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Der Monstrumologe (Hörbuch)  Drucken E-Mail
Hörbücher: Unterhaltung Horror
Geschrieben von Konstanze Tants   
Montag, 1. November 2010

Der Monstrumologe

Gelesen von: Christoph Wortberg
Originaltitel: The Monstrumologist
Art der Lesung: gekürzt
Medienanzahl: 6 CDs

1. Teil der Reihe

Label: Lübbe Audio
Erschienen: Oktober 2010
ISBN: 978-3-7857-4398-0
Preis: 19,99 EUR
Inhalt
8.0
Sprecher
8.0
Bearbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.0

Wertung:
8.0
von 10
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Zum Inhalt:

New Jerusalem, 1888: Der Junge Will Henry ist ein Waisenkind und arbeitet als Assistent des kauzigen Dr. Warthrope. Der gute Doktor hat sich auf ein ganz besonderes Gebiet spezialisiert: Er ist Monstrumologe, das heißt, er studiert Monster und macht notfalls Jagd auf sie. Eines Abends kommt ein Grabräuber zu Will und dem Doktor ins Labor. Er hat einen schrecklichen Fund gemacht: eine Leiche, in die sich ein zahnbewehrtes Monster verbissen hat. Der Doktor weiß, diese Monsterart ist äußerst gefährlich, da sie Menschen tötet und sich schnell vermehrt. Und die einzigen, die nun zwischen diesen Bestien und den Menschen stehen, sind der Doktor und der kleine Will ...

Meinung:

Mit dem von Christoph Wortberg gelesenen Hörbuch bietet Lübbe Audio die bearbeitete Fassung des Romans "Der Monstrumologe" von Rick Yancey an. Dabei wurden die Veränderungen der Originalgeschichte so geschickt vorgenommen, dass der Hörer selbst beim direkten Vergleich mit dem Buch kaum Unterschiede bemerkt und keine Szene vermissen wird, die für die Handlung oder die Entwicklung der Charaktere wirklich relevant wäre. Allerdings fehlt die Einleitung, in der erklärt wird, dass die Ereignisse so geschildert werden, wie sie von dem - inzwischen verstorbenen - Will Henry in seinem Tagebuch niedergeschrieben wurden, was an zwei Stellen dieses Hörbuches zu einer leichten Verwirrung führen kann.

Außerdem muss noch angemerkt werden, dass die Geschichte von Rick Yancey zwar als Jugendbuch geschrieben wurde, aber weder die altmodisch anmutende Sprache noch die diversen gruseligen Details grundsätzlich für Jugendliche geeignet sind. "Der Monstrumologe" erinnert an eine stimmungsvolle und im besten Sinne altmodische Horrorgeschichte, wie man sie mit Autoren wie H. P. Lovecraft verbindet, spart dabei aber nicht mit deutlichen Beschreibungen von grauenhaften Ereignissen. Aus der Sicht des zwölfjährigen Will Henry erfährt der Hörer von den unheimlichen Vorfällen in der kleinen Gemeinde New Jerusalem.

Will Henry lebt und arbeitet seit dem Tod seiner Eltern bei dem Wissenschaftler Dr. Warthrope. Dieser ist Monstrumologe und sieht sein Lebenswerk in der Erforschung (und wenn nötig in der Vernichtung) von Monstern. Obwohl der Doktor nach außen hin nicht über seine Profession redet, gibt es den einen oder anderen Menschen in seinem Umfeld, der über seine Interessen Bescheid weiß. So wendet sich ein Leichenräuber ganz selbstverständlich an den Wissenschaftler, als er eines Nachts ein unheimliches Monster findet, welches sich in die Leiche eines jungen Mädchens verbissen hat.

Dieses Geschöpf wird von dem Monstrumologen auf den ersten Blick als Anthropophage identifiziert, eine Kreatur, die eigentlich in Afrika beheimatet ist. Doch die Existenz eines solchen Anthropophagen-Männchens in New Jerusalem deutet darauf hin, dass noch mehr dieser Wesen in der Nähe leben und bald zu einer Gefahr für die Menschheit werden könnten. Gemeinsam mit Dr. Warthrope muss sich der junge Will Henry den Monstern stellen - und wird dabei häufig vor Herausforderungen gestellt, die seine Kräfte fast übersteigen. Denn obwohl er schon eine Zeitlang für den Doktor arbeitet, hat er sich noch lange nicht mit den grauenerregenden und widerlichen Elementen seiner Tätigkeit abfinden können.

Während sich der Beginn dieser Geschichte ein wenig hinzieht, nimmt sich Rick Yancey Zeit, um das Ausmaß der Bedrohung durch die Anthropophagen deutlich zu machen und dem Hörer seine beiden Hauptfiguren Will Henry und Dr. Warthrope nahe zu bringen. Dabei wird einem bald klar, dass hinter der gefühlskalten Fassade des Wissenschaftlers ein Mensch steckt, der seinen kleinen Assistenten genauso sehr braucht wie dieser ihn. So ist es die - eigentlich streng professionelle - Beziehung zwischen Will Henry und dem Doktor, die für einen angemessenen Ausgleich für all die unheimlichen und ekelhaften Beschreibungen sorgt, die einen nicht geringen Teil der Geschichte ausmachen. Denn sowohl die Hintergründe der Anthropophagen als auch der Kampf gegen diese unglaublichen Monster präsentieren dem Hörer Szenen, die von Kämpfen, Blut und Tod beherrscht werden, obwohl die gesamte Geschichte eigentlich weniger brutal als angenehm gruselig wirkt.

Der Sprecher Christoph Wortberg leistet bei "Der Monstrumologe" sehr gute Arbeit. Ihm gelingt es nicht nur sehr schön, die altmodische Sprache zu betonen, die einen immer wieder daran erinnert, dass die Geschichte im Jahr 1888 spielt, sondern er verleiht auch den verschiedenen Charakteren einen ganz eigenen Unterton. Während sein Dr. Warthrope immer etwas ungeduldig und gereizt klingt, kann man bei Will Henry ganz wunderbar die Unsicherheit, Angst, Müdigkeit und sogar den kindlichen Trotz des jungen Assistenten hören. Jede Figur bekommt durch Christoph Wortbergs Betonung ihren eigenen, unverwechselbaren Klang, ohne dass der Sprecher dafür seine Stimme übertrieben verstellen muss oder für den Hörer gar unangenehm klingt.

Fazit:

Für diese Hörbuchumsetzung von "Der Monstrumologe" wurde mit Christoph Wortberg wirklich der passende Sprecher gefunden. Ihm gelingt es, Rick Yanceys unheimliche und fesselnde Horrorgeschichte auf angemessene Weise mit Leben zu füllen. Sowohl der zwölfjährige Will Henry als auch der ständig gehetzt wirkende Dr. Warthrope wachsen dem Hörer schnell ans Herz und so bangt man mit ihnen auf der Suche nach den Anthropophagen und dem abschließenden Kampf gegen diese unheimlichen Monster. Nicht einmal die für diese Version notwendigen Kürzungen fallen beim Hören - selbst bei einem direkten Vergleich mit der Romanvorlage - negativ ins Gewicht, wenn man von einer kleinen Irritation aufgrund der fehlenden Einleitung absieht.
Weiterführende Infos

Hörprobe:

 
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