kopfhörern gegen die Geräusche aus den Nachbarhäusern gewappnet hat, um in Ruhe arbeiten zu können. Doch während ihr ihre Agentin im Nacken sitzt, da der Abgabetermin für Kates nächsten Roman näher rückt, fragt sich die Schriftstellerin ständig, wer einen Grund gehabt haben könnte, ihre Nachbarn umzubringen. Zusätzlich beschäftigt sie noch das seltsame Verhalten von Jeremy Wells.

Dieser ist für Kate ebenfalls ein neuer Nachbar, da sie fast ein Jahr lang nicht in ihrem Haus gewohnt hat. Und nach dem Tod der Fosters verhält sich der Wissenschafter ungewöhnlich nervös, erzählt Kate seltsame Geschichten über eine geheimnisvolle Organisation und bittet sie ständig um Gefallen, die sie von ihrer Arbeit ablenken. Doch eigentlich nimmt Kate gern jede Gelegenheit wahr, um dem Schreibtisch zu entfliehen und ihrer Neugier nachgeben zu können.

Wie schon die vorherigen Kate-Ivory-Romane bietet auch "Böses Spiel in Oxford" dem Leser wieder eine unterhaltsame Handlung ohne allzu große Höhen und Tiefen. Dabei sind es vor allem die sympathischen Figuren mit all ihren Eigenarten und das liebevoll beschriebene Lokalkolorit, die dafür sorgen, dass man sich beim Lesen amüsiert, während der eigentliche Kriminalfall recht vorhersehbar - und nicht immer ganz stimmig - präsentiert wird.

Vor allem ist es ärgerlich, dass Kate bei ihren Ermittlungen nicht mal auf die einfachsten und logischsten Schritte verfällt, während sie gleichzeitig von der Autorin als eine Person beschrieben wird, die ein besonders gutes Auge für Details hat. Denn wäre Kate wirklich so aufmerksam, hätte sie nicht nur beim ersten Besuch von Jeremys Haus ohne jegliche Probleme sein wissenschaftliches Fachgebiet herausfinden können, sondern sie wäre auch auf den Gedanken gekommen, dass ein bisschen Recherche bezüglich seines Aufenthaltsorts in Frankreich zur Lösung des Rätsels hätte beitragen können.

Auch die mysteriöse Frau mit den auffällig roten Haaren, die die Schriftstellerin kurz vor dem Mord an dem Ehepaar Foster in der Straße gesehen hat und die im Laufe der Geschichte an verschiedenen unerwarteten Orten wieder auftaucht, hätte mit diesen kleinen Hinweisen schnell ins Gesamtbild gepasst. Doch trotz dieser Kritikpunkte ist "Böses Spiel in Oxford" ein unterhaltsamer Roman, der sich hervorragend als Lektüre nebenbei eignet, wenn man keinen Anspruch und dafür eine lockere und leichte Geschichte sucht.

Fazit:

"Böses Spiel in Oxford" ist schon der neunte Kate-Ivory-Roman von Veronica Stallwood und verspricht dem Leser wieder die vertraute Mischung aus unterhaltsamen Charakteren, stimmig beschriebenem Lokalkolorit und einem nicht besonders aufregenden Kriminalfall. Dank der flüssigen Erzählweise lässt sich die Geschichte wunderbar als entspannende Urlaubslektüre oder für einen erholsamen Nachmittag auf dem Sofa nutzen, während ein Leser, der eine etwas größere Herausforderung von einem Kriminalroman erwartet, doch lieber zu einem anderen Titel greifen sollte.
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